Archiv für den Monat: September 2016

Aus meiner Werkstatt – In my Studio

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Ich habe endlich wieder für meinen Laden genäht. Wenn ich mich mal zum Nähen aufraffe und mein Nähzimmer aufräume, dann geht es eigentlich immer schnell, selbst wenn es eine fitzelige Arbeit ist. Diesmal hab ich die große HOBO – Tasche von Amy Butler genäht, eigentlich schon das zweite Mal. Gut, denn nun kenne ich ja alle Fehler im Schnitt und die gibt es wirklich. Zum Beispiel ist das Schnittteil für den Träger nicht lang genug, was mir einigermaßen Ärger gemacht hat bei der ersten Tasche. Diesmal habe ich alle Taschenteile zugeschnitten, abgemessen und den Träger dann nach Maß zugeschnitten. Besser. Mein Upcycling – Tip: Statt Taschenvlies habe ich ein altes Handtuch zerschnitten. Tut es auch und Schont die Müllberge. Memo an mich: die nächste Variante braucht eine Innentasche. Die Fächer, die im Schnitt vorgesehen waren, habe ich nicht genäht, weil ich nach der ersten Tasche gesehen habe, dass ich sie gar nicht benutze.

Wel,, I finally managed to sew something for the shop. It’s easy peasy, as soon as I get myself motivated and as soon as I tidy up my studio. This time I made the HOBO bag by Amy Butler, a second time and I managed to extinct all the flaws from the first try. Like the handles, which are way too short for the bag. I first cut out all pattern pieces and then measured the handle. Better. For the Upcyclers: why not use an old towel as lining? Cheap and save for the environment. I forgot to make an inside bag for phone and money. Next time.

Here are the fabric parts as cut out:

Hier also der Zuschnitt:

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So sehen die Taschenteile aus, wenn sie aneinander genäht sind. 

That’s what the parts look like when sewn together.

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Das ganze habe ich zweimal genäht.

Make that twice.

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Das Innenfutter habe ich gleich an den Tascheneingriff genäht. Letztes Mal hatte ich damit auch Galama.

I stitched the lining to the opening right now to have less of a mess.

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Ober- und Futterstoff der Taschengriffe habe ich zuerst an die Taschenseiten genäht und zum Schluss links auf links aneinander gesteppt, damit ich nichts wenden muss. Im Originalschnitt wird verstürzt, doch die Öffnung in der Tasche kann gar nicht so groß sein, dass die Griffe auch noch mit rein passen.

First, I stitched the handle to both lining and cover fabric and finally stitched it left sides together, no turning because the bag is just too big for that.

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Zur Not habe ich alles mit Zickzackstich eingefasst, damit es bleibt, wo es ist.

A little zigzag keeps it in place.

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So sieht sie fertig aus. War aufwändig, aber sieht doch total nach Hippiesommer aus, oder?

That’s it. Isn’t it just a pleasure to look at all that flowers?

Ich verlinke mit Creadienstag, Meertje, Pamelopee, HoT, Gusta, Dienstagsdinge und TaschenundTäschchen!

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Neu Gelesen

Hope de Saudol-Roy, Aude Lamblin: Aufgeräumt & zugenäht. Kreative Näh-Projekte, um den Familienalltag zu organisieren.

Ordnung aufgehübscht

Hope de Saudol-Roy und Aude Lamblin haben mit Aufgeräumt & zugenäht ein Thema aufgegriffen, das den Alltag so ziemlich jeder Mama gut umreisst: die Zeit ist knapp, die Kinder sind quengelig und zuhause herrscht das Chaos. Wie sehr wünscht man sich da, mit kreativen Nähprojekten in hübschen Stoffen Ordnung in die eigenen vier Wände zu bringen. Genau das ist der Anspruch ihres Buches.

Einmal vorausgeschickt: die Projekte im Buch sind im höchsten Maße unspektakulär. Gerade als Mama, die viel näht, habe ich neunzig Prozent aller Ideen selbst schon ausprobiert. Haarspangenutensilo, Bettvorhang, Kreidetafel, tausend Utensilos für Klamotten und Bad, Schmuckbilder, Reisetaschen, alles ist bekannt. Da die Schnitte durchgehend simpel sind, reicht oft der Blick aufs Foto, um die Machart zu verstehen.

