Bücher 2019

Donna Hay: Weihnachten Festlich genießen.

Julia Cawley, Saskia Van Deelen, Vera Schäper: Hello Santa. Backen – Lesen – Genießen.

Christian Rätsch, Claudia Müller – Ebeling: Heidnische Weihnachten. Bräuche, Riten, Rituale.

Es weihnachtet sehr!

Diesmal kommt es dicke weihnachtlich. Passend zum ersten Advent stelle ich Euch heute die Bücher vor, die gerade auf meinem Nachttisch oder in der Küche liegen. Nämlich Donna Hays Weihnachten Festlich genießen,Julia Cawleys, Saskia Van Deelens und Vera Schäpers Hello Santa. Backen – Lesen – Genießen sowie Christian Rätsch, Claudia Müller – Ebeling: Heidnische Weihnachten. Bräuche, Riten, Rituale.

Der Einfachheit halber beginne ich mit dem für mich schwierigsten Titel. Es ist Donna Hays Weihnachten Festlich genießen. Was ich bis zum Schmökern überhaupt nicht begriffen hatte, ist, dass Donna Hay aus Australien stammt. Ihr versteht, was ich meine? Während ich auf Tiefkühlgemüse zurückgreife und saisonal Kohl, Rüben und Kartoffeln kaufe, liegen im Hay’schen Haushalt marinierte Shrimps auf dem Weihnachtsgrill.

Einmal um die Welt

Das tolle daran: Donna Hay stellt meine Weihnachten einfach auf den Kopf, auch kulinarisch. Die entsprechende Küche ist mediterran, leicht, fruchtig und karibisch geprägt. Gefüllte Zucchiniblüten, Garnelen, Hummer-Brötchen und Finger – Sandwiches mit Räucherlachs katapultieren mich in eine Region, in der an Weihnachten Hochsommer herrscht. Das Doofe daran: Ohne schlechtes Gewissen kann ich da nur wenig nachkochen.

Dennoch gefallen mir die Rezepte, die auch viel von amerikanischen und britischen Weihnachtstraditionen mit sich bringen, mit denen ich sonst nicht in Kontakt käme. Für einen klassischen marinierten Weihnachtsschinken gibt es sage und schreibe fünf Variationen, ähnlich geschieht es dem Truthahn. Bestimmt ist da für jeden etwas dabei. Weihnachtsbraten nach Donna Hay schmeckt aromatisch und fruchtig, nicht unbedingt schwer wie bei mir zuhause.

Exklusive Rezepte

Selbst die vegetarischen Rezepte muten exotisch an. Champagner-geschmorte Thymian – Pastinaken, Honig-Mandel Hasselback Kürbis, Brioche – Toast mit Birnen und Rosmarin. Fast die Hälfte der Rezepte betreffen die süßen Gaumenfreuden, Pawlowas, Christmas -Cakes und Puddings, Torten und Karamellbonbons geben sich die Klinke in die Hand. Weihnachtsfreuden sind hier garantiert!

Cawley, Van Deelen und Schäper sind dagegen sparsamer mit ihren Rezepten, in Hello Santa. Backen – Lesen – Genießen versuchen sie, ein Winterkindheitsmärchen zu Papier zu bringen. Zauberhafte, stimmungsvolle Fotos machen dieses Buch in Kombination mit den wundervollen Rezepten und den durchdachten Einführungen zum idealen Geschenk für all jene, die auch einmal in Ruhe schmökern möchten.

Wintergeschichten

Die Rezepte sind ideal für süße Schleckermäuler und es findet sich so manche kulinarische Geschenkidee darunter. Die herrlichen Winterbilder stimmen bisweilen wehmütig. Ich glaube kaum, dass ich diesen Winter auf meinen Obstwiesen solch verschneiten Zauber antreffen werde. Dafür sind die Rezepte traumhafte Variationen von altbekannten Leckereien wie gebrannten Nüssen, Hefegebäck und Blechkuchen. Das garantiert schonmal, dass einige Rezepte auch tatsächlich durchführbar sind.

Ganz anders befassen Christian Rätsch und Claudia Müller – Ebeling sich in Heidnische Weihnachten. Bräuche, Riten, Rituale mit dem Fest der Liebe. Schade, dass der Titel nicht Preis gibt, dass sich das Buch vor allem auf die botanischen Aspekte unseres Weihnachtsfestes konzentriert. Trotzdem ist es faszinierend, zu lesen, wie sich all unsere Bräuche, die sich in Europa um Weihnachten ranken, geschichtlich entwickelt haben.

Heidentum und Christentum

Viele der Brauchtumsriten stammen aus vorchristlicher Zeit. Der Weihnachtsbaum, das Räuchern, die Figur des Nikolauses oder die Tradition, an Weihnachten Geschenke zu machen sind Überbleibsel unserer heidnischen Vorfahren und wurden von den christlichen Missionaren geschickt umgemünzt. Rätsch und Müller-Ebeling stellen nicht nur die vorchristlichen Traditionen vor, sie untersuchen vor allem die botanischen Aspekte genau und bieten mit aktuellen Rezepturen den Menschen, die gerne auf den Spuren der Vorfahren wandeln möchten, eine Plattform. So wird Weihnachten nicht nur ein Fest, sondern auch verstanden!

Titelangaben:

Donna Hay: Weihnachten Festlich genießen.

München: AT-Verlag, 2019. 240 Seiten. 29,90 €.

Julia Cawley, Saskia Van Deelen, Vera Schäper: Hello Santa. Backen – Lesen – Genießen.

Ostfildern: Thorbecke Verlag, 2019. 168 Seiten. 28 €.

Christian Rätsch, Claudia Müller – Ebeling: Heidnische Weihnachten. Bräuche, Riten, Rituale.

München: AT-Verlag, 2003. 320 Seiten. 25 €.

 

DUDEN:Ich bin liebenswert.

DUDEN:Freundinnen. A wie Allerbeste bis Z wie Zusammenhalt.

Van Vliet, Elma: Herzensfragen. 50 originelle Fragen für tolle Gespräche mit deiner Mutter.

Kleine Geschenke

Das Jahresende naht mit Riesenschritten, Geburtstage und Feste lauern hinter allen Ecken, zumindest in meiner Familie. Daher bin ich stets dankbar für kreative Geschenkvorschläge. Diesmal halte ich Ich bin liebenswert und Freundinnen. A wie Allerbeste bis Z wie Zusammenhalt aus dem DUDEN – Verlag in der einen Hand und Herzensfragen. 50 originelle Fragen für tolle Gespräche mit deiner Mutter von Elma van Vliet in der anderen Hand. Gut, drei Geschenke sind gefunden.

Ein schönes Geschenk darf manchmal auch nur sehr freundlich sein, ohne dass man sich irgendwelchen geistreichen Superlativen unterwirft. Zum Beispiel kann ein kleines, nettes Büchlein ein Kaffeekränzchen versüßen, die perfekte Ergänzung zu selbstgemachter Marmelade sein oder einen langen Wintertag magisch untermalen. Alle drei Eigenschaften bringen diese kleinen Geschenke mit sich.

Wie schön ist das Leben

Ich bin liebenswert ist eine Hommage an gesunden Egoismus. Und zwar an einen, den man sich selbst erst erschaffen muss. Tatsächlich gibt es nach einer kurzen Einführung gar nicht mehr viel zu lesen, denn es handelt sich um eine Art Tagebuch. Während wir uns tagtäglich von einer globalisierten Medienindustrie einreden lassen, wie wir zu sein haben, dürfen wir im Tagebuch uns einfach gut finden. Wie wohltuend.

Die einzelnen Seiten sind mit wundervollen Zitaten berühmter Persönlichkeiten gespickt, die allesamt die Bedeutung der Selbstliebe unterstreichen. Dazu gehören so illustre Namen wie Robert Musil, Rita Mae Brown, Winston Churchill oder Miss Piggy. Als Mutter von zwei Teenagern wünsche ich jedem Mädchem, jedem Jungen die Gabe, sich selbst anzunehmen und zu lieben als Grundvoraussetzung dafür, andere zu lieben. Vielleicht hilft dieses Journal dabei.

