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Neu Gelesen

Bruno P. Kremer: Schmetterlinge in meinem Garten.

Claudia Steinschneider, Ute Stückler- Sattler: Ausgegraben. Süßkartoffel, Yacon & Co. Das große Garten- und Kochbuch.

Melissa K. Norris: Selbstversorgung aus dem Familiengarten.

Eliot Coleman: Die Biogarten- Bibel. Das Standardwerk der Selbstversorgung vom Pionier des Ökolandbaus.

Raus mit uns

Es wird Zeit, dass wir den Wintermief hinter uns lassen und endlich nach draußen gehen. So locken Bruno P. Kremers Schmetterlinge in meinem Garten mit den freundlich- bunten Gästen unserer Region, während Claudia Steinschneider und Ute Stückler- Sattler in  Ausgegraben. Süßkartoffel, Yacon & Co. Das große Garten- und Kochbuch ihrer Vorliebe für Wurzeln frönen. Melissa K. Norris‘ Selbstversorgung aus dem Familiengarten und Eliot Colemans Die Biogarten- Bibel. Das Standardwerk der Selbstversorgung vom Pionier des Ökolandbaus schließlich bringen uns ernsthaft dazu, die neuen Gartenpläne begeistert anzugehen.

Falterfreundlich gärtnern

Sie fliegen nicht mehr, die kleinen bunten Geschöpfe einer unbeschwerten Mutter Natur. Als Kind habe ich noch auf Möhrenpflanzen Schwalbenschwänze gezüchtet. Mittlerweile freue ich mich über jeden Kohlweißling, den ich sehe. In der Stadt mag das alles noch viel dramatischer sein als auf dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Doch Schmetterlinge im Garten möchte ich schon wieder haben. Damit mir das gelingt, kann ich den Anweisungen des Biologen Bruno Kremer folgen.

 In „Schmetterlinge in meinem Garten“ stellt er nicht nur die hübschen Falter vor, sondern legt auch dar, wie man helfen kann, sie zum Bleiben und Wiederkehren zu bewegen. Falter und ihre Wirts- und Nektarpflanzen werden aufgelistet und gleich dazu gibt es praktische Bepflanzungspläne für Gärten. Am liebsten mag ich Kremers Argument, dass ein einzelner Gartenbesitzer zwar nicht die Welt ändern kann, theoretisch aber all die kleinen Gärten in Siedlungsgebieten zusammen ein riesiges Biotop geben könnten. Tiere retten kann so einfach sein!

Schätze ausbuddeln

Kartoffeln kann jeder. Weder neuerdings etwas auf sich hält, buddelt andere Schätze aus. Süßkartoffelpommes sind längst in aller Munde, Topinambur und Knollenziest sind nicht unbekannt. Aber kann man Exoten wie Yacon und Taro auch außerhalb exklusiver Händlerregale finden? Vielleicht sogar im eigenen Garten? Wie und ob das gelingt, haben die Biologinnen Claudia Steinschneider und Ute Stückler- Sattler untersucht.

Sie bauen in Österreich in einer Versuchsstation für Spezialkulturen seltene Sorten an und kollaborieren für dieses Buch mit ausgewählten Landwirten in Österreich. Gleichzeitig heißt das: was dort funktioniert, geht auch im eigenen Garten. Wenn man will. Die Biologinnen betrachten die neuen Superfoods ganz genau und geben wertvolle Informationen zu Anbau, Nährstoffgehalt, Vermarktung und Verwertung. Wer genau hinschaut erfährt, welche Sorte für den eigenen Garten geeignet sein könnte oder wo der Anbau zu aufwändig ist. Bodenständige Rezepte im Anhang garantieren kulinarische Erfolge. Mein Geheimtipp: Süßkartoffeln und Topinambur lohnen sich auf jeden Fall!

Neue Bibel für Selbstversorger

Schwer beeindruckt hat mich Melissa K. Norris‘ Selbstversorgung aus dem Familiengarten. Nicht, dass es nicht schon genug schöne Bücher zum Thema Selbstversorgung und Gemüsegarten gäbe. Und so wiederholt sich auch bei Norris hie und da das eine oder andere. Bisweilen ist auch hinderlich, dass die amerikanische Familienmutter und Gärtnerin einen Podcast betreibt und ganz gezielt für ihr amerikanisches Publikum schreibt.

Seisdrum. Denn die Redaktion hat sich viel Mühe gemacht und den Titel an das deutsche Publikum angepasst. Wirklich genial nämlich sind die Tabellen und Arbeitsblätter, die Norris über ihren Wälzer verstreut. Was brauche ich denn wirklich pro Person, wenn ich mich selbst versorgen möchte? Wieviele Tomatenpflanzen, wieviele Erdbeeren etc. Mit Norris‘ praktischen Tipps und Listen ist der eigene Bedarf schnell gedackt, die flapsig-fröhliche Erzählweise macht zudem richtig Lust auf Gartenarbeit. Also, ein Buch, das auf jeden Fall viele Jahre nützlich sein wird!

Standard für Biobauern

Wenn Eliot Coleman in der deutschen Übersetzung von seinem Werk als einer „Biogarten-Bibel“ spricht, suggeriert er dem Leser damit eine Beiläufigkeit, von der in diesem Buch nichts zu finden ist. Hände weg also, liebe Hobby- oder Erstgärtner, von seinem Grundlagenwerk. Coleman schreibt nicht für Häuslesbesitzer, die am Wochenende Schaufel und Harke schwingen. Er richtet sich dezidiert an Bauern und solche, die es werden wollen.

Wenn also die richtige Zielgruppe gefunden ist, hält man einen Schatz in Händen. Coleman ackert alles ab: Bodenbearbeitung, Brachland, Weidewirtschaft, Marketing, Saisonverlängerung und Düngemittel. Sogar ein Kapitel für Werkzeuge in der Landwirtschaft gibt es. Alles untermalt mit schönen Zitaten, anschaulichen Grafiken und griffigen Quellenbelegen. In seiner Vollständigkeit ist dieses Buch also ein selten gelungenes Exemplar – eben nur nicht für jeden.

Titelangaben:

Bruno P. Kremer: Schmetterlinge in meinem Garten.

Bern: Haupt Verlag, 2018. 208 Seiten, 29,90€.

