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Andrea Langenbacher, Marlene Fritsch: Der Adventskalender für Herz und Hände.

Jutta Vogt-Tegen: Dankbarkeits Tagebuch. Gute Gedanken für mehr Achtsamkeit.

Rückbesinnung im Advent

Pünktlich dann, wenn ich noch einmal aufs Gaspedal trete, mahnt die Büchergemeinde zur Achtsamkeit und Langsamkeit. Was soll ich tun? Ignorieren und weiter machen? Zur Ruhe kommen und das Chaos herrschen lassen? Zur Ratsuche begebe ich mich zu Andrea Langenbacher und Marlene Fritsch, die in ihrem Adventskalender für Herz und Hände genau solche verzweifelten Mamas beraten wollen und zu Jutta Vogt- Tegen, die mit ihrem Dankbarkeits Tagebuch rät, sich auf Wesentliches zu konzentrieren.

Alljährlich lassen mich all die Adventskalender und Ratgeber ratlos zurück. Diesmal durfte ich den Adventskalender für Herz und Hände von Andrea Langenbacher und Marlene Fritsch in Händen halten, dessen Kürze und Knappheit schon wieder erfrischt. Die Grundgedanken darin sind wesentlich und selbstverständlich. Neben einer Rückbesinnung auf das wirklich Wichtige (was ist das?) ein Versuch, nicht im Gehetze der Festtage unterzugehen.

Ratschläge machen hilflos

Nur: welche Mama schafft das? Ich werde in den nächsten Wochen vier Adventsfeiern besuchen, eine Nachtwanderung machen, mehrere Adventsvorspiele anhören, einige Geburtstage feiern und für die angenehme, stille Zeit daheim sollte ein Adventskalender, ein Adventskranz und ein Vorrat an Plätzchen gebacken werden. Ehrlich: Nichts davon tut eine Mama für sich. Würde nicht eine warme Tasse Tee bei einer Freundin ausreichen?

Natürlich! Nur hätte ich dann vier brüllende und gar nicht adventliche Kinder hier hocken. Der Advent ist ein Mütterspagat und Ratschläge sind oft auch nur Schläge. Dennoch mahnen sie an, sich selbst und seinen Nächsten nicht zu vergessen. Also: Freiräume schaufeln. Jutta Vogts Dankbarkeits Tagebuch mahnt zu noch mehr. Sich hinsetzen und jeden Tag aufschreiben, wofür man dankbar sein kann.

Demut vor dem Leben

Das ist etwas, was ich mit meinen Kindern schon gemacht habe. Ewiges Gemecker am Abendbrottisch? Manchmal frage ich meine Kinder, warum es ihnen besonders gut geht und weshalb sie einen schönen Tag hatten. Oft wollen sie mir erst erzählen, was nicht gut war. So denken wir Menschen. Schön, wenn jemand beschließt, dass man für eine Zeitlang Negatives weg sperren muss. Jeden Tag Dankbarkeit zu empfinden, dürfte grade jetzt nicht schwer sein, oder?

Ich weiß nicht, ob ein Tagebuch dazu unbedingt notwendig ist, aber vielleicht ist es eine Art geschriebene Meditation. Zudem hilft Geschriebenes beim Erinnern. Gestern? War ich dankbar. Das ist es, was ich mir vom Adventskalender für Herz und Hände und vom Dankbarkeits Tagebuch mitnehme. Gute Gedanken, ein schönes, ansprechendes Design, fünf Minuten Ruhe und Reflexion in einem Alltag, der oft chaotisch ist. Einatmen, Luft anhalten, ausatmen.

Titelangaben:

Andrea Langenbacher, Marlene Fritsch: Der Adventskalender für Herz und Hände.

Ostfildern: Patmos Verlag, 2015. 52 Seiten. 8,99 EUR.

Jutta Vogt-Tegen: Dankbarkeits Tagebuch. Gute Gedanken für mehr Achtsamkeit.

Köln: Lingen Verlag, 2015. 112 Seiten. 6,95 EUR.

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