Best Friends ever

Schön, wenn man diese Liebe auch an seine Freundinnen weitergeben kann. Freundinnen sind etwas Besonderes, jede weiß das. Mit ihnen wird alles Leid und jede Freude dieser Welt geteilt. Für alle, die ihre Zuneigung nicht selbst in Worte fassen können, ist Freundinnen. A wie Allerbeste bis Z wie Zusammenhalt ideal. Von A bis Zett gibt es in schönster DUDEN- Tradition, allerdingst liebevoll illustriert Bemerkungen zur besten Freundin.

Von »Geheimnisse« über »Freitagabend« und »Yogakurs« sind alle möglichen und unmöglichen Substantive, Adjektive und Verben zu finden, die gemeinhin mit Freundschaft verbunden werden. Natürlich ist vieles davon kitschig, aber das darf ein Geschenk an die beste Freundin auch mal sein, solange es mit Prosecco oder einem Capuccino verbunden ist. Wieviele Stunden habe ich schon mit meinen Freundinnen verquatscht und ich möchte doch keine davon missen….

Du, Mamaaaa

In Herzensfragen. 50 originelle Fragen für tolle Gespräche mit deiner Mutter komme endlich ich auf meine Kosten. Bestimmt kennen auch andere Mütter nervige Fragen ihrer Kinder. Meine glänzen gerne mit Bonmots wie »Mama, gab’s, als du ein Kind warst, schon Strom?«. Was soll ich darauf antworten? Konstruktive Gespräche sehen anders aus. Ich wünschte, ich hätte diese Gesprächskarten als junges Mädchen gehabt, ich hätte sie mit meiner Mutter durchgelesen.

Sehr persönlich und humorvoll wird über beider Leben gesprochen, das der Mutter, das des Kindes. Erinnerungen an die Kindheit, wie haben sich die Eltern kennengelernt, was erfüllt uns mit Stolz. Blicke in die Vergangenheit und Zukunft, was möchte man verändern, was war toll, wie hat die eigene Mutter das Erwachsenwerden und Muttersein erfahren? Solche Informationen erhält man mitunter selten, vor allem außerhalb des allzeit erhobenen Zeigefingers. Kinder finden es immer toll, ihre Eltern neu zu verstehen, und Eltern können hier endlich einmal sagen, wie sehr sie ihre Familie lieben!

Titelangaben:

DUDEN:Ich bin liebenswert.

Berlin: Duden – Verlag, 2018. 160 Seiten, 14€.

DUDEN:Freundinnen. A wie Allerbeste bis Z wie Zusammenhalt.

Berlin: Duden-Verlag, 2018. 64 Seiten, 10€.

Van Vliet, Elma: Herzensfragen. 50 originelle Fragen für tolle Gespräche mit deiner Mutter.

München: Knaur Verlag, 2019. 102 Seiten, 10,99€.

 

Adolf Muschg: Der weiße Freitag. Eine Erzählung vom Entgegenkommen.

Vom Erklimmen des Unbezwingbaren

Als Goethe sich einer Wanderung zum Gotthard aussetzt, noch dazu im November, liegt das Schicksal des Weltliteraten in den Händen der Natur. Er kämpft sich tapfer durch, erhofft Erleuchtung und Errettung, so wie der zweite Protagonist in Adolf Muschgs Der weiße Freitag. Eine Erzählung vom Entgegenkommen. Autobiographisch angehaucht begeben zwei Männer sich auf eine Reise ins Innerste, ins Äußerste. Sie konfrontieren sich mit dem Tod und treffen so auf das Leben. VIOLA STOCKER darf sie begleiten.

Mit Goethe hat sich Muschg einen Lieblingshünen der deutschsprachigen Literatur ausgesucht. Ihn begleitet er auf einer Reise, die zwischen akribisch recherchiert und waghalsig ausgedacht mäandert. Sie setzt er als Parallele zur eigenen Reise in das Innerste seines Wesens, die Grundsteine seiner Existenz. Der eine Protagonist will hoch hinaus, Luft holen von den öden Verwaltungsaufgaben eines Regierungsbeamten, dessen literarisches Genie blockiert wird. Der andere sieht sich konfrontiert mit erschütternden Erkenntnissen über die eigene Existenz und den folgenden Sinnfragen.

Verwobene Existenzen

Goethe wird begleitet von seinem Landesherrn, dem jungen Erbprinzen von Weimar, Carl August, seinem Sekretär, den Bergführern. Muschg webt sein Alter Ego mitten in die Episoden Goethes, dessen Frankfurter freiheitliche Kaufmannsgeschichte sich mit fürstlichen Intrigen so schlecht verträgt. Der bis dato unbekannte Autor des »Werther« ist zu einer Art Popstar im deutschsprachigen Raum geworden. Carl August steht im Schatten seines Hofstaats.

Muschg hingegen lässt seinen Erzähler ebenfalls pendeln, zwischen der Kindheit mit einer depressiven Mutter und dem früh verstorbenen Vater, seiner japanischen Ehefrau, anthroposophischen Familientraditionen und den erschütternden Diagnosen seiner Ärzte in der Klinik. Was ist zu tun, wenn es nichts zu tun gibt, als gegen Unmögliches anzukämpfen? So gerät die Erzählung zum stillen Zwiegespräch, Goethes Auseinandersetzungen mit den Musen, dem eigenen Genie, der Realität vermengen sich mit japanischen Arrangements im Garten, schillernden Spiegeln auf Terrassen, dem Wind im Baum vor dem Haus des Autors.

Endlich sich selbst entwachsen

Während des Autors Protagonist von einer Krebsdiagnose heimgesucht wird, angesichts derer sich alle je gesprochenen Worte, Dialoge und Fragen zum allumfassenden ästhetischen Choral bachschen Ausmasses vereinigen, flieht Goethe als »Weber« vor dem Autor des »Werther«. Es lassen sich im niedern Tal des Alltags keine weltumspannenden Worte niederschreiben, doch oben, als es schon scheint, die kleine Wandergruppe müsse umkehren, flüstert die Muse endlich die entscheidenden Worte: »Ewig«.

Muschg erzählt diese Reise, wie ausgedacht sie scheint, als umsichtiger Kommentator einer Welt, die schon sehr viel weiß. Darin ähnelt er Goethe, dem wissbegierigen, dessen Geist auch nicht vor Mineralen und Farben halt machte. Griechische Mythologie verbindet sich mit der aktuellen politischen Situation einer neuen Völkerwanderung, in der viele Menschen die vertraute Umwelt verlassen und sich ins Unbekannte geben. Dies sind die großen Parallelen in Muschgs Erzählung, die Fingerzeige auf die Omnipräsenz des unbezwingbaren Schicksals.

Dem Herzschlag lauschen

Berührend intim sind die Gespräche, die Muschg Goethe andichtet, klug und persönlich die Gesprächsfetzen, die auch aus Interviews mit dem Literaturprofessor stammen könnten. Der weiße Freitag ist nicht nur eine Erzählung über die Überwindung eines Schicksals, es ist auch eine Metaerzählung über den Prozess des Schreibens, Dichtens, eine Rekonstruktion des Flügelschlags der Musen kluger Menschen. Was inspirierte Goethe? Was bringt Adolf Muschg zum Schreiben? Der Autor lässt die Fragen unbeantwortet, alles endet in Fragezeichen und mündet in einen hermeneutischen Zirkel.

Titelangaben:

Adolf Muschg: Der weiße Freitag. Eine Erzählung vom Entgegenkommen.

München: C.H.Beck, 2017. 251 Seiten. 22,95€.

 

Molly Shuster: Alles auf 1 Blech. Clever im Ofen gegart.

Anna Helm Baxter: Alles aus 1 Pfanne. Clever und schnell gekocht.

Bestens auf den Alltag vorbereitet

Nun startet auch bald mein Unterricht wieder und ich habe nur noch wenige Tage Zeit, um einen reibungslosen Alltag vorzubereiten. Gut, dass es Autorinnen wie Molly Shuster und Anna Helm Baxter gibt, die sich offensichtlich mit exakt derselben Problematik wie ich herumschlagen. Gutes kochen in wenig Zeit für viele Menschen. In Alles auf 1 Blech. Clever im Ofen gegart und Alles aus 1 Pfanne. Clever und schnell gekocht wird genau das versucht und es gelingt.