Claudia Steinschneider, Ute Stückler- Sattler: Ausgegraben. Süßkartoffel, Yacon & Co. Das große Garten- und Kochbuch.

Aarau: AT-Verlag, 2022. 200 Seiten, 29,90€.

Melissa K. Norris: Selbstversorgung aus dem Familiengarten

Kandern: Unimedica Verlag, 2022. 232 Seiten, 22,90€.

Eliot Coleman: Die Biogarten- Bibel. Das Standardwerk der Selbstversorgung vom Pionier des Ökolandbaus.

Kandern: Unimedica Verlag, 2022. 376 Seiten, 24,80€.

Neu Gelesen

Michaela Müller: Bunte Bücher. Muster gestalten, Einbände drucken, Bücher binden.

Petra Paffenholz: Buchbinden im japanischen Stil.

Petra Paffenholz: Buchbinden für Kinder.

Schöne Bücher selbst gemacht

Während draußen kalte Winde und nervenaufreibende Viren ihr Spiel treiben, kann man es sich drinnen bei Tee und Buch so richtig gemütlich machen. Für alle, denen das Lesen zu viel wird und die sich ans Schreiben und Gestalten wagen wollen, haben Petra Paffenholz und Michaela Müller die perfekte Lektüre verfasst. In „Bunte Bücher. Muster gestalten, Einbände drucken, Bücher binden“Buchbinden im japanischen StilundBuchbinden für Kinder“werden verschiedene Aspekte der uralten Handwerkskunst vorgestellt und in wunderschöne, zeitgenössische Projekte umgewandelt.

Lust am Spiel

Michaela Müller gibt sich in „Bunte Bücher. Muster gestalten, Einbände drucken, Bücher binden“der Lust am kreativen Farbenspiel hin. Die Graphikdesignerin und Bloggerin (www.muellerinart.blogspot.com) liebt Bücher und gestaltet sie am liebsten selbst. In „Bunte Bücher“ gibt es keine langwierigen Einführungstexte, von Anfang an geht es ums kreative Ausprobieren. Das lässt fast vergessen, wie hochwertig und liebevoll der Band durch den Haupt-Verlag herausgegeben wurde.

Bei MüllerinArt kommen alle auf ihre Kosten. Michaela Müller bedruckt kleine Notizhefte und bindet komplexe Fotoalben. Sie klebt mit Buchbinderleim und führt in die koptische Bindung ein. Zwischen ihren Seiten kann man sich verlieren. Meist druckt Müller mit unterschiedlichsten Techniken von Stempeldruck bis zu Siebdruck zuerst Musterpapiere, die sie aufhebt, bis sie mit Buchbinderleinen zu einem gebundenen Schatz werden. Deshalb werden sogar Kartons liebevoll bedruckt und für die Motivpapiere vorbereitet.

Alte Handwerkskunst

Petra Paffenholz betrachtet in „Buchbinden im japanischen Stil“ einen anderen Blickwinkel des Buchbindens. Ihr geht es um die Vermittlung einer uralten japanischen Kulturtechnik und deren Transformation in die Moderne. Ihre nahtgebundenen Bücher mit Gelenk sind wunderschön und in unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen herzustellen. Dabei führt sie behutsam und gekonnt in das alte Kunsthandwerk ein.

Zehn Jahre braucht man, um in der japanischen Technik ein Meister zu werden. Betrachtet man Paffenholz‘ Werkbeispiele, die in jahreszeitlich passenden Motiven gegliedert sind, glaubt man dies sofort. Dieses Buch ist nichts für schnelle Projekte, hier will mit Liebe und Geduld gestaltet werden. Allein der Entwurf eines Buches und des passenden Umschlags kann dauern. Großartig ist, dass die Projekte zwar aufwändig, aber machbar auch für Laien sind. Ideal für alle, die gern mit Handarbeit entspannen und den Kopf frei bekommen wollen.

Schöne Bücher für kleine Leute

Während bibliophile Erwachsene in den Werken von Müller und Paffenholz schwelgen dürfen, gibt es auch etwas Buchgenuss für kleine Hände. Petra Paffenholz hat mit „Buchbinden für Kinder“ ein kompaktes Werkbuch geschrieben, das viele der oben erwähnten Techniken in sich vereint. Gemeinsam ist ihnen, dass alle komplexen Arbeitsschritte vereinfacht wurden und so absolut durchführbar für Kinder sind.

Wer also den nächsten Kindergeburtstag für Bücherwürmer gestalten möchte, bekommt viele fröhliche Vorschläge, Bücher kindgerecht zu binden. Heftungen, Faltungen, Leporellos, japanische Bindungen – alles ist auch für Kinder möglich. Gern greift Paffenholz beim Material dabei auf Dinge zurück, die im Haushalt vorhanden sind – vom Pappteller bis zu Schaschlikspießen und Cornflakesverpackungen. Damit lassen sich Adventskalender, Spionagehefte, Geheimnisbücher und Fotoalben in rauen Mengen herstellen.

Alle drei Bücher sind im detailverliebten Haupt-Verlag erschienen. Einmal mehr beweisen sie, dass es mehr als nur Papier einbringt, wenn man Bücher besitzt und selbst gestaltet. Personalisierte Handwerkskunst für alle Altersklassen bereichert unseren vermehrt digitalisierten Alltag. Schön, dass es Bücher gibt!

Titelangaben:

Michaela Müller: Bunte Bücher. Muster gestalten, Einbände drucken, Bücher binden.

Bern: Haupt-Verlag, 2017. 192 Seiten, 29,90 €.

Petra Paffenholz: Buchbinden im japanischen Stil.

Bern: Haupt-Verlag, 2019. 224 Seiten, 34 €.

Petra Paffenholz: Buchbinden für Kinder.

Bern: Haupt-Verlag, 2018. 160 Seiten, 24,90 €.

Von Bunt zu Dezent

Nach all der Farbenfülle an den Feiertagen hungert es mich fast nach Ruhe. Ich habe mein Schaufenster umdekoriert und mich für Weiß und Naturtöne entschieden. Auf ein Stück handgewebtes Leinen kommen ein paar Gräser. Genauso sparsam und karg wie mein Garten im Januar.

