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Es grünt so grün

Am Ende bleib ich beim Grün hängen. Im Garten, wenn im Frühling alles nach draußen drückt und ich grad noch so Bohnenpyramide und Ollas verbuddelt kriege, ist Grün die dominierende Farbe. Vielleicht noch mit Gelb. Und wie es der Zufall will, möchte ich für meine Schwester eine Babydecke stricken. Schon wird auch sie grün, mit einer kleinen Schafherde, damit ein bald ankommendes Schäfchen nicht friert. Wie immer, ohne Plan und Konzept drauflos gestrickt. Das wurde die größte Babydecke der Welt.

Egal, vom Rest kann ich noch eine Decke für den Laden stricken. Und wenn mir die Spinnerei zu langweilig wird, verwurschtle ich die Wolle zu zarten Elfen. In Gelb. Und Grün. Was sonst.

Mittlerweile tauche ich in den Sommer ein. Neue Projekte hüpfen auf die Nadeln. Was mich begleitet: Gelb und grün. Gibt’s doch nicht.

Neu Gelesen

Carolin Jahn: Vom Garten auf den Teller.

Hugh Fearnley-Whittingstall: Viel mehr vegetarisch.

Tracy, Dana, Lori & Corky Pollan: Hauptsache pflanzlich. 101 leckere Rezepte der Pollan – Familie für Flexitarier

Carlo Bernasconi, Juliette Chrétien: Helvetia Vegetaria. Vegetarische Rezepte aus der Schweiz.

 

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Es grünt so grün

Grün ist gut. Im Leben, auf dem Teller, in der Wohnung. Längst sind Bücher, die sich mit Garten und vegetarischer Ernährung befassen, nicht mehr an einzelne Zielgruppen gerichtet. Das sieht man wunderbar an Carolin Jahns „Vom Garten auf den Teller“ oder an den Rezepten des Gemüselandwirts Hugh Fearnley-Whittingstall in „Viel mehr vegetarisch“. Aber auch die Flexitarier Tracy, Dana, Lori und Corky Pollan zeigen in Hauptsache pflanzlich. 101 leckere Rezepte der Pollan – Familie für Flexitarier, dass es Zeit ist, Schubladen zu öffnen und nie wieder zu schließen. Schließlich demonstrieren Carlo Bernasconi und Juliette Chrétien mit Helvetia Vegetaria. Vegetarische Rezepte aus der Schweiz, dass seit alters her ein Großteil unserer Ernährung vegetarisch war.

Praktikabel in allen Alltagen

Das Schöne an Carolin Jahns „Vom Garten auf den Teller“ ist, dass es ein alltagstaugliches Buch ist. In einer Familie müssen Dinge und Abläufe nicht nur schön sein oder gesund, vor allem müssen sie auch funktionieren. Deshalb finden sich im Buch auch so viele Rezepte, die Anklänge an die eigene Kindheit bringen. Jahn meidet Exoten und setzt auf das, was alle mögen: Erdbeeren, Tomaten, Salat und co.

Sehr praktisch fand ich auch die Aufteilung nach Jahreszeiten. Denn im eigenen Garten wachsen Erdbeeren nunmal nicht im Winter. Deshalb gibt es auch keine Rezepte für Mangos oder Melonen oder Avocados, egal wie trendig sie sind. Wer mag, findet außer den liebevoll inszenierten Rezepten auch noch viele nützliche Tipps rund um Küche und Garten. Samenbomben, Ollas, Kräutertee. Für den Garten kann man so viel machen und von ihm lässt sich für alle so sehr profitieren. Ein wunderbares Buch auch für Familien mit kleinen Kindern und dem ersten eigenen Familiengarten.

Damit die Tische sich biegen

Hugh Fearnley-Whittingstalls „Viel mehr vegetarisch“ ist eine Orgie an grün-bunten Leckereien. Sein in der Einführung erklärtes Ziel ist die Schaffung barock-orientalischer Genusserlebnisse mit rein vegetarischen Gerichten, die zudem ohne große Zugabe von Mehlprodukten funktionieren. Allein diese Prämisse ist spannend. Man denkt, was bleibt als Beilage – Kartoffeln? Und dann kredenzt Whittingstall ein originelles Rezept nach dem anderen.

