Auf meinem Tisch


Es ist Holunderzeit! Endlich, endlich, endlich. Ständig bin ich auf der Suche nach Rezepten, aber diesmal erstmal der All-Time-Classic, der immer funktioniert: Holunderküchle!

Man nehme den Waffelteig des Vertrauens (für meinen Teil: schnell muss es gehen) und jede Menge Holunderblüten. Selbige werden ausgeschüttelt (nicht gewaschen, sonst ist der Traumpollen weg) und dann in den Teig getaucht. Diesmal hat Friederike frittiert, so konnte ich sogar Fotos machen. Wie immer gibt es keine ordentlichen Endproduktfotos, Holunderküchle unterliegen einem natürlichen Schwund.

Ab zu Gusta und zu Frollein Pfau!

It’s time for my elder again. While I am constantly looking for new recipes to try, this is an all time classic: elder waffles.

Just take the waffle dough you like most and dip the elder in .  Heat some oil for frying and let the elder fry until crispy. Friederike helped me and I was able to take some pics on the go because as always, elder waffles tend to vanish in no time. So yummy.

Aus meiner Werkstatt

Meine Freundin hatte Geburtstag. Und in einem Treffen erwähnt, dass sie sich etwas selbst gemachtes von mir wünscht. Klar, das kann auch nach hinten los gehen. Sie hatte mir einen Steinanhänger gezeigt, für den sie keine Kette besaß. Ich versprach, mir etwas zu überlegen.

It was my friend’s birthday and she had told me she wanted something handmade as a present. Well. This could have been quite a problem if she hadn’t already shown me a semiprecious stone without a necklace. I promised to think of something.

Satin? Leder? Perlen?

Letztendlich habe ich etwas gemacht, was bestimmt schon viele von Euch als Jugendliche gemacht haben: für meine Freundin ein Freundschaftsband geknüpft. Es dauerte ein bisschen, bis meine Finger sich an die Bewegungen erinnerten und ich habe ziemlich viel Sticktwist gebraucht, aber ja, es funktionierte. Ich habe mir vier harmonierende Farben ausgesucht und ziemlich lang geknüpft.

Satin? Leather? Beads?

Finally I came up with a technique I had used as a teenager. I made my friend a friendship bracelet. Only it was a necklace. It took a while until my fingers got used again to the technique and I needed a whole lot of Berlin wool but it worked. I knotted a long time.

Weil die Schnüre sich verheddert hätten, habe ich zwei Freundschaftsbänder geknüpft. Schließlich sollte die Kette locker um den Hals reichen und nicht nur ums Armgelenk. Dann galt es, sich zu überlegen, wie die Kette am Stein befestigt werden kann.  Erst mal habe ich die Kette an den Stein gesteckt.

I made two strings which I sewed to the stone.

Und dann vorsichtig so festgenäht, dass die Endknoten von vorn nicht sichtbar waren.

 

Über die Knoten habe ich zwei Perlen geschoben. Gut versteckt, oder?

Und in meiner Wühlkiste für Juwelierbedarf habe ich einen sehr hübschen Verschluss gefunden. Mit einem kleinen Steinchen, das wundervoll zum Stein meiner Freundin passt. Ich habe wieder die Anfangsknoten umgebogen und um die Verschlüsse festgenäht.

Jetzt muss sich nur noch jemand freuen, dann ist meine Mission geglückt.

Ab damit zu Creadienstag, Dienstagsdinge, Pamelopee, Meertje und HoT!

I pushed two beads over the seams and found a pretty fastening. I hope she will be as happy as I am.

Neu Gelesen

Norbert Griebl: Mein ungezähmter Garten. Die 100 besten heimischen Pflanzen zum Verwildern.

Born to be Wild

Man wird und wird nicht fertig mit Norbert Griebls Mein ungezähmter Garten. Dabei möchte man meinen, dass ein Buch, das zu achtzig Prozent aus botanischen Gattungsbeschreibungen besteht, schnell durchgelesen ist. Pustekuchen. Oder Pusteblume? Ich jedenfalls, die einen halbwilden Waldgarten unterm Balkon hat, fühle mich bestätigt. Es braucht nicht viel Gartengestaltung, um einen tollen Garten zu haben. Die Natur richtet sich das Meiste selbst.

Wer sich Mein ungezähmter Garten zu Gemüte führt, hat wohl den ersten Schritt schon getan: den Schritt zur gewollten Unordnung. In meinem speziellen Fall ist die Unordnung sowohl gewollt als auch ungewollt, denn in drei Jahren in diesem Haus habe ich gelernt, dass ein wilder Schattengarten einfach auch nicht bewirtschaftet sein will. Und dass ich eine Obstwiese nur begrenzt pflegen kann. Mein Weg zur Wildnis ist also ein Kompromiss.

Wilder Gärtner

Norbert Griebl hat seinen ungezähmten Garten absichtlich so angelegt und ist mir so wieder einen Schritt voraus. Man sollte sich lösen von hergebrachten Ansichten zu Unkräutern, Heckenschnitten und ausgewilderten Disteln. Und sich gemütlich hinsetzen und in einem Buch blättern, das so vielen heimischen Arten endlich die Plattform bietet, die sie verdienen. Denn die Schönheit, die wild um uns wächst ist atemberaubend und unbeherrscht.