Während ich noch nicht in allen Räumen meine Weihnachtssachen weggeräumt habe, findet sich immer ein kleines Projekt in hellen Farbtönen. Diesmal hab ich ein graues Bettlaken zerschnitten, zusammen mit ein paar weißen Unterziehshirts meines Mannes. Perfekt für 10er Nadeln und mit Hebemaschen wird daraus ein schönes und einfaches Muster für einen Bettvorleger, Fußabstreifer, Badteppich oder was auch immer.

Im Vergleich dazu wirkt mein buntes Vorweihnachtsprojekt nahezu chaotisch. Einmal für mein zweitgroßes Mädel zum Happy Birthday. Erst beim Sticken fiel mir auf, dass Kette und Schuss nicht ganz symmetrisch sind. Gleich hab ich einen Fehler gemacht. Seht Ihr ihn?

Es wurde eine kurze, kastige Tunika. Den Kontraststoff für den Bund hat sich meine Tochter selbst ausgesucht.

Das Papierbäumchen gab es auch dazu. Dieses Jahr hatten wir zwar einen Holzbaum, aber Papierbäume mag ich noch immer sehr….

Ein gutes neues Jahr Euch allen, viel Glück, Freude und Gesundheit!

Adventskranz

Einkuscheln

Gerade mal so habe ich es geschafft, den Efeuzweig aufzuhängen und zu dekorieren. Jakob hat geholfen, die Adventskalendersäckchen zu sortieren, es sind immerhin 96. Soviel Arbeit auch alles irgendwann einmal war, nun ist es sehr einfach, den Papieradventskranz zu holen und zu schmücken. Alles ist im Werden, alle helfen mit.

Wenn es Winter wird

Ich glaube, wir haben den gesamten Sonntagvormittag gebraucht, bis wir alle 96 Säckchen an die Treppe gebunden hatten. Johann hat die Krippe dieses Jahr ins Treppenhaus verfrachtet, nachdem sich die grüne Hölle im Wohnzimmer so vergrößert hatte.

Zwischendurch hab ich ein paar verwaiste Pilze gefunden, die nun auf dem Adventskranz wohnen dürfen. Jeden Morgen duftet es nach Bienenwachskerzen. Bei Honig und Tee ist es gar nicht so schlimm, um Viertel nach fünf aufzustehen.

Auch unser Treppenauge verändert sich. Mittlerweile begegnen sich Monstera und Efeutute. Die Säckchen wirken wie ein Rahmen. Ich merke, dass er mir noch nicht grün genug ist. Hoffentlich finden wir zwischendurch Ruhe, um aufzutanken. Corona zehrt an den Nerven.

Ich hätte mir einen plastikfreien Advent gewünscht und bin grandios gescheitert. Irgendwie hab ich es nicht hinbekommen, die Säckchen plastikfrei zu befüllen. Nächstes Jahr muss ich wohl früher und überlegter beginnen. Hauptproblem ist übrigens das Gewicht von Glas.

Habt Ihr Ideen?

Ich wünsche Euch einen schönen Advent!

Im Messefieber

Soweit das Auge reicht – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Bevor ich mich im Weihnachtswahnsinn verliere, noch einmal einen Ideenboost abholen, das war mein Ansinnen, als ich mich am Wochenende zur #Kreativmessestuttgart aufmachte. Es war meine erste Messe im anhaltend nervigen Coronicum und ein willkommener Ausflug, um Alltagssorgen für ein paar Stunden verschwinden zu lassen.

Schön, wenn Verlage sich gleich mit Arbeitsentwürfen präsentieren. Es erspart mir Denkarbeit. Und Makramee lauert seit Wochen im Hintergrund.

Wäre nicht jeder mit Maske umherspaziert und wäre nicht so viel Platz zwischen den Ständen gewesen, nichts hätte an den tobenden Wahnsinn draußen erinnert. Es ist schön zu sehen, wie Kreativität Menschen inspiriert und auch durch anstrengende Zeiten wie diese lotst.

Lustig, mit alten LPs habe ich auch schon gewerkelt. Nur nicht ganz so filigran. Ob sich die Doors mit Schlagerplatten vertragen?

Spätestens bei der Spielemesse merkte ich, wie sehr die Pandemie mich geprägt hat. Eigentlich hätte ich auf jeden Fall meine Jungs mitgenommen. So habe ich mich nicht getraut. Schade, denn auf der Empore in der Messehalle gab es gefühlt „alles“ von #LEGO. Ein paar Spieleverlage habe ich schmerzlich vermisst und ein paar wahnsinnig innovative Kreativideen auch. Es war trotzdem schön. Und definitiv wäre es auch für meine Kinder geeignet gewesen.

Endlich wieder werkeln

Zeena Shah: Stempel Stoffdesign. Über 20 Anleitungen  für handbedruckte Accessoires.

Annette Danielsen: Gestrickt wie getöpfert.

Krista Aasen: Das Deko-ABC. 35 außergewöhnliche Buchstabenelemente gestalten.

Elisabeth Morgenstern: Einfach kreativ. Werkeln und Dekorieren auf dem Land.

 Tatsächlich erscheint es ewig, Examen hin oder her, dass ich auch nur über neue Projekte nachgedacht habe. Wenn ich nun gleich vier DIY – Bücher in Händen halte, geht es mir wie nach einer langen Diät: welche Torte mag ich wohl am liebsten!? Egal, mit Zeena Shahs Stempel Stoffdesign, Annette Danielsens Gestrickt wie getöpfert, Krista Aasens Das Deko-ABC und Elisabeth Morgensterns Einfach kreativ. Werkeln und Dekorieren auf dem Land genieße ich gleich alle Geschmäcker auf einmal.

Erschaffen

Das schöne am Stoffdruck ist ja das Gefühl, total originäre Dinge erschaffen zu können. Schön auch für mich, weil viele Ballen alter Bettwäsche nur darauf warten, verschönert zu werden. Zeena Shahgeht in  Stempel Stoffdesign einen geraden Weg zum einfachen Entwurf mit kleinen Abstechern in die professionelle Praxis. Wer also über die Kartoffel hinaus und in den Siebdruck hineinwachsen will, ist bei ihr genau richtig.