Vor allem darf man bei den zweihundert leckeren Rezepten keine Berührungsängste haben. Ein „Rhabarber-Apfel-Grünkohl-Tartar“? Hätte ich nie kombiniert. Schmeckt berauschend. „Karotten-Hummus“ – ein No-Go? Keineswegs. Vor allem mediterrane, orientalische und fernöstliche Gewürze und Aromen verfeinern die vielen Rezepte. Es gibt Eintöpfe, viel Gebratenes, Aufläufe, Rohkost und Frühstücksrezepte. Alles ohne Mehl. Dafür viel mehr Gemüse, Hirse, Buchweizen, ein paar Kartoffeln und Vollkornreis oder Quinoa. Ohne Zweifel mein Lieblingskochbuch für die nächste Gartensaison und selbst für versierte vegetarische Köche ein großartiges Geschenk.

Einmal für alle

In der Pollan-Familie gibt es alle Geschmacksrichtungen: Omnivor, vegetarisch, vegan, flexitarisch. Wenn sich also hier die Großfamilie über drei Generationen trifft, müssen die Tische variantenreich gedeckt sein. Sammelt man die Lieblingsgerichte, entsteht ein multikulturelles Potpourri an Rezepten, die sich vor allem durch ihren prinzipiellen Reichtum an Gemüse auszeichnen. Bei den Pollans wird so gekocht, dass Fleisch mittlerweile nur noch als Beilage auf den Tisch kommt.

Flexibel und schnell

Dabei zeichnet die amerikanische Familie auch der Hang zur Praktikabilität aus. Gut soll es schmecken, viel Gemüse soll es sein und schnell soll es fertig gestellt sein. Die Puristen rümpfen da vielleicht die Nase, wenn Tortillas nicht selbst gemacht werden und auch die Salsa gekauft ist – familien – und alltagstauglich sind die Rezepte allemal. Vielleicht muss man hie und da etwas umdenken – es werden viele US-Marken genannt, aber die Rezepte sind auf jeden Fall wert, ausprobiert zu werden!

Nichts Neumodisches

Carlo Bernasconi und Juliette Chrétien konzentrieren sich in Helvetia Vegetaria. Vegetarische Rezepte aus der Schweiz auf althergebrachte Rezepturen. Viele davon sind nicht nur in der Schweiz, sondern im gesamten süddeutschen und alpenländlichen Raum bekannt, wenn auch unter anderen Namen. So erhält man nicht nur eine historische Führung durch alte Kulinaria, sondern man darf anhand dieses äußerst geschmackvollen und liebenswert gestalteten Kochbuches in die Geschichte der Vorfahren eintauchen.

Die Kapitel sind unterteilt in die Regionen der Schweiz und hier zeigt sich auch schnell die angestammte multikulturelle Prägung durch italienische und französische Einflüsse. Mir gefällt auch die Konzentration auf herzhafte Mehlspeisen, wie sie in Süddeutschland heißen. Sie sind alle absolut nachkochbar und schon beim Lesen läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Kräutersuppen, Zwiebelwähen, viel mit Appenzellerkäse, natürlich Rösti, Kartoffel-Gulasch oder Capuns, die wir zuhause „Krautwickel“ nennen. Bernasconi kocht mit dem, was traditionell angebaut wird. Aus der gefühlt kargen Armeleuteküche werden so leckere Mahlzeiten, die an warmen wie kalten Tagen satt und glücklich machen.

Titelangaben:

Carolin Jahn: Vom Garten auf den Teller.

Ostfildern: Jan Thorbecke Verlag, 2022. 200 Seiten. 29 €.

Hugh Fearnley – Whittingstall: Viel mehr vegetarisch.

Aus dem Englischen von Susanne Bonn.

Aarau: AT-Verlag, 2018. 416 Seiten. 28 €.

Tracy, Dana, Lori & Corky Pollan: Hauptsache pflanzlich. 101 leckere Rezepte der Pollan – Familie für Flexitarier

Aus dem Englischen von Anne-Katrin Grube.

Kandern: Unimedica Verlag, 2019. 296 Seiten. 26,80€.

Carlo Bernasconi, Juliette Chrétien: Helvetia Vegetaria. Vegetarische Rezepte aus der Schweiz.

Aarau: AT-Verlag, 2017.264 Seiten. 45 €.