Dabei sei vorausgeschickt, dass beide Arten zu kochen eine gewisse Neigung zum Eintopf voraussetzen. Das ist nicht schlimm, ich mag gerne einen bunten Teller vor mir stehen haben. Ob meine Jungs das genau so sehen, die quasi Trennkost essen und sich nur die Rosinen aus jedem Gericht herauspicken, wird sich herausstellen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Toll, dass in jedem der Bücher Vegetarier, Fleischesser und Naschkatzen gleich auf ihre Kosten kommen, das spart Nerven und Diskussionen.

Pfannenkunst

Dabei praktiziert Anna Helm Baxter sicher die aufwändigere Kochweise. Ihre gusseisernen oder Edelstahlpfannen werden für ein Gericht mehrmals benutzt. Sie ist auch diejenige, die die Zeit für sich spielen lässt. Viele der Gerichte brauchen eine Einweichzeit, Marinierzeit, Gehzeit. Kein Problem für gut organisierte Mamas, die morgens das Gericht vorbereiten, das sie abends fertig kochen.

Manchmal jedoch beschleicht mich das Gefühl, beschummelt zu werden: Baxter benutzt zwar nur eine Pfanne, viele Rezepte sehen jedoch vor, dass die Zutaten darin nacheinander zubereitet werden. Das schont vielleicht die Spülmaschine, dauert aber grad solange, als würden verschiedene Töpfe auf dem Herd stehen. Beim »Brotsalat mit Kürbis« etwa werden die Brotwürfel erst angebraten, dann herausgenommen, damit dann der Kürbis in 25 Minuten gar braten kann. Viele Gerichte werden ganz zum Schluss miteinander vermischt und ansonsten nacheinander gebraten.

Variantenreiche Bratpfanne

Toll finde ich, dass man gut sieht, wie wenig man zum Kochen oft braucht. Die Pfanne kann sowohl auf dem Herd als auch im Ofen stehen, ein Kirschclafoutis schmeckt aus der Pfanne genauso hervorragend, wie eine Lammtajine. Ob diese Art zu kochen wirklich unaufwändiger ist, wage ich zu bezweifeln. Die Rezepte aber sind toll, von Ofenpfannkuchen über Brownies, Boef Stroganoff oder Kichererbsenpilaw finden sich altbekannte oder ganz neue Ideen für die Lieblingspfanne.

Wer es etwas schneller und einfacher mag, macht es wie Molly Shuster und schmeißt alles auf ein Blech. Natürlich stimmt auch das nicht immer ganz. Shuster fügt ebenfalls die Zutaten oft nacheinander zusammen. Da aber alles in einer Auflaufform landet und vorbereitet werden kann, scheint mir diese Technik leichter zu sein. Tolles Add-On: Shuster hat vorausschauend an Antipasti gedacht und damit meinen Familienalltag echt bereichert.

Ein Blech für alles

Meine Lieblingsrezepte klingen wie das »Huhn mit Speck«: Alles vermischen und 25 Minuten im Backofen garen. Klingt nach einem familienfreundlichen Abendessen. Natürlich werden auch in diesem Buch gerade für die raffinierteren Gerichte wie »Hühnerspiesse« oder »Gegrillte Ente mit Äpfeln und Zwiebeln« Marinierzeiten vorausgesetzt oder die Zutaten nacheinander angebraten. Aber es gibt auch vermehrt die einfachen Varianten. Die Hälfte der Rezepte sind Fleisch und Fischgerichte, das sollten Vegetarier wissen.

Auch bei den Gemüsegerichten ist oft Hühnerbrühe dabei oder Speckwürfel. Klar, das macht es einfach. Für meine kleine Vegetarierin hätte ich mir hier aber mehr Vielfalt gewünscht. Dafür ist der Dessertteil riesig. Toll, was alles an Früchten in den Ofen wandert. Äpfel, Ananas, Birnen, Aprikosen – alles wird gegrillt, gebacken und mit Nüssen und Crumbles dekoriert. Ideal für kalte Herbsttage, an denen man dringend etwas Süßes zum Tee braucht. Zudem sind diese Rezepte meist einfacher nach zu kochen als ein Rührkuchen. Ein dickes Plus von meiner Seite! Insgesamt sollten beide Bücher in der Lage sein, den Küchenalltag aufzulockern, bei mir werden sie gleich ins Rezeptregal einsortiert.

Titelangaben:

Molly Shuster: Alles auf 1 Blech. Clever im Ofen gegart.

Aarau: AT-Verlag, 2017. 160 Seiten, 20€.

Anna Helm Baxter: Alles aus 1 Pfanne. Clever und schnell gekocht.

Aarau: AT-Verlag, 2018. 160 Seiten, 20€.

Andrea Natschke -Hofmann: Köstlich backen mit Äpfeln.

James Rich: Äpfel. Rezepte aus dem Obstgarten.

Massenweise Ideen zur Erntezeit

Meine Obstwiesen ruhen sich aus dieses Jahr. Zeit für mich, nachzudenken, was ich in Zukunft mit meiner umfangreichen Apfelernte anstellen könnte. Klar mache ich Essig und Saft und Dörräpfel, aber dann? Gottlob kann ich mir Rat holen bei Andrea Natschke -Hofmann mit Köstlich backen mit Äpfeln und James Rich mit Äpfel. Rezepte aus dem Obstgarten. Vor Ernteüberfluss muss ich nun keine Angst mehr haben.

Dabei sind Äpfel sowieso eine mehr als dankbare Obstsorte. Sie halten sich lang, werden über einen relativ langen Zeitraum geerntet, können zu Mus, Marmelade, Saft, Essig und zu Kuchen verarbeitet werden. Dennoch gerät man schnell in eine Art Apfeltrott und konzentriert sich auf einige wenige Lieblingsrezepte. Um das aufzulockern, hilft meine Lektüre, auch wenn in beiden Büchern das Rad nicht neu erfunden wird.

Alles aus dem Ofen

Natschke-Hofmann konzentriert sich auf das Naheliegende: den Apfelkuchen. Wir kennen ihn wahrscheinlich in tausend Varianten und jede Familie hütet ein Apfelkuchenfamilienrezept wie einen Schatz. Nichts ist so sehr mit Kindheit und Wohlbefinden verbunden wie der Geruch des einen frischen Apfelkuchen, den Mutter oder Großmutter seit Generationen auf den Tisch bringen. Genau darum geht es der Autorin, die in ihrem Buch Lieblingsrezepte sammelt.

Von Apfelstrudel, über gedeckten Apfelkuchen, Apple Crumble, Apfelbrot, Apfelküchlein bis hin zur Apfelweintorte finden sich alte und neue Rezepte in diesem Buch. Ofenschlupfer, Kaiserschmarrn und Bratäpfel riechen nach Weihnachten, die Apfeltarte oder Apfelzimtpancakes erinnern an Urlaube in Frankreich und den USA. Was macht Natschke-Hofmann sonst noch mit ihren Äpfeln? Müsli, Cookies, Marmelade oder Likör, hier werden alle fündig. Super, dass es auch noch Empfehlungen zu den perfekten Apfelsorten für jedes Rezept gibt.

Rezepte vom Apfelbauern

Wesentlich komplexer sind die Rezepte von James Rich. Der Brite führt eine englische Mosterei als Traditionsunternehmen. Äpfel sind sein Beruf, aber auch seine Berufung. Wer also nicht nur gerne backt, sondern auch die Äpfel anderweitig verwenden möchte, wird hier fündig. Natürlich gibt es auch hier Apfelkuchenrezepte, darüber hinaus kreiert Rich aber auch Cocktails mit Äpfeln oder Cider.