Am besten finde ich, dass sie Drucktechniken mit konkreten Projekten verbindet. Nackenrollen, Geschirrtücher, Taschen, Kissen: alles kann man irgendwie brauchen oder verschenken. Meist auf weißgrundigem Stoff (ich sage nur: Bettwäsche), erhalten ihre Projekte einen dezenten, modern grafischen Anstrich. Wer mag, kann in nur wenigen Stunden starten, die Einführung in Färbemittel, Stoffe und Techniken gibt einen schnellen Überblick.

Fühlen

Annette Danielsenübertrifft sich in  Gestrickt wie getöpfert wieder einmal selbst. Darf man so etwas sagen? Strickdesign lebt von der Haptik, der Lust am Fühlen. Danielsen nimmt sich für jedes ihrer Bücher ein Thema vor. Diesmal ist es eine Korrespondenz zwischen Strickdesign und Keramik. Große Gegensätze begegnen sich – Keramik ist kühl und rau, Strickpullover sollen warm und weich sein. Doch wie immer gelingt Danielsen der Spagat mühelos.

Dabei kommen fünfzehn Designs heraus, bei denen Danielsen sich jeweils ein getöpfertes Werkstück ganz genau ansieht und anschließend in ein Strickdesign überträgt. Die entstehenden Jacken und Pullover sind in jeweils vier Größen strickbar, ähneln frappierend dem keramischen Werkstück und sind doch eine total eigene Interpretation der jeweiligen Oberflächen. Es resultiert eine Strickmode, die dezent, elegant und zeitlos ist. Perfekt also für die Ewigkeit.

Benennen

Krista Aasen befasst sich in Das Deko-ABC. 35 außergewöhnliche Buchstabenelemente gestalten mit dem Element, das uns seit unserer Grundschulbildung ständig begleitet: Buchstaben. Das Prinzip, das sie anwendet, ist stets das Gleiche. Was die Nachahmung einfach und langweilig gleichzeitig macht. Weil ich auf Nutzbarkeit fixiert bin, stoße ich hier an meine Grenzen. Aber: wer immer ein hübsches Geschenk sucht und einen Namen oder ein bedeutungsvolles Wort kreativ gestalten möchte, bei Aasen wird gezeigt, welche Möglichkeiten es dafür gibt.

Dabei nimmt sie sich verschiedene Einrichtungsstile von elegant bis maritim vor und gestaltet entsprechend ihre Buchstaben. Zubehör findet sich im Alltag, im Bastelgeschäft, im Onlineversand und in den Erinnerungen der Werkenden. Von Fotos bis hin zu Treibholz wird alles verwendet, was auf die Buchstabenrohlinge aufgebracht werden kann. Aasen ist Perfektionistin, das erkennt man auch an den Erklärungen, die sie den einzelnen Projekten voranstellt. Entsprechend professionell ist das Ergebnis.

Leben

Einfach kreativ. Werkeln und Dekorieren auf dem Land ist eine Hommage an das Leben. Angelehnt an die vier Jahreszeiten und die darin gelebten Bräuche bieten die Autorinnen einen Parforceritt durch alle ländlich inspirierten Zeitschriften der letzten Jahre. Vieles wird man wiederentdecken. Aber vielleicht ist für Nicht -Abonnenten gerade die Bündelung ländlich kreativer Werke verlockend. Wer mag, kann sich mit unterschiedlichsten Werktechniken auseinandersetzen.

Von Floristik bis zur Näherei: alles ist enthalten, wenn es darum geht, das eigene Zuhause mit möglichst simplen Mitteln schön und gemütlich zu gestalten. Dabei steht Verspieltheit und Romantik im Vordergrund, Verfechter der dezenten Moderne dürfen ihre Anregungen aus anderen Quellen schöpfen. Grundprämisse ist, dass die Werkstücke tatsächlich leicht nachzuarbeiten sind. Dies ist durchweg gewährleistet und so muss eigentlich nur noch gewerkelt werden.

Titelangaben:

Zeena Shah: Stempel Stoffdesign. Über 20 Anleitungen  für handbedruckte Accessoires.

Münster: LV Buch, 2018. 128 Seiten. 7.70 €.

Annette Danielsen: Gestrickt wie getöpfert.

Münster: LV Buch, 2021. 104 Seiten. 26 €.

Krista Aasen: Das Deko-ABC. 35 außergewöhnliche Buchstabenelemente gestalten.

Münster: LV Buch, 2019. 162 Seiten. 15,99 €.

Elisabeth Morgenstern: Einfach kreativ. Werkeln und Dekorieren auf dem Land.

Münster: LV Buch, 2020. 120 Seiten. 22 €.

Neu Gelesen

Jenniffer Taylor: Ran an die Nähmaschine! Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung.

Kerry Bogert: Coffeehouse Knits. 20 Strickideen inspiriert von Latte Macchiato und Espresso.

Kerstin Neumüller: Verflickt und zugenäht. Kleidungsstücke ausbessern und verschönern.

Stoff und Nadel

Lockdown, Miesepeterwetter und Aufräumwahn schreien geradezu nach kreativem Ausgleich. Der gelingt bestimmt, wenn man sich mit Jenniffer Taylor an die Nähmaschine wagt. In Ran an die Nähmaschine! Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung nimmt sie neugierigen Frischlingen die Angst vor der Perfektion – mit wundervollen Ergebnissen. Auch Kerry Bogerts Coffeehouse Knits. 20 Strickideen inspiriert von Latte Macchiato und Espresso tuten in das gleiche Horn. Nichts ist so schön und entspannend wie verregnete Februartage im Lockdown mit Buch, Kaffee und Nadeln.

Das Beste an Taylors sympathischer Schnittsammlung ist, dass alles erlaubt ist. Schnitte werden bei Bedarf selbst erstellt und wer sich vor der Komplexität des Nähens ängstigt, fängt einfach klein an. Teetassenklein. Klar kann man sich auch an die Haute Couture wagen, doch auch im Rechteck aneinander gesteppte alte Halstücher sind toll und ein hervorragend kühler Blickfang im Sommer. Wer Neuling ist, freut sich über die guten Tipps und bebilderte Anleitungen.