Bye April

Gut, dass ich den durchwachsenen April loswerde. Zwischendurch aber passte er wunderbar in meine weiße Phase. Nach dem bunten Jahreswechsel wünschte ich mir Ruhe. Dank des Schnees hatte ich nicht nur die, sondern auch ewig viel quietschende Kinder.

Meine Jungs rodelten. Wir haben uns einfach ins Auto gesetzt, zwei Tafeln Schokolade und zwei Thermoskannen Tee eingepackt, zwei Bobs von Oma dazugeworfen und sind los. Mann, war das kalt. Nach zehn Minuten half nur noch: Mitrodeln!

Und so sieht mein Garten aus, wenn das Aprilwetter Schnee schickt! Gut, dass wir noch nicht gepflanzt hatten, mich juckte es schon so sehr in den Fingern!

Wie gesagt, der weißen Phase tat es gut. Ich habe endlich mein Tuch fertig gestrickt. Das Muster stammt aus einem Rezensionsexemplar – Coffeehouse Knits!

Es ist ganz schön groß geworden. Und sehr weiß im bunten Laden.

Perfekt passend dazu mein handgesponnenes Baumwollgarn, das mich viel mehr gefuchst hat, als ich je geglaubt hätte. Zur Entspannung verspinne ich jetzt erst mal Merino…..

Es war gar nicht so leicht, ein feines Garn zu bekommen. Jetzt ist es halt robust. Sonst mach ich alles immer ganz dünn. Verrückt.

Und mal nicht für den Laden: ich brauche dringend einen neuen Wäschekorb im Bad. Zwar steht der alte Papierwäschekorb nach drei Jahren noch (hätte ich auch nicht gedacht), aber er verliert so langsam seine Form. Und eigentlich ist er mir zu groß…..

Endlich wieder werkeln

Zeena Shah: Stempel Stoffdesign. Über 20 Anleitungen  für handbedruckte Accessoires.

Annette Danielsen: Gestrickt wie getöpfert.

Krista Aasen: Das Deko-ABC. 35 außergewöhnliche Buchstabenelemente gestalten.

Elisabeth Morgenstern: Einfach kreativ. Werkeln und Dekorieren auf dem Land.

 Tatsächlich erscheint es ewig, Examen hin oder her, dass ich auch nur über neue Projekte nachgedacht habe. Wenn ich nun gleich vier DIY – Bücher in Händen halte, geht es mir wie nach einer langen Diät: welche Torte mag ich wohl am liebsten!? Egal, mit Zeena Shahs Stempel Stoffdesign, Annette Danielsens Gestrickt wie getöpfert, Krista Aasens Das Deko-ABC und Elisabeth Morgensterns Einfach kreativ. Werkeln und Dekorieren auf dem Land genieße ich gleich alle Geschmäcker auf einmal.

Erschaffen

Das schöne am Stoffdruck ist ja das Gefühl, total originäre Dinge erschaffen zu können. Schön auch für mich, weil viele Ballen alter Bettwäsche nur darauf warten, verschönert zu werden. Zeena Shahgeht in  Stempel Stoffdesign einen geraden Weg zum einfachen Entwurf mit kleinen Abstechern in die professionelle Praxis. Wer also über die Kartoffel hinaus und in den Siebdruck hineinwachsen will, ist bei ihr genau richtig.

Am besten finde ich, dass sie Drucktechniken mit konkreten Projekten verbindet. Nackenrollen, Geschirrtücher, Taschen, Kissen: alles kann man irgendwie brauchen oder verschenken. Meist auf weißgrundigem Stoff (ich sage nur: Bettwäsche), erhalten ihre Projekte einen dezenten, modern grafischen Anstrich. Wer mag, kann in nur wenigen Stunden starten, die Einführung in Färbemittel, Stoffe und Techniken gibt einen schnellen Überblick.

Fühlen

Annette Danielsenübertrifft sich in  Gestrickt wie getöpfert wieder einmal selbst. Darf man so etwas sagen? Strickdesign lebt von der Haptik, der Lust am Fühlen. Danielsen nimmt sich für jedes ihrer Bücher ein Thema vor. Diesmal ist es eine Korrespondenz zwischen Strickdesign und Keramik. Große Gegensätze begegnen sich – Keramik ist kühl und rau, Strickpullover sollen warm und weich sein. Doch wie immer gelingt Danielsen der Spagat mühelos.