Tees, Liköre, Apfelpunsch runden die Rezeptliste in diesem Buch ab. Doch auch die übrigen Desserts sind ausgefallen: Apfelsorbet mit Apfelweinbrand, Pavlova mit Äpfeln und Vanillecreme, Apfelrosmarinkuchen und Pochierte Äpfel finden sich unter anderem im langen Rezeptregister. Besonders erhellend sind auch Richs herzhafte Variationen. Äpfel im Zwiebelkuchen, Schweinelende mit Senf und Äpfeln, Schinken in Apfelwein, Puten-Apfel-Burger. Ganz zu schweigen von diversen Chutneys und Saucen, die breit einsetzbar sind. Künstler und experimentierfreudige Apfelliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Hommage an alte Sorten

Beide Bücher lassen die Liebe zu Äpfeln und besonders alten Sorten wieder aufleben. Wer sieht, wie breit Äpfel in der Küche einsetzbar sind, muss ob einer reichen Ernte nicht mehr aufstöhnen. Äpfel schmecken fantastisch, sind unglaublich gesund und passen offensichtlich zu allem. Wer wie ich das Glück hat, alte, gewachsene Obstwiesen zu besitzen, wird auf keins der beiden Bücher verzichten wollen.

Literaturangaben:

Andrea Natschke -Hofmann: Köstlich backen mit Äpfeln.

Ostfildern: Jan Thorbecke Verlag, 2019. 144 Seiten. 25€.

James Rich: Äpfel. Rezepte aus dem Obstgarten.

Aarau: AT-Verlag, 2019. 224 Seiten. 25€.

François Loeb: Zeitweichen. Fast-Read-Romane.

 

 

 

Fastfood für die Fantasie

 

François Loeb ist ein Relikt. Seine Erscheinung erinnert an die eines klassischen Gentleman, nonchalant, gebildet, beredt. Seinen Ruhestand hat sich der weltmännische Unternehmer, Politiker und Autor wohl verdient und darf ihn seinen Lieblingstätigkeiten widmen – ein beneidenswerter Zustand. Es passt zum Image des Bohemien, dass er in einem großen Schweizer Blatt seine Fast-Read-Romane veröffentlichen kann. Die vorliegende Printausgabe widmet er der Zeit. In Zeitweichen begegnet VIOLA STOCKER der Herausforderung, die Zeit nicht unnötig zu vergeuden.

 

Loebs Fast-Read-Romane lesen sich sagenhaft leicht. Sie spielen, jeder einzelne, mit den Gedanken einer modulierbaren, fassbaren Zeit, die wie Knete formbar ist, deren Verstreichen wie rieselnder Sand sichtbar wird. Humorvoll und elegant widmet Loeb jede Episode einem neuen Blickwinkel. Eine Zeitbank, den Zeitgeist, Hochzeit, Wortspiel um Wortspiel mäandert Loebs Werk durch das Universum eines Begriffs, der grundsätzlich körperlich abwesend ist.

 

Frühstücksromane

Wird der Rahmen einer Zeitung addiert, passen Loebs Kurzgeschichten perfekt. Zwischen Frühstück, Tram und Mittagspause liest sich eine Episode über die Zeit wie ein frischer Sommerregen. Intelligent, amüsant, elegant. Jede Story birgt Grübelpotential, die eigene Fantasie erhält Flügel, auf denen über alternative Wirklichkeiten nachgedacht wird. Läuft das eigene Leben richtig? Hätte es andere Möglichkeiten gegeben? Wenn es denn überhaupt ein Ansatz sein kann, über Alternativen und Entscheidungsfreiheiten zu sprechen.

 

Insgesamt ähnelt jede der Kurzgeschichten einem großen Wortspiel. »Zeittotschlag«, eine der kürzeren Episoden, handelt vom Hilferuf der Zeit, die von einem Totschläger bedroht wird. So nimmt Loeb sich vieler unserer Alltagsmetaphern an, zerlegt sie, wie den Begriff des »Zeitsparens«. In ihrer absoluten Absurdität erscheinen sie dann als das, was sie sind: Erfindungen einer menschlichen Kultur, die Schwierigkeiten mit Begriffen hat, die nicht fassbar sind.

 

Altersweise Gesellschaftskritik

Loeb, der Unternehmer und Denker, Schöngeist und Autor, benutzt gängige Umschreibungen der Zeit gepaart mit dem unternehmerischen Denken des Kapitalismus. Entblößend wirken Stories wie »Zeitsparkasse«, »Zeitvertrieb« oder »Zeitgutschrift«. Merkt die Menschheit überhaupt noch, wie absurd der Umgang mit der Ewigkeit ist? Zeit als Ressource, als handelbares Objekt einer imaginären Börse – Loeb lässt kein Klischee undurchdacht.

 

In der großen Masse der zeitkritischen Gedanken liegt auch die stärkste Gefahr der Fast-Read-Romane von François Loeb. Was amüsant oder schockierend ist, wird in der Menge der Varianten und der Kürze der Episoden bald anstrengend. Loebs Kurzgeschichten sollten auch in der gebundenen Ausgabe gelesen werden wie in der NZZ: Häppchenweise, jeden Tag ein kluger Gedanke. Geballt wirken die Kunstgriffe des Autors auch gekünstelt, bei mancher Metapher huscht ein »kenn ich doch« über die Seiten.

 

Zeit zum Zeitungslesen

Was Loeb nicht davon abhalten sollte, weiter intelligente Kurzgeschichten über unsere modernen Laster zu verfassen. Er hat ein Talent, das zunehmend abhanden kommt: Loeb ist ein guter Geschichtenerzähler. Mit dem tiefen Blick eines anthropophilen Kritikers erfasst er die Probleme einer westlichen Zivilisation kurz und knapp und ist in der Lage, sie in eine fesselnde Geschichte zu verpacken. Letztendlich wertet er nicht, er beleuchtet nur die verschiedenen Aspekte vorfindbaren Verhaltens. Jeder darf sich selbst gespiegelt sehen oder auch nicht. Die Zeit zu nehmen, diesen Spiegelungen zu folgen, ist die stille Aufforderung, die Loeb seinen Lesern täglich anbietet.

 

Titelangaben:

François Loeb: Zeitweichen. Fast-Read-Romane.

München: Allitera Verlag, 2017. 164 Seiten. 14,80 €.

 

 

Heike Mohr, Beate Walther: Schatztruhe Garten. Geschenke für jeden Anlass selbst gemacht.

Catherine Delvaux: 100 inspirierende Pflanzideen.

Catherine Delvaux: 50 grüne Dekoideen.

Deborah Schneebeli-Morrell: Der dekorierte Garten. 25 Projekte für Ihren Platz im Freien.

Für den grünen Daumen

Gerade haben unsere Sommerferien begonnen und ich habe richtig Lust und Zeit, draußen zu werken und zu genießen. Super, dass ich passend für jede Saison die idealen Tipps und Anregungen bekomme. In Heike Mohrs und Beate Walthers Schatztruhe Garten. Geschenke für jeden Anlass selbst gemacht wird der Erntesegen verarbeitet, während Catherine Delvaux in 100 inspirierende Pflanzideen und in 50 grüne Dekoideen dafür sorgt, dass alle Pflanzen in Haus und Garten richtig in Szene gesetzt werden. Wer darüber hinaus noch Tipps sucht, findet sie in Deborah Schneebeli-Morrells Der dekorierte Garten. 25 Projekte für Ihren Platz im Freien.

Wer seinen Garten verschönern möchte, Blühpausen überbrücken will oder gerne Lichteffekte setzen würde, ist bei Deborah Schneebeli-Morrells Der dekorierte Garten. 25 Projekte für Ihren Platz im Freien genau richtig. Wie aufwändig man das eigene Engagement gestalten möchte, ist dabei frei gestellt, denn es gibt alle Schwierigkeitsgrade bei den Projekten. Vom Blickfang Kieselmosaik über Pflanzschilder aus Draht bis hin zu simplen Lichtertüten mit Scherenschnittmotiven sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Während die vielen Drahtobjekte mir zu schnörkelig sind, liebe ich die farblich variierenden Objekte aus Weidenruten. Rankgerüste, Gartentore, Wuchshilfen aus Haselnuss und Weide verschönern den Garten und sind hilfreiche Objekte. Selbst die Vogelscheuche wird königlich neu definiert und strahlt in silbernem Glanz über die Beete. Ich mache mir eine To-Do-Liste und sie wird ganz schön lang, denn jeder Garten verdient es, dass die besonderen Stellen hervorgehoben werden.