Man darf dankbar sein für das umsichtige Vorwort des Autors, in dem gleich handlungsorientiert die wichtigsten Grundlagen erörtert werden. Wie lege ich einen ungezähmten Garten an? Welche Bodenbeschaffenheit ist vonnöten, wie plane ich die Bepflanzung? Im Vorwort werden bereits alle wichtigen Detailfragen geklärt, denn im Hauptteil soll es nur um die Pflanzen gehen. Wunderbar praktisch sind deshalb auch die zwei Seiten Blühkalender, die sich auf den Innenseiten der Umschläge befinden. Für diejenigen, die die Bepflanzung nicht ganz dem Zufall überlassen möchten.

Schnell zur Sache

Griebl ist offensichtlich ein Mann der Tat. Noch im Vorwort gibt er eine Übersicht seiner Pflanzenarten in tabellarischer Form. Wer mag, kann hier in aller Kürze gründlich zu einzelnen Pflanzenarten informiert werden. Aber wer will das schon? Denn der Hauptteil des Buches besteht aus den Informationen zu den einzelnen Pflanzen. Aufgeteilt in einjährige, zweijährige und mehrjährige Pflanzen findet man hier alles, was sich zum Auswildern eignet.

Ich habe mich so gefreut, wieviel von den aufgeführten Pflanzen bereits in meinem Garten wächst. Bergflockenblume, Salomonsiegel, Wurmfarn, Efeu, Akelei, Frauenmantel – ach, ich könnte ewig aufzählen. Jede Pflanze hat ihre Eigenheiten, ihren Nutzen, ihre besten Nachbarn. Zu lesen, wieviele Insekten sich auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert haben, welche Arten sich zum Verzehr eignen und wo man besonders viel Gutes tun kann, macht einfach glücklich.

Mut zum Ausprobieren

Wer dann den Entschluss fasst, selbst Hand anzulegen, wird schnell merken, dass die Pflanzung manchmal schwierig ist. Denn viele Wildpflanzen tun sich schwer mit der Umsiedlung und der Pollen fliegt nicht besonders weit. Gut, dass für solche Fälle Griebl gleich einige Sämereien angefügt hat, die sich auf Wildpflanzen spezialisiert haben. So kann dem wilden Gartenglück nichts mehr im Wege stehen.

Titelangaben:

Norbert Griebl: Mein ungezähmter Garten. Die 100 besten heimischen Pflanzen zum Verwildern.

Bern: Haupt Verlag, 2017. 232 Seiten. 29,90 EUR.

MMI – Meine Obstwiese

Ich mag sie so gern, meine Obstwiese und freue mich immer, wenn ich sie besuchen darf. Nach der langen Kälte- und Regenzeit im Frühling war ich etwas vorsichtig. Doch die Natur erholt sich schnell, alles wächst und gedeiht. Bloß Obst werde ich dieses Jahr keines haben, die wenigen Fruchtstände sind alle erfroren. Ich hoffe auf die Brombeeren und Himbeeren, die etwas später blühen, doch die Kirschen sind schon mal tot. Dafür geht es dem Käfer auf der Quitte gut. Und das Weidentipi kriegt auch wieder Blätter. Die Wiesenblumen blühen in allen Farben und wenn ich mit dem Rad hinfahre, habe ich grade genug Platz für ein bisschen Spitzwegerich und einen Blumenstrauß.

Verlinkt mit MMI.

I love that orchard. After cold and rainy weeks I‘ ve been there again and everything started growing again. There will be no fruits this year, due to the frost, but herbs and berries might be coming nevertheless. I love it and am glad whenever I can take something home with me.

Neue Badewanne – New Tub

In unserem Keller stand diese alte Badewanne. Schwer, aus Gusseisen, verrostet und unbrauchbar. Hm. Und draußen im Garten fehlt mir ein Beet. Aahhh! Denkt Ihr, was ich dachte?

That old tub stood in our cellar. Heavy, rusty and obsolete. But out in the garden, there is a raised bed missing. Got it?

Das komplizierteste war, genügend Männer zu finden, die Lust hatten, mir die Badewanne die steile Kellertreppe hochzutragen. Der Rest war einfach. Nachdem ich es ja mit Mosaiken und Kronkorken hab, und nachdem einiges an Bayrisch Blauen Blumentöpfen im Garten steht…..

The most complicated thing was get enough men to carry the tub out of the cellar. The rest was easy. I love mosaics, and I have some blue plant pots hence ……

In der Werkstatt habe ich erst mal rumprobiert. Für die Badewanne wollte ich ein Muster haben, denn meine Küche habe ich natürlich wild gefliest. Dann musste ich Fliesenkleber organisieren, der für draußen gedacht ist. Das wars.

I tried out in the studio at first. I wanted to have a blue pattern with crown seals. Now I needed tile adhesive. That’s it.