Dabei kommen fünfzehn Designs heraus, bei denen Danielsen sich jeweils ein getöpfertes Werkstück ganz genau ansieht und anschließend in ein Strickdesign überträgt. Die entstehenden Jacken und Pullover sind in jeweils vier Größen strickbar, ähneln frappierend dem keramischen Werkstück und sind doch eine total eigene Interpretation der jeweiligen Oberflächen. Es resultiert eine Strickmode, die dezent, elegant und zeitlos ist. Perfekt also für die Ewigkeit.

Benennen

Krista Aasen befasst sich in Das Deko-ABC. 35 außergewöhnliche Buchstabenelemente gestalten mit dem Element, das uns seit unserer Grundschulbildung ständig begleitet: Buchstaben. Das Prinzip, das sie anwendet, ist stets das Gleiche. Was die Nachahmung einfach und langweilig gleichzeitig macht. Weil ich auf Nutzbarkeit fixiert bin, stoße ich hier an meine Grenzen. Aber: wer immer ein hübsches Geschenk sucht und einen Namen oder ein bedeutungsvolles Wort kreativ gestalten möchte, bei Aasen wird gezeigt, welche Möglichkeiten es dafür gibt.

Dabei nimmt sie sich verschiedene Einrichtungsstile von elegant bis maritim vor und gestaltet entsprechend ihre Buchstaben. Zubehör findet sich im Alltag, im Bastelgeschäft, im Onlineversand und in den Erinnerungen der Werkenden. Von Fotos bis hin zu Treibholz wird alles verwendet, was auf die Buchstabenrohlinge aufgebracht werden kann. Aasen ist Perfektionistin, das erkennt man auch an den Erklärungen, die sie den einzelnen Projekten voranstellt. Entsprechend professionell ist das Ergebnis.

Leben

Einfach kreativ. Werkeln und Dekorieren auf dem Land ist eine Hommage an das Leben. Angelehnt an die vier Jahreszeiten und die darin gelebten Bräuche bieten die Autorinnen einen Parforceritt durch alle ländlich inspirierten Zeitschriften der letzten Jahre. Vieles wird man wiederentdecken. Aber vielleicht ist für Nicht -Abonnenten gerade die Bündelung ländlich kreativer Werke verlockend. Wer mag, kann sich mit unterschiedlichsten Werktechniken auseinandersetzen.

Von Floristik bis zur Näherei: alles ist enthalten, wenn es darum geht, das eigene Zuhause mit möglichst simplen Mitteln schön und gemütlich zu gestalten. Dabei steht Verspieltheit und Romantik im Vordergrund, Verfechter der dezenten Moderne dürfen ihre Anregungen aus anderen Quellen schöpfen. Grundprämisse ist, dass die Werkstücke tatsächlich leicht nachzuarbeiten sind. Dies ist durchweg gewährleistet und so muss eigentlich nur noch gewerkelt werden.

Titelangaben:

Zeena Shah: Stempel Stoffdesign. Über 20 Anleitungen  für handbedruckte Accessoires.

Münster: LV Buch, 2018. 128 Seiten. 7.70 €.

Annette Danielsen: Gestrickt wie getöpfert.

Münster: LV Buch, 2021. 104 Seiten. 26 €.

Krista Aasen: Das Deko-ABC. 35 außergewöhnliche Buchstabenelemente gestalten.

Münster: LV Buch, 2019. 162 Seiten. 15,99 €.

Elisabeth Morgenstern: Einfach kreativ. Werkeln und Dekorieren auf dem Land.

Münster: LV Buch, 2020. 120 Seiten. 22 €.

Neu Gelesen

Jenniffer Taylor: Ran an die Nähmaschine! Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung.

Kerry Bogert: Coffeehouse Knits. 20 Strickideen inspiriert von Latte Macchiato und Espresso.

Kerstin Neumüller: Verflickt und zugenäht. Kleidungsstücke ausbessern und verschönern.