Nichts Neues

Auch die Autoutensilos habe ich bereits selbst genäht und allein die Tatsache, dass Lamblin und Saudol-Roy besonders hübsche Stoffe verwenden, macht die Schnitte ja nicht anspruchsvoller. Tendenziell muss ich sagen, dass man, möchte man Ordnung ins Kinderzimmer bringen, mit einem Pinterestaccount fast besser fährt. Das Prinzip ist einfach: Konzentration auf drei Grundfarben, alles harmoniert in Schnitt und Stil und dann sieht es aufgeräumt auf.

Leider weiß ich aus mittlerweile 12 -jähriger Mamaerfahrung, dass auch Utensilos sinnvoll genutzt werden wollen und jedes Haarspangenutensilo umsonst ist, wenn das Zeug trotzdem über die Böden fliegt. Aufräumen muss man immer noch selbst. Außerdem mogeln die Autorinnen ein bisschen, denn hübsch bemalte Schülerpulte, Kreidetafeln und Kasperlestheatervorhänge haben erstmal mit Ordnung nichts zu tun.

Wenig Ideen

Auch die Tatsache, dass der Grundgedanke eines Utensilos einfach nur mannigfaltig abgewandelt wird, macht den Frust nicht kleiner. Spiele für den Strand und Wimpelketten sind hübsch, man hat aber den Eindruck, ein Füllsel vor sich zu haben. Man näht doch längst aus Filz Körbe, oder fertigt Taschen zum Aufräumen von Kleinteilen. Für große Kinder braucht es Systeme. Die Schulsachen wollen organisiert sein, ebenso wie Musikschulsachen, Sportbeutel etc. Es gäbe schon Bedarf an genähten Ordnungssystemen, Hängeregale in Kleiderschränken oder Schuhschränken, Gartenordnungssysteme oder Ordnungstaschen für Strickerinnen. Online findet man das längst. Das einzige, was mir an diesem Buch gefallen hat, ist die Kuchentasche zum Transport von Blechkuchen oder Obstkuchen. So etwas habe ich noch nicht gesehen und das ist ein Trostpflaster in einem sonst faden Buch.

Titelangaben:

Hope de Saudol-Roy, Aude Lamblin: Aufgeräumt & zugenäht. Kreative Näh-Projekte, um den Familienalltag zu organisieren.

Aus dem Französischen von Petra Bös.

Münster: LV-Buch, 2015. 96 Seiten. 17,95 EUR.

MMI – Sempre Italia

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Wenn man sich nicht entscheiden kann, ob man lieber in die Berge oder ans Meer fahren möchte, ist der Gardasee eine echte Alternative. Riesengroß und maritim und im Hintergrund die Berge, wie wundervoll!

Wir waren nur eine Woche (ich kann doch meine Pflanzen nicht länger alleine lassen, wo kämen wir da hin) und haben es sehr genossen. Sogar Muscheln gab es zu finden!

Unsere Unterkunft war ein Feriendorf bei Peschiera, nett und klein mit Pool, in dem unsere vier Kinder hauptsächlich ihre Zeit verbracht haben.

If you can’t decide between sea or mountains, a lake is a good alternative. Like lake Garda in Italy, it’s big and full of Italian flair and you can see the mountains from every spot, how wonderful!

We stayed for a week in Peschiera and  had a wonderful time with our four kids at the pool and in the city. 

 

 

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Blick von Sirmione auf den Gardasee – toll, nicht wahr?

This is a lake view from Sirmione, you see, what I mean, don’t you?

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Tourismus musste natürlich sein, die schönen Flecken will ich ja nicht alleine sehen. Die Skaligerburg in Sirmione fanden wir ziemlich beeindruckend.

I loved the castle in Sirmione most of all. The Skaliger buildings are impressive.

 

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Peschiera ist aber auch sehr hübsch. Fanden alle.

Ich hoffe, Ihr hattet auch einen schönen Sommer! Willkommen zurück!

Ich verlinke mit Frollein Pfau!

But Peschiera is lovely, too. I hope you had a great summer, welcome back!