Drinnen und Draußen

Wer sich in seinem Grün beschränken muss, ist dagegen vor allem bei Catherine Delvauxs 50 grüne Dekoideen gut aufgehoben. Delvaux arrangiert dekorativ für den Außen- und Innenbereich Pflanzen in kunstvollen Ensembles und Stilleben. Vor allem Sukkulenten und Jungpflanzen werden in schönen Kästen oder Gläsern zum Blickfang auch kleiner Wohnungen. So viel Zartheit passt nicht zu meinem wilden Garten, aber wer seine Wohnung mit Balkon aufpeppen möchte, ist bei Delvaux genau richtig.

Für die Neulinge entpuppen sich auch die genauen Pflanzanleitungen und Beschreibungen als überaus wertvolle Zutat. Damit die Arrangements lange schön bleiben, brauchen sie gewissenhafte Pflege und im Fall der Beherbergung in Gläsern auch ab und an frische Luft. Wie man seine Pflanzen dauerhaft schützt und pflegt, wird einfach und genau erklärt. Delvaux arbeitet mit ganz unterschiedlichen Materialien und so ist garantiert, dass für die unterschiedlichsten Geschmäcker genau das Richtige dabei ist.

Gartenwonne

Wer es etwas üppiger mag, wählt die dicke Ausgabe von Catherine Delvaux: 100 inspirierende Pflanzideen. In diesem Schmöker finde ich mich auch wieder, weil viele Pflanzideen sich auch für große Gärten eignen und ein hervorragender Blickfang sind. Stauden und Beete werden nach Motto angeordnet, Beerensträucher eingebettet in Rosen. Wer aus seinem schönen Garten einen atemberaubenden Park machen möchte, hält sich an Delvaux.

Es gibt für jede Licht- und Wärmelage Tipps und Arrangements, Töpfe, Beete und Hängeampeln stufen die Gärten in die dritte Dimension durch. Passend für jede Jahreszeit werden auch Töpfe bepflanzt, die dann zum Hingucker werden an einzelnen Stellen. Dabei achtet Delvaux auf die Farbgebung der Pflanzen, den Lichteinfall, den Wasserbedarf und die Struktur der Pflanzgefäße. Es ist unglaublich, aber hier kann ich zur Gartenarchitektin werden.

Gartengeschenke für alle

Schlussendlich möchte man sein Gartenglück teilen. Dass dies auch jenseits der mir wohlbekannten Grenzen von Sirup und Marmelade geht, zeigen Heike Mohr und Beate Walther in Schatztruhe Garten. Geschenke für jeden Anlass selbst gemacht.Besonderer Pluspunkt: Die Autorinnen benutzen für Ihre Gestecke, Sträuße und Arrangements auch totes Material, Fruchtstände und Zweige. So wird alles aus dem geliebten Garten verwertet.

Natürlich finden sich auch Rezepte, aber nicht nur. Über Grillkräuterbündel, Kräuterzucker oder Teemischungen freuen sich sicher viele. Dass auch Saatgut hübsch verpackt ein originelles Geschenk für Gartenliebhaber ist, darf ich immer feststellen. Für jede Jahreszeit geben die Autorinnen Tipps und tatsächlich ist in einem klugen Garten auch noch im Winter Erntezeit. Wie schön sich Samenkapseln und Fruchtstände getrocknet machen! Und dank immergrünem Efeu wird auch der graue Winter bunt. Was für ein schönes Gartenjahr!

Titelangaben:

Heike Mohr, Beate Walther: Schatztruhe Garten. Geschenke für jeden Anlass selbst gemacht.

Münster: LV-Buch, 2018. 144 Seiten, 18 €.

Catherine Delvaux: 100 inspirierende Pflanzideen.

Münster: LV-Buch, 2018. 260 Seiten. 24€.

Catherine Delvaux: 50 grüne Dekoideen.

Münster: LV-Buch, 2019. 144 Seiten. 18€.

Deborah Schneebeli-Morrell: Der dekorierte Garten. 25 Projekte für Ihren Platz im Freien.

Münster: LV-Buch, 2019. 128 Seiten, 15€.

Max McMurdo: Zweite Chance für Kellerfunde. 20 Kreativprojekte aus wiederverwendetem Material.

Smarticular: Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie.

Macht es doch selbst!

Jeder spricht über Nachhaltigkeit, die Umweltverschmutzung und ein klimaneutrales Leben. Doch es wird nichts geschehen, wenn nicht jeder Mensch in kleinen Schritten bei sich selbst beginnt. Smarticular veröffentlicht regelmäßig im Netz Hausmittel, Tricks und Tipps für ein nachhaltiges Leben. In Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie werden Natron, Soda, Zitronensäure, Essig und Kernseife zu Alleskönnern im Alltag. Max McMurdo zeigt in Zweite Chance für Kellerfunde. 20 Kreativprojekte aus wiederverwendetem Material, wie nachhaltiges Design funktioniert. Los geht’s!

Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie habe ich im klassischen Sinne gar nicht erst gelesen. Lernen durch Tun, hieß hier die Devise. Zwar gäbe es einen wunderbar einführenden Teil zu allen chemischen Eigenschaften der einzelnen Hausmittel, doch war der Tatendrang zu groß. Trotzdem bleiben einige der wertvollen Tipps hängen. Ich lerne über Kalkseife, die Beseitigung derselben und über die Unterschiede zwischen Natron und Soda.

Entrümpeln

Ganz klar, jeder Putzmittelschrank kann kleiner werden, wendet man die Hausmitteltipps korrekt an. Seit Monaten schon putze ich mein Bad mit selbst gemachtem Essigreiniger, genauso wie die Fenster. Als Weichspüler mit Lavendelöl veredelt oder als Klarspüler leistet er mir wunderbare Dienste. Natron? Zum Brezenbacken, für selbstgemachtes Backpulver, als Scheuermilch, Haarshampoo und im Waschmittel – aus meinem Haushalt nicht wegzudenken.

Mehrere Fliegen mit einer Klappe, denn jedes Hausmittel eignet sich für Dutzende Anwendungen. Ich verwende immer lebensmittelechte Zitronensäure, wenn ich nicht damit putze, kommt es in den Sirup. Nichts bleibt ungenutzt und ganz nebenbei verschwinden die hässlichen Plastikverpackungen, denn alles ist in papiernen Großpackungen oder Glasflaschen zu erwerben. Die Herstellung der Putzmittel ist kinderleicht und mittlerweile schreibe ich die Rezepturen auf die Vorratsgläser, das spart den Griff zum Buch.

Aufmöbeln

Während der Putzmittelschrank leerer wird, entrümpeln wir noch den Keller. Klar, McMurdos Kreationen sind bisweilen sehr speziell. Wenn ihr nicht zufällig alte Leitern oder Rohrverbindungen rumfliegen habt, hilft Euch das Buch nicht so viel. Aber wer ein altes Haus renoviert – so wie ich – und ganz nebenbei auf die verstaubten Pretiosen stößt, der freut sich über das ein oder andere Unikat, für das im Buch die perfekte Anleitung gegeben wird. Als kreative Anregung für Selbermacher ist es auch noch ein tolles Geschenk.

Mir gefällt außerdem, dass endlich mal richtig nette Geschenkideen für Männer darin zu finden sind. Es ist doch so, die armen Herren der Schöpfung kommen bei der frauenlastigen Dekogemeinde immer zu kurz. Hier gibt es viel Blech und Stahl und Holz und schlichte Formen, das freut auch die Männerästhetik. Wir Damen nehmen dagegen gern die entstandenen Kunstwerke in Anspruch, denn am Ende winken Stuhlbänke, Hocker, Badregale oder Lampen für ein schönes Zuhause. Also, in der richtigen Reihenfolge: Erst ökologisch putzen, dann schick einrichten.

Titelangaben:

Max McMurdo: Zweite Chance für Kellerfunde. 20 Kreativprojekte aus wiederverwendetem Material.

Münster: LV Buch, 2018. 144 Seiten, 20 €.

Smarticular: Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie.