Super für Einsteiger

Alle, die schon länger nähen, werden eher müde gähnen beim Anblick der Schnittmuster. Hemdupcycling, Decken umnähen, eckige Taschen und einfache Kleider gehen schnell. Es fehlt oft die Raffinesse in der Schnittführung, über die man sich entweder besonders freut oder ärgert, je nach persönlichem Können. Dagegen sind die Tricks und Kniffe gerade Anfängern oft unbekannt, und in Taylors freundlich unkomplizierter Art löst sich jede Panik vor der Nähmaschine in Luft auf.

Alle Schwierigkeitsniveaus

Ganz anders Kerry Bogert. Die passionierte Strickerin und Redakteurin hat in ihren Coffeehouse Knits verschiedene Designerinnen und Schwierigkeitslevels versammelt. So ist sicher für jede Liebhaberin von Kaffee und Maschen etwas dabei. Erstaunlich, wie genau oft Farbe und Textur zur vorgestellten Kaffeesorte passen. Toll auch, dass die Modelle mit ihrer Extraweite angegeben werden. Jahrelang haben sich Nadelfans gefragt, wieso ein Pullover in M an einem Modell schlabbert und an einem selbst klebt.

Sehr detailverliebt und genau sind die Strickmuster, die Herangehensweise an die Anleitungen ist durchweg praktisch. Bei Pullovern braucht man keine Größen, der Brustumfang ist meist entscheidend. Toll, dass Bogert dies erkannt hat und konsequent umsetzt. Für alle, die im Moment lieber kleine Projekte auf den Nadeln haben, sei auf die vielen Stulpen, Mützen, Tücher und Schals verwiesen, die die Designerinnen im Buch vorstellen. Dieses Buch hat Lieblingspotential!

Geliebte Textilien behalten

Ideal zum Thema Nachhaltigkeit passt Kerstin Neumüllers Verflickt und zugenäht. Kleidungsstücke ausbessern und verschönern. Neumüller zeigt in diesem kurzen Kompendium auf wieviel verschiedene Arten geliebte, aber zerschlissene Textilien gerettet werden können. Wer schon einmal eine gutsitzende Lieblingsjeans verabschieden musste, weiß, dass sich Reparaturen oft lohnen. Besonders aufregend: es wird nicht einfach nur geflickt, sondern das Kleidungsstück umgestaltet.

Dazu stellt Neumüller traditionelle europäische Flicktechniken genauso vor wie etwa alte japanische Flicktechniken. Sashiko ist eine Mischung aus Handstickerei und Flicken und eignet sich dann, wenn ein auffälliger Riss nicht mehr versteckt werden könnte. Dann macht man einfach einen Hingucker daraus! Für alle, die es eilig haben, werden auch Techniken für die Nähmaschine vorgestellt. Als Zugabe gibt Neumüller außerdem einen genauen Überblick über Textilarten und deren schonende Pflege, damit auf jeden Fall das Lieblingsstück auch lange eines bleibt!

Titelangaben:

Jenniffer Taylor: Ran an die Nähmaschine! Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung.

Münster: LV Buch, 2017. 144 Seiten. 7,37 €.

Kerry Bogert: Coffeehouse Knits. 20 Strickideen inspiriert von Latte Macchiato und Espresso.

Münster: LV Buch, 2020. 144 Seiten. 25,99 €.

Kerstin Neumüller: Verflickt und zugenäht. Kleidungsstücke ausbessern und verschönern.

Bern: Haupt Verlag, 2019. 128 Seiten. 22 €.

Neu Gelesen

Jean – Paul Tranchant: Der Kompostgarten. Erfolgreich gärtnern auf kleinstem Raum.

Thomas Richter (Hrsg.): Kräutermanufaktur. Pflanzen, pflegen und verputzen.

Bruno Vonarburg: Heilen mit Pflanzenessenzen. Menschentyp und Pflanzenwesen.

Johannes Wilkens, Frank Meyer, Ruth Mandera: Arnika. Königin der Heilpflanzen.

Grünes Glück

Bald geht es wieder los und die Gartenfreuden lockern die Erfahrungen des tristen Winters auf. Für Pflanzenfreunde lohnen sich die liebevoll gestalteten Gartenbücher. In Der Kompostgarten. Erfolgreich gärtnern auf kleinstem Raum geht Jean – Paul Tranchant der Frage nach, wie man auch in Wohnungen oder mit kleinem Garten eine gute Ernte einfährt. Das Team von LV-Buch widmet sich der Kultivierung und Zubereitung bekannter Kräuter in Kräutermanufaktur. Pflanzen, pflegen und verputzen. Bruno Vonarburgs Heilen mit Pflanzenessenzen. Menschentyp und Pflanzenwesen richtet sich dagegen an interessierte Laien oder Heilpraktiker, er zeigt, wie mit Pflanzenessenzen Menschen individuell behandelt werden können. Meyer, Wilkens und Mandera dagegen konzentrieren sich in Arnika. Königin der Heilpflanzen auf eine Pflanze, deren Heilkraft sie beleuchten.

Jean – Paul Tranchant stellt in Der Kompostgarten. Erfolgreich gärtnern auf kleinstem Raum ein Pflanzkonzept vor, das er „Recyplant“ nennt. Im Endeffekt handelt es sich um einen klassischen Komposthaufen mit Ausbohrungen in allen vier Seitenteilen. So können Pflanzen vertikal und horizontal gepflanzt werden. Die Schichtung und Befüllung mit frischem Kompost folgt einem strengen Konzept, das er vorstellt.

Da der Recyplant sehr nährstoffreiche Erde enthalten wird, ist er nicht für alle Pflanzenarten geeignet. Tranchant stellt die Pflanzen vor, mit denen er die besten Erfahrungen gemacht hat. Den Kompostgarten hat er mit Freunden und Verwandten in verschiedenen Höhenlagen und auf verschiedenen Untergründen über Jahre erprobt und sehr gute Erfahrungen gemacht. Vor allem für jene, die aus Platzgründen keinen klassischen Gemüsegarten anlegen können, lohnt sich der anfänglich hohe Aufwand.

Würziger Genuss

Kräutermanufaktur. Pflanzen, pflegen und verputzen von LV-Buch ist eine perfekte Mischung aus Gartentipps und kulinarischem Genuss. Kompakt werden die gängigsten Küchenkräuter vorgestellt und verschiedene Anbauweisen betrachtet. So kommen auch Balkonkräuter und Kräuter auf der Fensterbank zum Einsatz. Aber auch der großflächige Anbau im Garten wird thematisiert.  Was brauchen welche Kräuter? Haben sie bekannte Wirkstoffe? Was sind ideale Nachbarpflanzen?