Stoff und Nadel

Lockdown, Miesepeterwetter und Aufräumwahn schreien geradezu nach kreativem Ausgleich. Der gelingt bestimmt, wenn man sich mit Jenniffer Taylor an die Nähmaschine wagt. In Ran an die Nähmaschine! Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung nimmt sie neugierigen Frischlingen die Angst vor der Perfektion – mit wundervollen Ergebnissen. Auch Kerry Bogerts Coffeehouse Knits. 20 Strickideen inspiriert von Latte Macchiato und Espresso tuten in das gleiche Horn. Nichts ist so schön und entspannend wie verregnete Februartage im Lockdown mit Buch, Kaffee und Nadeln.

Das Beste an Taylors sympathischer Schnittsammlung ist, dass alles erlaubt ist. Schnitte werden bei Bedarf selbst erstellt und wer sich vor der Komplexität des Nähens ängstigt, fängt einfach klein an. Teetassenklein. Klar kann man sich auch an die Haute Couture wagen, doch auch im Rechteck aneinander gesteppte alte Halstücher sind toll und ein hervorragend kühler Blickfang im Sommer. Wer Neuling ist, freut sich über die guten Tipps und bebilderte Anleitungen.

Super für Einsteiger

Alle, die schon länger nähen, werden eher müde gähnen beim Anblick der Schnittmuster. Hemdupcycling, Decken umnähen, eckige Taschen und einfache Kleider gehen schnell. Es fehlt oft die Raffinesse in der Schnittführung, über die man sich entweder besonders freut oder ärgert, je nach persönlichem Können. Dagegen sind die Tricks und Kniffe gerade Anfängern oft unbekannt, und in Taylors freundlich unkomplizierter Art löst sich jede Panik vor der Nähmaschine in Luft auf.

Alle Schwierigkeitsniveaus

Ganz anders Kerry Bogert. Die passionierte Strickerin und Redakteurin hat in ihren Coffeehouse Knits verschiedene Designerinnen und Schwierigkeitslevels versammelt. So ist sicher für jede Liebhaberin von Kaffee und Maschen etwas dabei. Erstaunlich, wie genau oft Farbe und Textur zur vorgestellten Kaffeesorte passen. Toll auch, dass die Modelle mit ihrer Extraweite angegeben werden. Jahrelang haben sich Nadelfans gefragt, wieso ein Pullover in M an einem Modell schlabbert und an einem selbst klebt.

Sehr detailverliebt und genau sind die Strickmuster, die Herangehensweise an die Anleitungen ist durchweg praktisch. Bei Pullovern braucht man keine Größen, der Brustumfang ist meist entscheidend. Toll, dass Bogert dies erkannt hat und konsequent umsetzt. Für alle, die im Moment lieber kleine Projekte auf den Nadeln haben, sei auf die vielen Stulpen, Mützen, Tücher und Schals verwiesen, die die Designerinnen im Buch vorstellen. Dieses Buch hat Lieblingspotential!

Geliebte Textilien behalten

Ideal zum Thema Nachhaltigkeit passt Kerstin Neumüllers Verflickt und zugenäht. Kleidungsstücke ausbessern und verschönern. Neumüller zeigt in diesem kurzen Kompendium auf wieviel verschiedene Arten geliebte, aber zerschlissene Textilien gerettet werden können. Wer schon einmal eine gutsitzende Lieblingsjeans verabschieden musste, weiß, dass sich Reparaturen oft lohnen. Besonders aufregend: es wird nicht einfach nur geflickt, sondern das Kleidungsstück umgestaltet.

Dazu stellt Neumüller traditionelle europäische Flicktechniken genauso vor wie etwa alte japanische Flicktechniken. Sashiko ist eine Mischung aus Handstickerei und Flicken und eignet sich dann, wenn ein auffälliger Riss nicht mehr versteckt werden könnte. Dann macht man einfach einen Hingucker daraus! Für alle, die es eilig haben, werden auch Techniken für die Nähmaschine vorgestellt. Als Zugabe gibt Neumüller außerdem einen genauen Überblick über Textilarten und deren schonende Pflege, damit auf jeden Fall das Lieblingsstück auch lange eines bleibt!

Titelangaben:

Jenniffer Taylor: Ran an die Nähmaschine! Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung.

Münster: LV Buch, 2017. 144 Seiten. 7,37 €.

Kerry Bogert: Coffeehouse Knits. 20 Strickideen inspiriert von Latte Macchiato und Espresso.

Münster: LV Buch, 2020. 144 Seiten. 25,99 €.

Kerstin Neumüller: Verflickt und zugenäht. Kleidungsstücke ausbessern und verschönern.