Berlin: Smarticular Verlag, 2018. 192 Seiten, 14,95 €.

 

Andrea Weller-Essers, Eilika Mühlenberg: Von Alpakakacka bis Zotteltrottel. Das voll verbotene ABC.

Sarah De Vos: Mein Kind langweilt sich nie.

DaWanda: Lieblingsstücke für Kinder.

Alles für den Sommer

Kurz bevor die Sommerferien bei uns anbrechen, checke ich noch schnell meinen Rezensionsbücherschrank. Was könnte Kinder und Eltern helfen, die längsten sechs Wochen dieses Jahres zu überstehen? Und ich werde fündig: Andrea Weller-Essers und Eilika Mühlenberg Von Alpakakacka bis Zotteltrottel. Das voll verbotene ABC, Sarah De Vos‘ Mein Kind langweilt sich nie und DaWandas Lieblingsstücke für Kinder versprechen eine ausgefüllte To-Do-Liste selbst dann, wenn es gar nichts mehr zu tun gibt.

Es beginnt am Spielplatz, jede Mutter kennt diese Situation, jedes Kind auch: Eigentlich wollte man an dem coolen Klettergerüst mit dem besten Freund spielen, aber dann ist da schon jemand. Etwas lustloses Geschaukel, im Weg rum stehen und irgendwann fällt es: das erste böse Wort. Was gut gemeint war, endet im Streit und mit schlimmen Wörtern, die jeder kennt und die nur einen relativ kleinen Wortschatz ausmachen. Schluss damit!

Gut geschimpft ist halb gewonnen

Die Geschichte vom Schimpfwörterwettkampf in Von Alpakakacka bis Zotteltrottel wirkt nicht konstruiert, weil wir alle diese Momente kennen, in denen wir gerne etwas kreativeres als die gewöhnlichen Fäkalausdrücke verwenden können. Dass es dann verrückt und lustig illustriert quer durch das ABC geht, ist eine Herausforderung, die meistens aufgeht. Die kongeniale Illustration vermittelt einen humorvollen Eindruck, wie zum Beispiel so ein »Zotteltrottel« aussehen könnte. Perfekt für einen regnerischen Nachmittag!

Eher für die Mamas ist dagegen von DaWanda das Buch über Lieblingsstücke für Kinder. Fast anachronistisch, denn meine Rezensions erscheint erst nach der Übernahme von DaWanda durch Etsy. Nichts desto trotz erhält man gerade für Babies und Kleinkinder wunderbare Lieblingsstücke vorgeführt, die an der Nähmaschine schnell genäht sind und auch an langweiligen Ferienabenden eine willkommene Abwechslung bieten.

Von Windeltasche bis Tipi

Von der Windeltasche bis zum Tipi findet man hier alles, was große und kleine Menschen brauchen können. In der typischen DaWanda Ästhetik werden blau gestreifte Lichterketten, Kissen, Sitzsäcke, Wimpelketten und Babyhosen angefertigt. Wer nicht für sich selbst nähen möchte, findet hier einen riesengroßen Fundus an schönen Geschenken für groß und klein! Meist sind es fröhliche Kleinigkeiten, die sich auch perfekt als Mitgebsel an einem Kindergeburtstag eignen.

Sollte wider Erwarten doch einmal Langeweile aufkommen, darf man ruhig zu Sarah De Vos‘ Mein Kind langweilt sich nie greifen. Es sind »150 Tipps gegen Ideenlosigkeit« versprochen, das sollte doch für ein paar gedehnte Sommerferientage reichen. Vom Malen auf alten Tapenrollen, über Straßenkreide, Seifenkisten und Piñatas finden sich viele bekannte Ideen, die aber eine Auffrischung verdienen.

Altes und Neues vereint

Dart auf dem Küchenboden, Schneeflocken aus Papier, Kinderspiele, Bastelideen, Parcour, selbstgemachtes Memory. Man könnte eine beliebige Seite aufschlagen und würde drei Ideen erhalten, von denen eine bestimmt die richtige ist. Die Ideenkiste ist kurz und bündig formuliert, dafür sehr freundlich und frisch illustriert und wartet nur darauf, endlich aus dem Bücherregal geholt und geöffnet zu werden. Sommerferien, kommt ruhig!

Titelangaben:

Andrea Weller-Essers, Eilika Mühlenberg: Von Alpakakacka bis Zotteltrottel. Das voll verbotene ABC.

Berlin: DUDEN, 2019. 64 Seiten. 10€.

Sarah De Vos: Mein Kind langweilt sich nie.

Münster: LV Buch, 2017. 174 Seiten. 18€.

DaWanda: Lieblingsstücke für Kinder.

Münster: LV Buch, 2017. 112 Seiten. 17,95 €.

 

Karen Page: Vegetarische Aroma Bibel. Lexikon der vegetarischen Aromen- und Geschmackskombinationen.

Sara Ask, Lisa Bjärbo: Das Veggiefamilienkochbuch.

Iris Lange-Fricke, Stefanie Nickel: Herzhaft vegetarisch.

Fleisch? Wie öde.

Seit ich eine kleine Vegetarierin in meiner Familie habe, muss ich mich vermehrt mit verschiedensten Arten des Kochens befassen. Und stelle begeistert fest, dass ich mit Sara Asks und Lisa Bjärbos Das Veggiefamilienkochbuch oder Iris Lange-Frickes und Stefanie Nickels Herzhaft vegetarisch genau die richtigen Bücher für feine vegetarische Alltagsküche gefunden habe. Für alle, die profunden Luxus obenauf brauchen, empfehle ich Karen Pages Vegetarische Aroma Bibel.

Davor aber beginne ich mit Sara Asks und Lisa Bjärbos Das Veggiefamilienkochbuch, denn vielleicht geht es ja meinen LeserInnen genau wie mir und es ist der vegetarische Familienalltag, der wichtig ist. In meinem Fall ist es noch etwas komplizierter. Wir kombinieren Lactoseunverträglichkeiten, kohlenhydratarme Kost, Vegetarismus und Fructoseunverträglichkeit mit den karnivoren Bestrebungen meiner zwei Raubmänner. Mein jüngster liebt Obst und Gemüse, dem Himmel sei Dank.

Abwechslung heisst erst mal Wechseln

Das ist mein Credo. Nachdem ich auch noch ein Leben außerhalb meiner Küche habe und noch zur Schule gehe, meinen Laden bestücke und Obstwiesen betreue, kann ich nicht den ganzen Tag mir Gedanken über vegetarische Leckereien machen. Das Kochbuch von Sara Ask und Lisa Bjärbo ist vor allem alltagstauglich. Meistens koche ich also abwechselnd: vegetarisch, mit Fleisch, ohne Kohlenhydrate etc. Auf dem Tisch steht in der Regel ein buntes, buffetartiges Allerlei.

Deshalb mag ich auch die Rezepte für TexMex, Meze oder Ofengerichte so gern. Chili, Burger und Lasagne mögen bei uns alle. Und ich kann mischen, vegetarisch oder nicht, so dass immer alle satt werden. Ehrlich gesagt, bin ich auch froh, dass Ask und Bjärbo Pommes aus der Tüte oder Ketchup erlauben. Wenn ich im Alltag nur wenig Zeit habe, koche ich nicht wie Paul Bocuse. Dafür gefällt mir, dass die Rezepte sich eng an das halten, was Kindern sowieso schmeckt: Tofustäbchen statt Fischstäbchen, Chili con Carne mit Linsen, Burger mit Getreidebratlingen. Alles sehr lecker und einfach.

Sonntagsküche

Iris Lange-Fricke und Stefanie Nickel räumen in Herzhaft vegetarisch mit sämtlichen herkömmlichen Vorurteilen gegenüber vegetarischem Essen gründlich auf. Wer sich an diese Rezepte hält, dem wird es an nichts fehlen! Schon die einzelnen Kapitel verraten, dass es deftig wird: Es geht um Burger, Pasta, Pizza, Klassiker in der Veggie-Variante, Grillen, Saltate, Suppen und Angeber-Rezepte für Gäste.

