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Alice Thinschmidt/ Daniel Böswirth: Das Rucksackbuch für den Wald

 

 

Abenteuer in der grünen Hölle

 

Nachdem für dieses Jahr zwecks Hausumbau jeglicher Urlaub woanders gestrichen wird, bin ich soo dankbar für intelligente und durchführbare Ferienprojekte mit Kindern. Vielen Dank also auch an Alice Thinschmidt und Daniel Böswirth, die im Rucksackbuch für den Wald mich mit gerade solchen Schätzen schlicht überhäufen und mich an ein starkes Gefühl meiner Kindheit erinnern: Der Wald ist einfach schön.

 

 

Als Kind habe ich den Wald geliebt. Dort habe ich Parallelwelten aufgebaut, Kräuter gesammelt, Hütten gezimmert und mit meinen Freunden gespielt. Dann bin ich erwachsen geworden und habe alles vergessen. Nun darf ich neu erleben und lesen, was ich zum Teil wusste und was mein Wissen um Vieles ergänzt. Gegliedert nach den Jahreszeiten und versehen mit praktischen Icons werde ich durch den Erlebnisraum Wald gelotst und bin begeistert.

 

Ideen für alle Jahreszeiten

 

Wie immer finde ich es einfach praktisch, wenn ein Naturbuch mich durchs Jahr begleitet. Natürlich lese ich für eine Rezension ein Buch von vorne bis hinten, aber als Mama würde ich jetzt erst einmal unter »Sommer« nachschlagen. Und entdecken, dass man aus Rinden Boote mit Antrieb schnitzen kann, pyrotechnische Experimente mit Farnsporen anstellen und aus Waldbeeren tausend leckere Sachen kochen kann.

 

Auch Spielen kommt nicht zu kurz, es werden einfache Varianten von bekannten Spielen vorgestellt, die sich hervorragend im Wald umsetzen lassen, und zwar von Kindern ab fünf Jahren aufwärts. Nichts für meinen Jakob also, aber der darf dafür Beeren naschen und Blätter abschraffieren. Oder im Herbst die Bucheckern aufsammeln, deren Kern röst- und essbar ist. Mittels chemischer Experimente können die größeren Kinder herausfinden, weshalb grüne Blätter im Herbst bunt werden, während Jakob wiedermal leer ausgeht, dafür aber klassische Blätterfiguren kleben darf.

 

Alte Dinge wiederentdeckt

 

Toll finde ich auch die Idee, selbst Tinte, z.B. aus Holunderbeeren, herzustellen oder in einem selbstgewebten Naturrahmen gesammelte Schätze für einige Tage aufzubewahren. Wer im späten Herbst noch in den Wald geht, kann mit feuchter Erde und Rindenfundstücken den Bäumen Gesichter ankleben, die der Regen irgendwann wieder abschminken wird. Selbst für den Winter gehen den Autoren die Ideen nicht aus, wenn auch naturgemäß dieses Kapitel knapper gehalten ist.

 

Aber Futterzapfen für Vögel machen doch bestimmt alle Kinder gerne, genauso wie Masken aus alten Rindenstücken oder Kerzengießformen aus Silikonkautschuk. Selbst Schreibwerkzeug und Windlichter lassen sich aus der hübschen und formbaren Birkenrinde herstellen. So fühle ich mich also rund ums Jahr versorgt mit einem doch nur kleinen Büchlein, das in jeden Rucksack passt und somit gutes Potential hat, unser ständiger Begleiter zu werden.

 

Titelangaben:

Alice Thinschmidt/ Daniel Böswirth: Das Rucksackbuch für den Wald

Wien: Verlag Perlen-Reihe, 2014. 128 Seiten. 12,95 EUR.

 

 

 

 

 

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