Bern: Haupt Verlag, 2019. 128 Seiten. 22 €.

Es weihnachtet!

Hals über Kopf sind wir ins erste Adventswochenende gestartet. Wie gut, dass wir schon erprobt im Dekorieren sind und mittlerweile sogar mein Jüngster die Adventskalender an der Treppe anbringen kann.

Meine Große hat sich an einem Nachmittag auf den Weg zu unserer Obstwiese gemacht und den alten Zwetschgenbaum vom Mistelzweig befreit, der nun über unserer Küchentür hängt. Schön, dass diese Tradition nun auch richtig selbstgemacht ist. Für den Laden habe ich wieder einen großen Weihnachtsbaum gemacht, vielleicht wandert der auch nach oben, wer weiß.

Und Adventskranzbinden fällt aus, denn mein wundervoller Papieradventskranz aus alten Gartenkatalogen begleitet mich seit drei Jahren. Dafür war meine Zweite beim Kerzenziehen mit dem Jüngsten.

Trotzdem ist es stressig und ich freue mich jedesmal, wenn „Entspannen“ heißt, dass ich es schaffe, neben dem Lernen noch zu stricken. Wenn Zeit bleibt, arbeite ich für den Laden. Diesmal wurden es ein Notizhalter aus einem Buch und eine Puppe für eine Kundin.

Mein Jüngster hat schon seinen Wunschzettel aufgehängt. Meiner wär ganz kurz: Ruhe und Zeit mit meinen Lieben.

Wie geht es Euch in der Adventszeit?

Verlinkt mit: Creadienstag.

Auf Vorrat werkeln

Der Wahnsinn beginnt bald wieder, oder hat er mich längst eingeholt? Nächsten Montag starte ich nach vier Wochen Praktikum zurück in die Schule und werde dort wahrscheinlich vom Lernstoff erschlagen. Mein Stundenplan zeigt mir massenweise neue, spannende Fächer, in denen Klausuren geschrieben oder mündliche Prüfungen gehalten werden. Ich denke mir fast zwanghaft, dass ich in der einen Woche Pause alles mögliche erledigen muss.

Manchmal mache ich es mir dabei einfach. Schon lange möchte ich die Küchenrolle bei mir im Haus ersetzen, ich weiß noch nicht, ob mir das gelingt. Aber ich nähere mich. Die letzten Tage habe ich frech mit der Zackenschere alte Handtücher zerschnitten und hoffe darauf, dass Frechheit siegt. Die Zeit rennt mir davon, das Weihnachtsgeschäft wartet und meine Kunden haben fleißig Aufträge platziert. Eigentlich habe ich keine Zeit, für meinen eigenen Haushalt Dinge herzustellen. Aber vielleicht franst das alte Handtuch ja dank der Zackenschere nicht aus, was meint Ihr? Dann schneide ich noch Taschentücher und Geschirrtücher aus alter Bettwäsche zurecht, das wäre mir das allerliebste…..

Außerdem habe ich beschlossen, meine Kräuterbadewanne langsam abzuernten. Ich habe mir etwas Garn geschnappt und gleich fertige Bündel für Sirup und zum Würzen gebunden, die jetzt in der Küche trocknen. Zum Teil jedenfalls, denn es sind ganz schön viele. Wenn ich koche, reicht mir ein Kräuterbündel zum Würzen. Es funktioniert wunderbar, denn gestern gab es mit dem geernteten Gemüse und den Kartoffeln schon eine bunte Gemüsesuppe.

Damit mir nicht langweilig wird, habe ich mit meinem Mann zusammen noch einen kleinen Konzertabend gestaltet. Es war wunderschön, und jetzt bin ich froh, dass die Proberei erst mal pausiert. Euch eine gute Woche!

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Dies und das und viel Papier

Ich kann es nicht lassen, will auch gar nicht. Es gibt massenweise Papier in diesem Haus. Mittlerweile wandert es durch ganz Metzingen bis zu mir und wird verwurstet. Diesmal ein Auftragswerk und ein Eigennutz. Mögt Ihr raten, was was wird?

Mal sehen, was Ihr seht. Auf jeden Fall hab ich demnächst blaue Finger und einige Zeitungen weniger. Der Wein war auch gut. Alles in allem, ein schöner Abend.