Jedes einzelne Rezept glänzt durch ausgefeilte Gewürzkombinationen, von Koriander, Chili, über Kreuzkümmel, Cayennepfeffer und Muskatnuss wird alles zusammengemixt, was traditionell mit herzhaftem Geschmack verbunden wird. Klassiker wie Königsberger Klopse oder Gyros erfahren eine interessante vegetarische Neuauflage und auch jene, die gerne Grillen, freuen sich über Halloumi-Schaschlikspieße, Spicy Maiskolben, gegrillten Romanasalat und Auberginenröllchen. Von einfach bis festlich werden hier alle Varianten bedient!

Grundlagen

Wer darüber hinaus informiert sein will, hält sich an Karen Pages Vegetarische Aroma Bibel. In diesem dicken Schinken gibt es weniger Rezepte zu finden, als vielmehr Hintergrundwissen zur vegetarischen Küche, Historisches zu Vegetarismus und dann, vor allem: Geschmackskombinationen. Tatsächlich wird von A bis Z alles abgearbeitet, was in der vegetarischen Küche kombiniert werden kann. „Frühlingszwiebeln“ zum Beispiel werden nach Saison, Geschmacksprofil, Nährstoffprofil und Techniken gegliedert, dann folgen alle Kombinationen, zum Beispiel mit Basilikum Couscous, Fenchel, Kartoffeln und Nudeln, um nur einige zu nennen.

So geht es einmal quer durch den Gemüse – und Gewürzgarten. Am Ende wird man feststellen, dass jedes Vorurteil gegenüber vegetarischer Küche haltlos ist. Die Kombinationsmöglichkeiten sind reichhaltig bis endlos, alle Varianten von dezent bis Umami voll sind genauso möglich wie in der traditionellen fleischhaltigen Küche und dank neuester Küchentechniken sind vielfaltige Geschmackserlebnisse garantiert.

Titelangaben:

Karen Page: Vegetarische Aroma Bibel. Lexikon der vegetarischen Aromen- und Geschmackskombinationen.

Aarau: AT- Verlag, 2017. 432 Seiten, 39,90 €.

Sara Ask, Lisa Bjärbo: Das Veggiefamilienkochbuch.

Münster: LV-Buch, 2015. 152 Seiten. 17,95€.

Iris Lange-Fricke, Stefanie Nickel: Herzhaft vegetarisch.

Aarau: AT- Verlag, 2016. 192 Seiten. 24,95€.

 

Susi Strickliesel: Knit Happens. Strickprojekte, Social Media & mehr.

#knittersofinstagram: #stricken macht glücklich.

Annette Danielsen: Stricken wie in 1001 Nacht. 17 orientalisch-inspirierte Strickmodelle.

Alljahresstricken

Mittlerweile weiß ich sicher, dass es keine Saison für Wolle gibt. Ich stricke praktisch immer, auch warme Sachen, weil ich weiß, der nächste Winter kommt bestimmt. Und ich liebe schöne Bücher, die sich mit meinem Lieblingsthema befassen, allen voran die begnadete Annette Danielsen mit Stricken wie in 1001 Nacht. 17 orientalisch-inspirierte Strickmodelle. Aber auch der wilde Haufen von #knittersofinstagram: #stricken macht glücklich versetzt mich in Aufregung, mehr zumindest wie Susi Strickliesels Knit Happens. Strickprojekte, Social Media & mehr.

Für letzteres Buch bin ich zu alt und zu gestresst. Wer dagegen erst anfängt, zu stricken und sich dazu noch einen Social Media Kanal aufbauen will, bekommt von Susi Strickliesel wertvolle Tipps. Handyapps, Fotobearbeitungsprogramme, Strickanleitungen, Logoentwicklung und vieles mehr. Hier wird auf so vielen Hochzeiten getanzt, dass die Strickerei fast zu kurz kommt. Außerdem geht es meist um einfache Muster und ich mag es gern kompliziert.

Wer also bereits einen Schal in kraus rechts stricken kann, braucht die Anleitungen von Susi Strickliesel nicht. Es sei denn, es sind Ratschläge zur Erstellung eines Blogs oder zur Einrichtung eines Social Media Accounts gefragt. Dann ist man hier goldrichtig. Die Bloggerin gibt einiges über sich selbst preis (das mich aber gar nicht interessiert) und vermarktet ihre Strickphilosphie. Ideal also für junge Menschen, die sich vielleicht das erste Mal mit dem Thema befassen und noch einen kleinen Schubs brauchen.

Social Knitters

Auch die #knittersofinstagram begründen ihre Popularität über die Social Media, aber weil in diesem Buch der Edition Michael Fischer so viele verschiedene Persönlichkeiten vorgestellt werden, unter anderem auch Susi Strickliesel, ist das Portfolio unendlich groß. Und es gibt massenweise komplizierte Sachen, von Mosaikmustertüchern über gemusterte Strümpfe bis hin zu Spitzenschals und Zopfmusterjacken.

Ein ideales Buch für Strickliebhaber, die sich mal undogmatisch quer durch die Szene nadeln wollen. Auf den ersten Blick habe ich schon mindestens drei Weihnachtsgeschenke gefunden. Wie immer finden sich am Anfang des Buches die lästigen Grundlagen und ich weiß ja, dass auch Erststrickerinnen es verstehen sollen, aber….Zu jedem Strickstück gibt es eine kleine Information zu den Designerinnnen und deren technischen Schwerpunkten, die ich sehr unterhaltend finde, ohne dass sie mich vom Hauptzweck ablenkt.

Goddess of Needles

Nicht zu übertreffen ist schließlich Annette Danielsen, die sich diesmal auf orientalische Wege begibt. Es ist nicht mein erstes Buch von ihr, auch Winterstrick, Blumenstrick und Unheimlich.Schön.Gestrickt haben mich verzaubert. Die letzten beiden Bücher wohnen bei meiner Freundin, doch Winter und Orient dürfen bei mir bleiben. Schon der Einband in marokkanischer Fliesenoptik macht mich schwach.

Danielsen schafft es immer wieder, ihre Inspirationen grandios zu übersetzen. Ein Foto zeigt die Inspiration, in diesem Fall vielleicht das Atlasgebirge, dann folgt die Umsetzung als Strickmodell, diesmal in Form eines Pullovers. Es ist unglaublich, wie sie Farben, Formen und Stimmungen auf ihren Nadeln einfängt und in Modelle umwandelt, die anspruchsvoll zu arbeiten, schön zu tragen und für alle Größen geeignet sind. Ich hoffe ja sehr, dass Frau Danielsen bald wieder etwas Schönes für mich einfällt.

Titelangaben:

Susi Strickliesel: Knit Happens. Strickprojekte, Social Media & mehr.

Igling: Edition Michael Fischer 2019. 144 Seiten. €19,99.

#knittersofinstagram: #stricken macht glücklich.

Igling: Edition Michael Fischer 2019. 96 Seiten. € 15,99.

Annette Danielsen: Stricken wie in 1001 Nacht. 17 orientalisch-inspirierte Strickmodelle.

Münster: LV-Buch, 2019.128 Seiten. €22.

 

Horst Schöne: Gräser und Blattschmuckstauden. Faszinierende Pflanzen, Eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps.

Remo Vetter: The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse. Mit weniger Aufwand zur besseren Ernte im Biogarten.

Peter Bauwens: Der perfekte Küchengarten. Aktuelle Methoden, Pläne, Sorten und Anbautipps.

Auf nach Draußen!

Mich hält natürlich schon lange nichts mehr draußen. Jedes Jahr versuche ich, meinen Außenbereich zu verschönern. Ein bisschen gelingt es mir und längst habe ich gemerkt, dass man in Sachen Garten nie auslernt. Mit den neuen Tipps, die Horst Schöne in Gräser und Blattschmuckstauden. Faszinierende Pflanzen, Eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps, Remo Vetter in The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse. Mit weniger Aufwand zur besseren Ernte im Biogarten und Peter Bauwens in Der perfekte Küchengarten. Aktuelle Methoden, Pläne, Sorten und Anbautipps geben, wird es wieder etwas besser werden.