Doch nicht nur der Anbau und die Aufzucht von Kräutern ist interessant, schließlich sollen sie alle verzehrt werden. Im zweiten Teil des Buches werden deshalb allerhand Rezepte vorgestellt. Sirupe, Aufstriche, originelle Rezepte und Bekanntes fügen sich in einen kulinarischen Reigen, der sicher Lust auf einen neuen Blick auf Küchenkräuter macht. Die Rezepte hören sich alle alltagserprobt an, darunter leidet etwas die kulinarische Kreativität. Ideal aber für alle, die sich einen Kräutergarten anlegen möchten und ein praktisches Handbuch dazu suchen.

Ganzheitliche Behandlung

Wie in vielen alten Kulturen betrachtet auch Bruno Vonarburg in Heilen mit Pflanzenessenzen Mensch und Pflanze als symbiotische Wesen. Deshalb wählt er seine Essenzen nicht nur nach der Krankheit aus, sondern passt sie auch an den jeweiligen Menschentyp an. Nach einer kurzen Einleitung zur Herstellung oder den Bezug von Pflanzenessenzen widmet er sich ganz den einzelnen Krankheitsbildern und entwirft komplexe Therapien.

Ob Laien Vonarburgs Vorgehensweise nachvollziehen können, ist schwer zu beurteilen. Doch klar ist auch, dass sein Kompendium einigermaßen komplex und umfassend ist. Von Lampenfieber bis zu Erkrankungen der Prostata sind psychische und physische Leiden Teil der Abhandlung. Für jedes Bild betrachtet er auch die Differentialdiagnostik und stellt Hauptmittel und alternative Heilpflanzen vor, die zur Behandlung in Frage kommen. Eine Bereicherung für jene, die sich schon immer mit Pflanzenheilkunde auseinandergesetzt haben.

Anthroposophischer Blickwinkel

Johannes Wilkens, Frank Meyer und Ruth Mandera nähern sich in Arnika. Königin der Heilpflanzen dem beliebten Kraut aus der Sichtweise Steiners. Dies ist vor allem wichtig zu wissen für jene Menschen, die der anthroposophischen Sichtweise und der homöopathischen Medizin kritisch gegenüberstehen. Denn in der umfassenden Abhandlung über die Arnika kann man sich diesem Ansatz kaum entziehen.

Am interessantesten war die Annäherung an die Arnika über Heilpflanzen, die ihr ähnlich sind und mit denen sie bestimmte Eigenschaften teilt. So wird im Buch nicht nur die Arnika abgehandelt, auch andere Korbblütler wie der Sonnenhut, das Edelweiß, die Mariendistel oder die Ringelblume werden am Rand angesprochen. Vieles im Buch verliert sich aber auch im quasi-mystischen Nebel, gerade wenn es um die kosmische Einordnung der Heilpflanze geht.

Blick in den Garten und darüber hinaus

Für den hoffentlich bald ankommenden Frühling ist zumindest vorgesorgt. Die Gartenplanung kann beginnen und an Hundstagen lässt sich wunderbar schmökern in Büchern, die den eigenen Blickwinkel um neues Wissen erweitern. Fest steht wie immer, dass Pflanzen etwas Wunderbares sind und wir noch immer zu wenig ihres Potentials nutzen.

Titelangaben:

Jean – Paul Tranchant: Der Kompostgarten. Erfolgreich gärtnern auf kleinstem Raum.

Münster: LV-Buch, 2017. 80 Seiten, 5 €.

Thomas Richter (Hrsg.): Kräutermanufaktur. Pflanzen, pflegen und verputzen.

Münster: LV-Buch, 2019. 120 Seiten, 14 €.

Bruno Vonarburg: Heilen mit Pflanzenessenzen. Menschentyp und Pflanzenwesen.

Aarau: AT-Verlag, 2017. 448 Seiten. 39,90 €.

Johannes Wilkens, Frank Meyer, Ruth Mandera: Arnika. Königin der Heilpflanzen.

Aarau: AT-Verlag, 2018. 224 Seiten. 24 €.

Neu Gelesen

Junius, Manfred M., Pflanzenalchemie. Ein praktisches Handbuch

Greiner, Karin, Bäume in Küche und Heilkunde

Diamond, Lily, Minze, Salbei, Rose. Rezepte mit Kräutern und Blüten

Wunderbares aus der Natur

Eine Reise in die Vergangenheit bietet Manfred M. Junius mit Pflanzenalchemie. Ein praktisches Handbuch. Das Wissen der Spagyriker um Paracelsus wird gegenwartstauglich aufbereitet. Wer es etwas alltagstauglicher mag, für den ist Karin Greiners Bäume in Küche und Heilkunde eine gute Wahl. Hier wird gezeigt, welchen Schätzen wir auf unseren Spaziergängen vor die Haustür begegnen. Lily Diamond begibt sich in Minze, Salbei, Rose. Rezepte mit Kräutern und Blüten auf die Spuren ihrer kräuterkundigen Mutter und integriert Blüten und Kräuter in ihren kulinarischen Alltag.

Magisches Pflanzenwissen

Ganz klar, mit Alchemie und Spagyrik muss man auch zurechtkommen wollen. Insofern ist Junius‘ Handbuch der Phytotherapie nichts für Menschen, die mit Essenzen, Destillieren und spagyrischen Berechnungen nichts zu tun haben wollen. Tatsächlich habe auch ich nur wenige Bezugspunkte zu diesem Ansatz, deshalb fällt es mir schwer, ein Buch wie dieses zu bewerten. Trotzdem stellt Junius Ansätze vor, die gerade in der Homöopathie immer noch ihre Daseinsberechtigung und viele Verfechter haben. Für Interessierte ein Goldschatz.

Junius gibt nicht nur einen Überblick über die spagyrischen Verfahrensweisen der letzten Jahrhunderte, die sich teils bis in die traditionelle indische Medizin zurückverfolgen lassen. Er erklärt seine Herangehensweisen auch und stellt moderne Unternehmen der Phytotherapie vor, die heilkräftige Mischungen noch immer nach alter Rezeptur herstellen, mit moderner Technik wo möglich und dem Wissen der Alten.  Wer zuhause nicht die Möglichkeit hat, Destillationsanlagen und Glaskolben aufzustellen, wird eher zu Kräutertees und traditionellen Tinkturen greifen.

