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Sasa Noël, Heike Grein: Food Truck Kitchen. Originalrezepte und Geschichten.

Festivallaune für Zuhause

Wer in Sasa Noëls und Heike Greins Food Truck Kitchen. Originalrezepte und Geschichten blättert, hat gleich mal gute Laune. Im wunderschönen Fotoband des AT- Verlags geht es nicht nur um gute Rezepte anerkannter Schweizer Street Food Köche, sondern um ein bestimmtes Lebensgefühl. Wieviel dann tatsächlich nachgekocht wird, ist sekundär, solange man nur die vielen unterschiedlichen und interessanten Typen von Menschen, Autos und Gerichten bewundern darf.

Die beiden Autorinnen sind Grafikdesignerinnen mit einem Faible für Foodstyling und die Schweizer Festivalszene. Sie haben die Foodtruckbetreiber ausfindig gemacht, sie begleitet, fotographiert und Rezepte und Geschichten aufgeschrieben. Es ist dieser unterhaltsame Mix, der das Buch so lesenswert macht. Die schöne Aufmachung, das freundliche Design und das stilsichere Gefühl für neue Trends machen Food Truck Kitchen zum perfekten Geschenk für Freunde, die gutes Essen mögen und einen offenen Geist haben.

Geschichten vom Essen

Die Rezepte selbst sind eher spärlich und typisch: Churros, Crêpes, Burger, Suppen oder Chili. Was man eben von Food Trucks kennt. Es sind die schönen Fotos und die sympathischen Geschichten, die so einnehmend sind. Stories von Menschen, die allesamt eins verbindet: die Liebe zu gutem Essen. Denn Food Trucks sind das Gegenteil von Fast Food, alle Truckbesitzer vereint, dass sie ihr Vehikel mit viel Liebe zum Detail und einem ausgeprägten Gespür für Ästhetik ausgestattet haben.

Die Geschichten sind die von Freunden, Liebespaaren, Familien, engagierten Singles, die alle ein klein wenig die Welt verändern wollten. Selbstbestimmt leben, in die hektische Zeit der Arbeitswelt und in das Chaos der Festivals Ruhe und Genuss bringen, das sind oft die Devisen. Immer wieder also Aussteiger, die sich für einen Food Truck entschließen und so spielen in vielen Portraits Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein eine Rolle.

Rezepte zum Nachkochen

Die Rezepte selbst sind zwar nicht weltverändernd, dafür aber sehr solide und gut nachzukochen. Besonders gefällt mir, wieviel Wert auf gute Zutaten gelegt wird. Damit folgen auch die Schweizer Food Truck Köche dem allgemeinen Trend, regional und hochwertig zu kochen. So manch einer hat auch persönliche Vorlieben zum Beruf gemacht, wie zum Beispiel besonders hochwertigen Kaffee, hier wird die Nachahmung zur Herausforderung.

Wenn die Familiengeschichte ins Spiel kommt, sind die Rezepte besonders anrührend. Ein Mutter – Töchter Gespann verkauft Apfelstrudel und andere Strudelsorten im Food Truck, sie alle haben ihre Berufe hinter sich gelassen um ihr Erbe weiterzugeben und sich an den Apfelstrudel der Großmutter zu erinnern. Schade, dass gerade dieses emotionale Rezept darunter leidet, dass fertige Strudelteigblätter benutzt werden. Der Strudel Truck bekommt einen schalen Beigeschmack, wenn die Familiengeschichte nur zum Werbegag wird.

Altbekanntes

Die Geschichten sind wirklich immer schön erzählt. Die Fotos laden zum Träumen und Nachkochen ein. Die Rezepte sind manchmal anregend, vor allem, wenn es sich um den asiatischen und orientalischen Kulturkreis geht, im Fall von Eis, Pesto Genovese, Cookies und Strudel jedoch blickt man gelangweilt auf die Zutatenliste. Im Büchlein nichts Neues. Als Geschenk ist Food Truck Kitchen trotzdem toll – wegen der Geschichten und schönen Fotografien. Als Kochbuch ist es allenfalls eine Anregung, selbst mehr zu wagen.

Titelangaben:

Sasa Noël, Heike Grein: Food Truck Kitchen. Originalrezepte und Geschichten.

Aarau: AT – Verlag, 2017. 194 Seiten. 28 EUR.

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