Dann ging es los. Erst das Eck hinten und dann die ganze Länge. Der Kronkorkenverbrauch ist riesig aber ich hab ja genug. Während ich fliese überlege ich, wie es weitergeht. Verfugen oder nicht? Man würde dann nur noch Punkte sehen. Dafür wäre der Fliesenkleber versteckt, die Kronkorken halten und es sieht ordentlich aus.

Then I started with the back end and then the side. I need a lot of crown seals but I have enough. While I lay the mosaic, I think about the next step. Finishing? Varnishing? I don’t know yet. Better, I go sorting crown seals…..

Außerdem: Kronkorken sortieren, meine Hauptarbeit. Nun, ich werde Euch auf dem Laufenden halten!

Verlinkt mit Creadienstag, HoT, Dienstagsdinge, Meertje, Pamelopee, Gusta und HappyRecycling!

Neu Gelesen

Marianne Ruoff: Löwenzahn und Löwenkraft. Das Porträt einer starken Heilpflanze.

Weck den Löwen in Dir!

Goldgelb blüht er im Frühjahr. Ich hatte noch nie sonderlich gepflegte Rasen und immer waren sie übersäht vom gelben Löwenzahn. Auch wenn all meine Nachbarn dachten, dass ich Unkraut züchte, habe ich es nicht übers Herz gebracht, ihn auszureissen. Seit ich aber Marianne Ruoffs Löwenzahn und Löwenkraft gelesen habe, bin ich davon überzeugt, dass mich der Löwenzahn deshalb so hartnäckig begleitet, weil ich ihn brauche.

Ruoff erstellt einen wunderbar genauen Steckbrief von diesem gelben Wandervogel, der sich überall auf der Welt, vom Himalaya bis in den Norden Europas, zuhause fühlt. In früheren Zeitaltern galt der Löwenzahn als mächtige Heilspflanze, im nordischen Europa war er Heimdall, dem Himmelswächter, geweiht. Von der Wurzel bis zum Samenstand ist er essbar und in vielen traditionellen Heilmethoden, wie der TCM oder schamanischen Praktiken der Ureinwohner Nordamerikas, wird er immer noch verwendet. Nur in Europa wurde er vergessen.

Unkraut vergeht nicht

Vielleicht hat das damit zu tun, dass es so viel davon bei uns gibt. Massenware kann doch nicht gut für uns sein. Stimmt nicht, so Ruoff, die analysiert, weshalb der Löwenzahn bei uns in so großer Dichte wächst. Und weshalb er trotzdem für uns so wichtig ist. In einem ersten Teil geht sie auf die Geschichte der Pflanze ein, die in Sagen und Rezepten schon viele Jahrhunderte auf dem Buckel hat. Schnell wird klar, dass der Löwenzahn ein echtes botanisches Schwergewicht ist.

Der Hauptteil des Buches bezieht sich aber auf die Heilkraft des Löwenzahns, der vor allem bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, aber auch für alle anderen inneren Organe und bei Frauenleiden eingesetzt wurde. Liest man sich die einzelnen Unterpunkte durch, gewinnt man schnell den Eindruck, dass es nichts gibt, was der Löwenzahn nicht geheilt hätte. Infektionskrankheiten, Augenleiden, Bluthochdruck, Brustentzündung, Rückenschmerzen, emotionale Probleme. Gegen alles ist ein Kraut gewachsen: der Löwenzahn.

Sonnenstrahlen in Küche und Hausapotheke

Während es gerade in der TCM Prozeduren und Medikationen gibt, die nur von Fachpersonal ausgeführt werden dürfen, stellt Marianne Ruoff genügend Anwendungen für den Hausgebrauch vor. Tinkturen, Aufgüsse und Umschläge gehören in die Hausapotheke, doch Löwenzahn findet auch Verwendung als Gemüse und Salat. Tees, Spaghetti, Wurzelgemüse – auch in der Küche zeigt der Löwenzahn seine Universalität.

Im Schlusskapitel weist Ruoff auf häufige Doppelgänger des Löwenzahns hin und erwischt mich kalt – die meisten davon kannte ich nicht und hätte sie wohl vom bloßen Hinschauen her als Löwenzahn identifiziert. Die gute Nachricht ist, dass alle Doppelgänger genauso essbar sind wie das Original und ähnliche Heilkräfte besitzen. Das erleichtert die Ernte und führt zum Schlussplädoyer Ruoffs, die inständig darum bittet, den Pflanzen mit Respekt und Ehrfurcht gegenüber zu treten. Wie man erntet, so wirkt es, möchte man sagen. Ich werde es mir zu Herzen nehmen, denn ich bin ein Löwenfan vom Löwenzahn.

Titelangaben:

Marianne Ruoff: Löwenzahn und Löwenkraft. Das Porträt einer starken Heilpflanze.

Aarau: AT – Verlag, 2017. 144 Seiten, 20 EUR.

MMI – Meinen kleinen Künstler

Ich war auf einer Vernissage! Johann hat ein Kunstwerk geschaffen mit seiner Schulklasse und ich durfte alles bestaunen. Die Kinder haben soo schön gearbeitet. Und mein Junge hat sich für einen Tempel entschieden. Offensichtlich.

Ab damit zu Frollein Pfau!