Gutes aus Wald und Flur

Alltagstauglich bereitet Karin Greiner in  Bäume in Küche und Heilkunde die Schätze auf, die wir vor der Haustür ernten können. In einem alphabetischen Verzeichnis der häufigsten Wildbaumarten – von Ahorn bis Weißdorn – wird Wissenswertes rund um den Baum vermittelt. Viele Bäume waren schon in alten Zeiten ein Quell heilkundlicher und kulinarischer Rezepturen, Greiner greift viele davon auf und geht ihnen auf den Grund.

Nicht nur der botanische Name und das Erscheinungsbild der Bäume spielen dabei eine Rolle, sondern immer auch die Verwendung in Küche und Hausapotheke. Wer hätte sonst gewusst, dass Eicheln entbittert eine hervorragende Kochzutat ergeben? Eichelmehl, Eichelnougat und sogar Eichelbier sind in Rezepten überliefert. Heilkundlich wurden Sitzbäder aus Eichenrinde aufgegossen, oder entbitterte Eicheln als Eichelkaffee geröstet. Na, neugierig auf all die anderen Bäume?

Flora für Haut, Haar und Gaumen

Lily Diamonds Minze, Salbei, Rose. Rezepte mit Kräutern und Blüten ist eine Mischung aus Rezeptbuch und Autobiographie. Die Hawaiianerin tritt in die Fußstapfen ihrer verstorbenen kräuterkundigen Mutter und beginnt, alles, was schön aussieht, heilt, schmeckt und duftet in die Alltagsküche zu integrieren. Das Gute daran ist, dass all diese Kostbarkeiten tatsächlich zum großen Teil verfügbar sind, die Rezepte sind allesamt kochbar.

Diamonds gliedert ihr Buch nach den Kräutern und Blüten, die sie benutzt. Sehr praktisch für jene, die eine Duftrose im Garten stehen haben oder ihren Pfefferminzwald roden wollen. Unter Salbei findet man dann Rezepte für Kaki mit Granatapfelsirup und knusprigen Salbeiblättern, Polenta mit Mais, Salbei, Parmesan und Schalotten, Eiscreme mit Salbei-Salzkaramell oder einen Zitrus-Salbei-Tonic. Man fühlt schnell, wie unglaublich raffiniert und geschmacksintensiv Diamonds Kräuter und Blüten in der Küche einsetzt und bekommt richtig Lust, all die leckeren Rezepte nachzukochen.  

Titelangaben:

Junius, Manfred M., Pflanzenalchemie. Ein praktisches Handbuch

Aarau: AT-Verlag, 2016. 264 Seiten. 34,90 €.

Greiner, Karin, Bäume in Küche und Heilkunde

Aarau: AT-Verlag, 2017. 264 Seiten. 29,90 €.

Diamond, Lily, Minze, Salbei, Rose. Rezepte mit Kräutern und Blüten

Aarau: AT-Verlag, 2017. 272 Seiten. 20 €.

Neu Gelesen

Essen und Trinken: Sommerfrische Salate. Leicht und knackig.

Søren Staun Petersen: Rhabarber. Raffinierte Rezepte für Süsses und Herzhaftes.

Claudia Schilling: Hin und weg. Lunchbox-Rezepte für Picknick und unterwegs.

Katrina Friese, Andreas Eikenroth: Warte, ich komme mit… Sinnliches Rundwandern durch Mittelhessens Natur.

Claudia Czellnik: Unterwegs auf Fehmarn.

Ferienreif

Endlich haben in diesem Haus sechs Personen vier Wochen gemeinsam Ferien. Das weckt Hoffnung, selbst in Corona – Zeiten. Picknicke, Wanderungen, Obstwiesenernten. Damit auch laue Sommerabende zum leichten Vergnügen werden, hat die Redaktion Essen und Trinken mit Sommerfrische Salate. Leicht und Knackig das perfekte Ferienkochbuch veröffentlicht. Wer mag, komplettiert die Salate mit den feinen Gerichten von Søren Staun Petersens Rhabarber. Raffinierte Rezepte für Süsses und Herzhaftes. Claudia Schilling packt alles ein in Hin und weg. Lunchbox-Rezepte für Picknick und unterwegs, ideal komplettiert durch Katrina Frieses und Andreas Eikenroths Warte, ich komme mit… Sinnliches Rundwandern durch Mittelhessens Natur und Claudia Czellinks Unterwegs auf Fehmarn.

Was soll man sich mehr wünschen als schönes Wetter, nette Menschen und Glück und Gesundheit? Mit den Sommerfrischen Salaten gibt es darüber hinaus auch noch Hoffnung auf leckere und leichte Schlemmereien, die die Corona-Pfunde nicht noch mehr nach oben schnellen lassen. Längst fristen Salate kein tristes Beilagendasein mehr, hier sind sie sogar die Hauptattraktion! Die Redaktion Essen & Trinken hat die Rezepte nach Zutatenlisten eingeteilt. Von Obst und Früchten, über Vegetarisch, bis hin zu Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten gibt es jede Menge ausgefallene und klassische Varianten. Für die Klassiker Kartoffelsalat, Nudelsalat und Reis oder Getreide finden sich jeweils Extrakapitel.

Hier wird bestimmt jeder fündig. Egal, ob als Hauptgericht oder Kleinigkeit am Abend, diese Salatkreationen erfreuen den Gaumen. Kräutersalat mit Ziegenkäse und Himbeeren, Tomatensalat mit Röstbaguette und Pinienkernen, Zitronenmelissensalat mit gebackenem Schafskäse und Stiefmütterchenblüten – alles ist möglich und lädt zum Nachmachen ein. Die Kartoffelsalate werden frisch aufgemischt mit Linsen, Brunnenkresse und Matjes, im Nudelsalat begegnen sich statt Dosenerbsen und Möhren Garnelen und Pfifferlinge.

