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Sybille Sturm: Gutes Karma Food. Rezepte für ein besseres Ich.

Nicky Sitaram Sabnis: Jetzt koche ich ayurvedisch. Schnelle Küche für Einsteiger.

Heilsam für Körper und Geist

Wir wissen es schon längst: Essen hält Leib und Seele zusammen. Das, was wir zu uns nehmen, definiert uns über die Maßen und noch mehr, als das, was wir um uns herum horten. Sybille Sturm und Nicky Sitaram Sabnis wissen es beide. Deshalb gibt es bei Sturms Gutes Karma Food. Rezepte für ein besseres Ich gleich etwas für die Seele und Sabnis‘ Jetzt koche ich ayurvedisch. Schnelle Küche für Einsteiger zeigt, wie einfach es auch sein kann, gut und heilsam zu kochen.

Beide Kochbücher bedienen natürlich ein ähnliches Feld. Der Hauptunterschied: Sturm kocht grundsätzlich vegetarisch und manchmal auch vegan, die westlichen Einflüsse sind unübersehbar. Sabnis kocht ayurvedisch und nicht unbedingt vegetarisch oder vegan. Seine Rezepte ruhen auf der Basis der ayurvedischen Medizin und sind als unterstützende Elemente gedacht. Beide bedienen sich der reichhaltigen Gewürzwelt Indiens und versuchen doch, so angepasst zu kochen, dass ein Nacharbeiten der Rezepte immer möglich ist.

Wohlfühldiät für ein neues Leben

Besonders Sybille Sturm hat eine Lebensänderung im Sinn. Das sieht man an den Grundregeln, die sie für ihr Karmafood aufstellt. Von frischer Zubereitung bis zum Verzicht auf Alkohol ist alles dabei. Sie lebt ihr Karmafood sehr konsequent und damit wird es gerade für Allrounder etwas schwierig. Möchte ich mein Leben komplett ändern? Mein Samstagsgläschen Rotwein weglassen? Der innere Schweinehund geht auf die Barrikaden.

Achtsamkeitsübungen für zwischendurch, ein Küchengarten, heimische Superfoods. Sturm setzt auf gesunde, lokal gewachsene Lebensmittel. Es gibt Müsliarten zum Frühstück, Porridge oder Körnerbrot. Also alles nicht ayurvedisch, aber in seiner achtsamen Zubereitung sicherlich gut für das Karma. Die Rezepte, wie z.B. der herbstliche Rübensalat mit Orangendressing, lesen sich alle toll. Es gibt viele Salate, warme, cremige Suppen, Bratlinge in allen Formen, Ofengemüse zu Nussbraten, und Schokoladige Desserttorten ohne Mehl. Sturm kocht kreativ, modern und vegetarisch. Ideal für alle, die immer schon mal ihre Ernährung umstellen wollten, weil das Kochbuch so komplett wirkt.

Indische Kochkunst für jeden Tag

Sabnis dagegen widmet sich wirklich dem Seelenleben. Nach der ayurvedischen Lehre gibt es verschiedene Elemente und Konstitutionen, die im Leben der Menschen vorherrschen können, die Doshas. Ein Gleichgewicht ist ideal, ein Ungleichgewicht wirkt krankmachend. Ernährung kann helfen, die Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dafür gibt es erst einmal einen Fragebogen, anhand dessen man sich selbst einschätzen kann.

Alle Gewürze und Gewürzmischungen, die dann vorgestellt werden, werden bereits anhand ihrer Wirkung auf die Doshas eingeordnet. Nicht alles wächst bei uns, manches wird man bestellen müssen. Gut, dass Sabnis im Anhang Adressen auflistet, die weiterhelfen können. Ansonsten ist es hier richtig ayurvedisch- indisch. Intensive Würzmischungen, aufwändige Rezepte, gern mit Bemerkungen über die Auswirkungen auf die Doshas.

Orient für alle

Viele der Suppen oder Chutneys sind absolut alltagstauglich und sehr fein. Der Fokus auf cremige Suppen mit viel Gemüse und Gewürzen ist gerade für die Herbstküche eine herrliche Ergänzung. Ingwersuppe mit Pastinaken, Mangosuppe und Knoblauchsuppe klingen herrlich fremdländlisch. Gemüse und Hülsenfrüchte sind fester Bestandteil der regionalen Küche, die aber auch mit Tofu oder Steinpilzen auf internationales Niveau gehoben wird.

Die abwechslungsreichen Fleischgerichte machen richtig Lust zum Kochen, dabei gibt es vor allem Fisch, Lamm und Geflügel. Dabei wird immer auf ausgewogene Ernährung geachtet, gerne die Gerichte in kleinen Schälchen im Mix gereicht, um nicht die Doshas einseitig zu belasten. Um das Kochen zu erleichtern, gibt es auch ein Kapitel über einfache Basissaucen, die sich mehrere Tage lang im Kühlschrank halten. Sogar Desserts gibt es, genauso wie Getränkerezepte und Frühstücksvorschläge. Wer seinen Chai zukünftig lieber selbst zubereiten möchte, findet hier das passende Rezept.

Insgesamt zwei tolle Bücher im selben Grundtenor, doch mit unterschiedlichem Fokus. Ist es nicht endlich an der Zeit, aus dem alten Trott zu kommen?

Titelangaben:

Sybille Sturm: Gutes Karma Food. Rezepte für ein besseres Ich.

Köln: Fackelträger Verlag, 2017. 144 Seiten. 20 €.

Nicky Sitaram Sabnis: Jetzt koche ich ayurvedisch. Schnelle Küche für Einsteiger.

Aarau: AT- Verlag, 2016. 152 Seiten. 19,95€.

2 Gedanken zu „Neu Gelesen

  1. Regula

    Bei Karma Food habe ich an alle anderen gedacht und nicht an mich. Die Produzenten, die Tiere: Daran, dass ich mit meinem Essen möglichst wenig Schaden in der Mitwelt anrichten will. Ist damit das bessere Ich gemeint? Liebe Grüsse von Regula

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    1. admin Beitragsautor

      Du hast Recht, das eigene Karma sollte erst wachsen können, nachdem man auch an alle die gedacht hat, die einem einen warmen Teller Suppe überhaupt erst ermöglichen. Eine gute neue Woche wünsche ich Dir. LG Viola

      Antworten

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