 

 

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Urlaubsmaschen – Knit and Relax

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Nach einer Woche Italienurlaub gibt es nur begrenzt Dinge zu zeigen, kreativ war ich trotzdem. Nach der furchtbaren Stauerfahrung letztes Jahr (11 Stunden, selber schuld), wollten wir extra früh  losfahren (um vier Uhr). Haben wir auch gemacht und weniger gestaut (9 Stunden). Toll. Gut, dass ich diesmal mich auf Sockengarn verlegt habe, da hatte ich es bequemer im Auto als mit Riesenlacetüchern. Demnächst gibt es Fotos, wenn alles fertig ist und die Fäden vernäht sind, aber eins sag ich Euch: ohne Stricken geht gar nicht.

Ich verlinke mit: Creadienstag, HoT, Meertje, Dienstagsdinge, Meitlisache und Pamelopee!

After one week holiday getaway in Italy, there is not too much to show. But there was some amount of creativity nevertheless. After nine hours of driving I was so glad I opted for sock yarn this year. There will be more pictures as soon as I have finished all projects. No day without some knitting. 

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Neu Gelesen

Constanze Guhr, Anna Zimmermann: Das kunterbunte Naturbastelbuch.

Perfekt für Kinder

Einmal durch Jahr und Garten gebastelt – klingt das nicht wunderbar? Constanze Guhr und Anna Zimmermann machen genau das in Das kunterbunte Naturbastelbuch. Sie basteln sich einmal durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter mit Grundschulkindern, die Lust haben, einen etwas genaueren Blick auf ihre Umwelt zu werfen und in Schoten, Blättern, Zapfen plötzlich neue Farben und Formen zu entdecken.

Die Bastelvorschläge sind durchgehend einfach gehalten, so dass selbst Kindergartenkinder sich ans Basteln machen können. Das ist super, denn so dürfen Geschwisterkinder zusammen werkeln. Verarbeitet wird alles, was Natur und Bastelkiste hergeben, gottlob sind Guhr und Zimmermann sehr undogmatisch und achten lieber auf den Blick der Kinder. Dekorstifte, bunte Papiere und Korken harmonieren mit Astgabeln, Blättern, Ahornnasen.

Spielduktus der Kinder aufgegriffen

Am meisten gefällt mir, dass man beim Durchblättern von Das kunterbunte Naturbastelbuch den Eindruck hat, die Autorinnen hätten direkt bei den Kindern abgekupfert. All die Astgabellibellen, Steinkäfer, Blattpuppen und Zapfenbäumchen kennt eigentlich jede Mama aus der eigenen Kindheit. Ich habe meist nichts bemalt und finde es super, wie braunes Holz durch Kinderhand etwas bunter wird.

Zwei Instinkte von Kindern – zumindest meinen – werden so perfekt aufgegriffen: Der Jäger- und Sammlerinstinkt (egal, ob Muscheln, Zapfen, Stöckchen, meine Kinder sammeln immer alles!) und der Instinkt, kreativ zu werden und in Dingen Wesen zu sehen. Mit jedem Stöckchen wurde gespielt, ein Stock wird zum Ritter, Zauberer, das Blatt zur Fee und Guhr und Zimmermann haben gut beobachtet und gehen auf diese Spielart ein.

Jahreszeitlich angemessen

Es wird mit dem gespielt, was die Saison bereit hält. Blüten und Blätter im Frühling, mitsamt dem obligatorisch bemalten Ei, Gräser, Hölzer und Blätter im Sommer, von der Ahornnasenlibelle zum Rindensegelboot, Samen und Stöcke im Herbst und im Winter Zapfen und Material aus der Bastelkiste. Sogar eine Kronkorkenrassel aus einer Astgabel wird gebastelt, das freut das Upcyclerherz.

Mir gefällt, dass manche Projekte an Ort und Stelle draußen durchgeführt werden können, ich sage nur »Rindenboote«, während gerade die Winterprojekte davon leben, Gesammeltes an einem trüben Nachmittag zu verarbeiten. Alle Ideen lassen sich wundervoll in einer Gruppe durchführen, so dass sie sich theoretisch auch für Schulklassen, Kindergartengruppen oder Kindergeburtstage eignen. So schlicht die Ideen also sind, so mannigfaltig sind die Verwendungsmöglichkeiten.

Titelangaben:

Constanze Guhr, Anna Zimmermann: Das kunterbunte Naturbastelbuch.

Bern: Haupt Verlag, 2016. 144 Seiten. 24,90 EUR.