Ab damit zum Creadienstag, zu HoT, Gusta und Dienstagsdinge!

 

Road Trip IV

Meerkontakt auf 12 Uhr! Ehrlich, das waren Jakobs Worte, als wir auf unserer nächsten Etappe Biarritz erkundeten. Wir hatten den Bus auf dem P+R Parkplatz gelassen, unser T5 schien nicht geeignet für die elegante französische Atlantikküste. Schon das hübsche Rathaus mit ausladendem Blumenarrangement raubte uns den Atem, ganz zu schweigen vom Casino und den hübschen Strandkabinen am Ozean. Meine Kinder erinnerten sie etwas an die Legionärszelte von Asterix und Obelix. Was soll’s. War ja auch in Frankreich. 🙂

Zurückhaltung am Meer? Schwierig. Wenigstens mit den Füßen wollten wir ins Salzwasser. Gut, dass niemand hören kann, was meine Kinder mich alles gescholten haben, weil der Rucksack mit den Badesachen im Auto geblieben war. Ab Biarritz beschlossen wir außerdem, dass Supermarktessen toll ist und wir  uns gern selbst versorgen. Eine gute Entscheidung.

Das letzte Foto zeigt ein Hochzeitsgeschenk, schließlich waren wir auf dem Weg zur Hochzeit meines Bruders. Wenn Geldgeschenke angesagt sind, finde ich das Design immer etwas schwierig. Weil ich gerne falte, gabs ein Buch mit Blüten. Und zwar keine falschen!

Verlinkt mit Creadienstag, HoT, Dienstagsdinge, Gusta und AlttrifftNeu!

This time we went from Libourne to Biarritz, if you want to follow us on a map. We loved Biarritz, it’s so old fashioned, classy and nostalgic. The boys loved the ocean most, I guess, no wonder. I decided to love French supermarkets. What a choice of great food!

On the Road, Again II

Woran man wohl in Montluçon gemerkt hat, dass wir Touristen sind? Hm. Bei 42 °C auf eine Burg klettern? War es das?

In Montluçon haben wir wichtige Dinge über das brühend heiße Zentralfrankreich gelernt. Ab diesem Tag haben wir dafür gesorgt, dass wir unsere Fahrtzeit auf die Mittagszeit verlegt haben. Zwischen 12 und 15 Uhr passiert hier nämlich gar nichts und meist kann man sich nicht mal Essen kaufen, außer man geht in eins der zahlreichen Bistros. Nur: soviel Zeit hatten wir nicht. Unsere Stadt zum Übernachten war in Montluçon noch satte 400 km weit weg und wir wollten trotzdem irgendetwas von der Stadt sehen. Also: auf die Burg, dann durch die Stadt quer durch und in einen kleinen Supermarkt, der nur für uns geöffnet hatte. Merci beaucoup!

Die gute Sache: Montluçon ist so hübsch und wir sind froh, in der alten Burgunderstadt gewesen zu sein.

Habe ich Euch eigentlich das Ende meines Tuchs erzählt? Ich habe nämlich tatsächlich mein Tuch für die Hochzeit fertig bekommen und noch zuhause gespannt. Es ist riesig geworden und ich weiß nun, dass 800 m Lauflänge ausgereicht hätten. Naja. Gefaltet lag es ganz klein im Koffer mit den Hochzeitsklamotten, die ich erst in León heraus holen wollte. Wie gesagt, viel Zeit hatten wir an diesem heißen Tag nicht. Tanken, einkaufen, Burg anschauen. Dann ging es weiter, zum nächsten Zwischenstop, von dem ich Euch nächste Woche Fotos zeige.

Ab damit zum Creadienstag, zu HoT und zu Dienstagsdinge!

We went to Montluçon, central France, next. What a terribly hot day it was. And I had to learn that most of everything in central France is closed over the hottest hours in summer. Well, we behaved like true tourists and climbed the castle at 42°C. Hot, I said. We were lucky to find a nice supermarket owner who let us in as she was about to shut down. What a pretty French town that is! I wish we could have stayed longer, but we still had a long way to go.

By the way – did I tell you I managed to finish my shawl? It was a real countdown, but I did it and finally stretched it at home and just folded it and put it in my wedding suitcase for León. 800m of the yarn would have been enough, now I had a really large kind of shawl. Pretty though.