Frühsommerbote

Wenn ich Rhabarber ernten kann, weiß ich, dass der Sommer demnächst kommt. Noch ist die Staude klein und Rhabarberkompott ein Luxus. Doch für den Tag, an dem mein Rhabarber üppig trägt, hat Søren Staun Petersen mit Rhabarber. Raffinierte Rezepte für Süsses und Herzhaftes vorgesorgt. Selbst mein geliebtes Rhabarberkompott wird variiert: Mit Minze, Ingwer oder Vanille verfeinert wird es nicht langweilig im Geschmack. Dass Rhabarber auch als Getränk Furore macht, weiß seit einer Rhabarbersaftschorle jeder.

Spannender sind da schon die herzhaften Rezepte, die Petersen auch vorstellt. Vom Frühlingskartoffelsalat mit Rhabarber über Rhabarber-Wok-Gemüse bis hin zu Lachs mit Kohl und Rhabarber: Die rot-grüne Stange erweist sich als süß-saurer Alleskönner. Liebhaber freuen sich zudem über ein bisschen Gemüsegeschichte und den eingefügten Bericht eines Biorhabarberbauern aus Skandinavien. Ein Anlass mehr, auf diese Stange mit einem eisgekühlten Rhabarber-Gin anzustoßen!

Nichts wie weg!

Claudia Schilling isst gerne draußen, genau wie ihre Kinder. Deshalb sammelt sie in Hin und weg. Lunchbox-Rezepte für Picknick und unterwegs Lieblingsrezepte für Draußen, die durchaus Klassikerpotential haben. Nicht nur, dass man immer gute Rezepte für Ausflüge und Wanderungen brauchen kann, auch für den Schul- und Berufsalltag wollen die Lunchboxes gefüllt sein. Tatsächlich gelingt Claudia Schilling dies in umfangreichem Ausmaß.

Dabei macht sie vor nichts Halt, von Suppen bis zu Salaten und Knabbereien ist in diesem Riesenwälzer zum Thema Außerhausessen alles enthalten. Zusätzlich machen die hübschen Boxen und Verpackungen, oft zum Selbermachen, richtig Lust auf mobiles Essen. Toll auch die Grundüberzeugung, dass Picknick immer lecker ist, auch wenn es schon kühler wird und der Herbst oder Winter naht. Dann werden eben Suppen abgefüllt. Alles, von Curry über Ratatouille bis hin zu Quiches, Galettes und Spaghettimuffins, findet seinen Platz und wird mit Genuss aufgegessen. Langeweile beim Picknick war gestern! 

Überall ist Urlaub

Als hätten Katrina Friese und Andreas Eikenroth es vorausgeahnt: Dieses Jahr ist Urlaub immer dort, wo wir es uns schön machen. Für alle, die in Hessen wohnen, ist Warte, ich komme mit… Sinnliches Rundwandern durch Mittelhessens Natur einfach perfekt. Die Rundwanderungen durch Wald und Flur machen richtig Lust auf einen Landstrich, der es noch nicht in die Ruhmeshallen der deutschen Wanderlustigen geschafft hat. Zu Unrecht! Friese und Eikenroth lassen uns teilhaben am genussvollen Wandern ohne unüberwindbare Steigungen, leckere Rezepte geben dabei Hinweise darauf, was in den Rucksack gepackt werden sollte.

Gewandert wird im Gleiberger Land, an Mühlen vorbei im Salzbödetal, über blühende Kirschblütenwiesen, entlang des Burgenpanoramas von Staufenberg. Alpines Feeling kommt auf bei der Eschbacher Klippen-Tour, ansonsten geht es durch hübsche Dörfer, an quirligen Bächen entlang. Auf lästige Zeitangaben, die sowieso nie stimmen, verzichten die Autoren, dafür sind die Wegbeschreibungen sehr ausführlich gehalten und weisen ausdrücklich darauf hin, wenn Wanderzeichen fehlen oder schwer sichtbar sind. Bei so viel Liebe zum Detail steht dem Wandervergnügen nichts mehr im Wege!

Meeresbrise

Schließlich kommt auch der Urlaub am Meer nicht zu kurz. Unterwegs auf Fehmarn von Claudia Czellnik huldigt einer Ostseeinsel, die vom milden Klima profitiert und nun für die Bewohner und deren Gäste einen Einblick in den Inselalltag geben möchte. Dabei lässt Czellnik vornehmlich die Bewohner Fehmarns selbst zu Wort kommen. Alle Artikel stammen aus den Federn engagierter Insulaner. So verschieden die Menschen sind, so unterschiedlich gehalten sind auch die Beiträge. Man erfährt, was es mit den historischen Mühlen auf sich hat und wird selbst über den umstrittenen Fehmarn-Belt informiert.

Mit den bunten Werbebeiträgen zu Ferienwohnungen und Grafikdesign bekommt das fest gebundene Buch zwischendurch etwas Kataloghaftes. Nicht alle Artikel sind zudem für Nichteinheimische relevant. Was Fehmarns aktive Landjugend im Jahr auf die Beine stellt, ist zwar beachtlich, doch für Urlaubsgäste nur bedingt interessant. Insgesamt findet sich hier ein Buch für alle, die auf Fehmarn wohnen und solche, die es gerne kennenlernen möchten. Wer die Werbeanzeigen nimmt, wie sonst Flyer im Hotel, bekommt zusätzlich viele Informationen über Gewerbetreibende vor Ort. Langweilig wird so ein Urlaub sicher nicht.

Titelangaben:

Essen und Trinken: Sommerfrische Salate. Leicht und Knackig.

Köln: Fackelträger Verlag, 2017. 160 Seiten. 14,99 €.

Søren Staun Petersen: Rhabarber. Raffinierte Reuepte für Süsses und Herzhaftes.

Münster: LV- Buch, 2020. 120 Seiten. 18€.

Claudia Schilling: Hin und weg. Lunchbox-Rezepte für Picknick und unterwegs.

Aarau: AT-Verlag, 2018. 350 Seiten. 34€.

Katrina Friese, Andreas Eikenroth: Warte, ich komme mit… Sinnliches Rundwandern durch Mittelhessens Natur.

Clenze: Edition Limosa, 2017. 144 Seiten. 17,90 €.

Claudia Czellnik: Unterwegs auf Fehmarn.

Clenze: Edition Limosa, 2017. 224 Seiten. 19,90 €.