Die drei Bücher haben sehr unterschiedliche Ansätze und ergänzen sich gerade deswegen wunderbar. Ich werde sie der Einfachheit halber in meiner Lektürereihenfolge vorstellen. Begonnen habe ich mit Remo Vetter. Sein The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse. Mit weniger Aufwand zur besseren Ernte im Biogarten hat mich unglaublich angesprochen, denn wer möchte nicht gerne faul sein und dennoch jede Menge ernten?

Damit gleich klar ist: Es geht dem Autor vor allem um ein bestimmtes Prinzip des Gärtnerns, weniger um konkrete Planungsentwürfe. Seine ruhige, unaufgeregte Art, leben und leben lassen, fand ich sehr ansprechend. Dennoch muss ich dazu sagen, dass mein Garten natürlich nicht Remo Vetters Garten ist. Wer eher einen kleinen Garten bewirtschaftet, so wie ich, wird weniger geneigt sein, großzügig anzupflanzen und der Natur ihren Lauf zu lassen.

Perfekte Fotos verbreiten gute Stimmung

Dennoch: Humus ist wichtig, Regenwürmer auch, rückenschonende Hochbeete erhöhen die Freude beim Gärtnern. Hier habe ich mir wichtige Tipps zum Thema Gründünger und nachhaltig wirtschaften geholt und ich gönne jeder Leserin eine Prise dieses unaufgeregten Menschen. Insgesamt denke ich, dass Remo Vetter eher in der Königsliga der Gärtner unterwegs ist und sich viele von der tollen Stimmung einnehmen lassen, ohne in der Lage zu sein, selbst ähnlich Gärtnern zu können.

Ganz praktisch sieht Peter Bauwens in Der perfekte Küchengarten. Aktuelle Methoden, Pläne, Sorten und Anbautipps den Garten und das kommt gerade kleinen Küchengärten zugute. Mir gefallen die thematisch sortierten Anbautipps und die strukturierten Zeichnungen genauso gut wie die Empfehlungen zu Gemüsesorten und Gartenpflege. Wer loslegen will und einem bestimmten Plan folgen möchte, wird hier fündig.

Ein Garten für jeden Geschmack

Bauwens entwirft Gärten für Liebhaber der mediterranen Küche, für Kinder, für Klassiker oder frankophile Potagerverfechter. Ein Bauerngarten gefällig, oder lieber ein Garten in bestimmten Farbnuancen? Bauwens bietet immer ein komplettes System an, mit Beetstrukturen, Pflanzbeispielen und Ratschlägen zur Bodenstruktur. Dabei hält er sich stark an die historischen Gärten der Romantik, die mit den Kontrasten aus Umzäunung und üppigen Grün Struktur in die wilde Natur bringen.

Wieder völlig anders und diesmal auch ohne kulinarischen Nutzen bespricht Horst Schöne in Gräser und Blattschmuckstauden. Faszinierende Pflanzen, Eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps den dekorativen Aspekt des Gartens. Hier scheiden sich die Geister: Soll es wild und farbenfroh blühen oder ranken sich schlanke Gräser im Garten? Wer sich durch das Buch blättert, findet eine Hommage an die Gartenplanung des frühen zwanzigsten Jahrhunderts und entdeckt viele Pflanzen aus den Gärten der Eltern- und Großelterngeneration wieder. Wie schön Blattschmuckstauden und Gräser immer wieder sind, welche Sorten sich für welche Standorte eignen und wie sich die Gräser am besten in dekorative Arrangements einbinden lassen, findet sich hier in extenso. Auf also nach Draußen!

Titelangaben:

Horst Schöne: Gräser und Blattschmuckstauden. Faszinierende Pflanzen, Eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps.

Münster: LV-Buch, 2018. 120 Seiten. 18€.

Remo Vetter: The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse. Mit weniger Aufwand zur besseren Ernte im Biogarten.

Aarau: AT-Verlag, 2018. 224 Seiten. 35€.

Peter Bauwens: Der perfekte Küchengarten. Aktuelle Methoden, Pläne, Sorten und Anbautipps.

Münster: LV-Buch, 2018. 160 Seiten. 10€.

 

Christiane Wegner: Flechtfrisuren schnellgemacht.

DUDEN: Ich schreib dir einen Brief. Alles rund ums Briefeschreiben.

Perfekte Geschenke

So unterschiedlich Christiane Wegners Flechtfrisuren schnellgemacht und Ich schreib dir einen Brief. Alles rund ums Briefeschreiben vom DUDEN – Verlag inhaltlich auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Beide wandern auf meinen Bücherstapel für perfekte Geschenke. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mindestens je drei Jungs und Mädels, die sich über die Maßen über eines der beiden Bücher freuen werden.

Schenken ist gar nicht so einfach. Schnell werden Dinge ins Eck geworfen oder aus der Hand gelegt. Wenn ich dann etwas finde, bei dem ich Kreativität, Sinnhaftigkeit und Freude verbinden kann, bin ich außer mir vor Begeisterung. Im vorliegenden Fall freuen sich kleine Jungs und Mädels, oder kleine, mittlere und große Mädels. Damit decke ich einiges an Geburtstagskundschaft ab. Von Klasse zwei an bis zum Erwachsenenalter sind die beiden Bücher tolle Geschenke.

Monstermäßig Briefe schreiben

Hand aufs Herz – wer schreibt noch Briefe von uns Erwachsenen? Aber einen Brief erhalten, schön geschrieben, auf kostbarem Papier, saubere Schrift, von einem lieben Menschen: Das berührt. Wer kann das noch und wer hat Lust dazu? Der DUDEN – Verlag zeigt allen Kindern, wie es geht. In einem kleinen Beiheft wird etwas zur Geschichte des Briefes und der Post erzählt. Welche Briefe gibt es, wer bringt sie wohin?

Wie schreibe ich einen Brief? Von der Beschriftung des Briefumschlags über die Postleitzahl bis hin zu verschiedenen Briefstilen: Mit bunten Bildern, lustigen Rätseln und einem freundlichen Monsterteam wird Briefeschreiben zum Kinderspiel. Damit es nicht so theoretisch bleibt, befinden sich im Set wunderbare Briefkarten, die sich als Einladungen oder für Briefe an nette Menschen perfekt verwenden lassen. Vom Denken zum Tun, mit praktischen Hilfestellungen, so geht Lernen leicht von Hand!

Spitzenstyling für alle Tage

Christiane Wegner ist Fachfrau: Als Mädelsmama und Friseurmeisterin weiß sie genau, wie wichtig schnelles und aussagekräftiges Styling im Alltag sind. Deshalb hat sie für jeden Tag und jede Situation die ideale Lösung. Von 5-Minuten Frisuren bis hin zu 20 Minuten Frisuren ist alles dabei und frau kann sich täglich aussuchen, welchen Stil sie selbst oder ihre Töchter heute vorführen dürfen.

Die notwendigen Hilfsmittel haben alle daheim, die lange Haare haben und die Techniken, wie Zwirbeln, kordeln oder flechten, kennen auch die meisten. In raffinierten Varianten, wie fünfsträhnigen Zöpfe, keltischen Knoten, gekordelten Doppelzöpfen oder Bauernzöpfen werden einfache Prinzipien zu Augenweiden. Wer es lieber kompliziert mag, wählt Wasserfallzöpfe, geflochtene Dutts oder mehrere festgesteckte französische Zöpfe.

Große Bandbreite

Sich hinsetzen und Briefe schreiben oder dem eigenen Haar romantischen Flair verleihen – zwei Bücher, die Fertigkeiten vermitteln, die nicht mehr selbstverständlich sind und gerade dadurch zu einem wunderbaren Geschenk für jene werden, die sich von Nostalgie in ihrer modernen Anpassung bereitwillig verführen lassen möchten. Die jeweils sehr handlichen Ausführungen sind ideal für den Alltag, bestimmt werden sie oft benutzt werden!

Titelangaben:

DUDEN: Ich schreib dir einen Brief. Alles rund ums Briefeschreiben.

Berlin: Duden Verlag, 2018. 16 Seiten + Kartensets. 9,99 €.

Christiane Wegner: Flechtfrisuren schnellgemacht.

Münster: LV-Buch, 2019. 192 Seiten. 18 €.