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Klaus Schuker: Hexarella und der Wundervogel.

Krimi für Kleine

Klaus Schuker hat mit Hexarella und der Wundervogel eine Art Einsteigerkrimi für Grundschulkinder geschrieben. Die Geschichte von der kleinen Hexe Hexarella, die mittels eines Wundervogels eine Geschichte um einen verseuchten Weiher und viele tote Vögel aufklärt, ist vor allem geeignet für Kinder, die schon etwas lesefest sind, z.B. in der zweiten Klasse, und Lust haben, viele Elemente von Kindergeschichten zu kombinieren.

Schuker deckt mit seiner Thematik eine große Bandbreite von Aspekten ab, die Kindern in diesem Alter wichtig sind. Hexarella kann zaubern, aber noch nicht richtig und sie hat ihre Eltern verloren und muss bei ihren boshaften Hexentanten wohnen. Hexen und Menschen wohnen in getrennten Dörfern und die Hexen verstehen die Sprache der Vögel. Viele zauberhafte Elemente also, die in Kinderbüchern seit Otfried Preußlers »Kleiner Hexe« immer wieder auftauchen. Dass Hexen gut und böse sein können, so wie Menschen auch, wird für den Fortgang der Geschichte noch wichtig.

Rätselhaftes Vogelsterben

Hexarella bekommt mit, dass rund um ihr Dorf viele Vögel sterben. Als naturverbundenes Hexenkind spielt sie oft auf den Wiesen und trifft dort die Vögel. Im Hexendorf ist sie dank ihrer Freunde gut eingebunden, so lassen sich auch die Quälereien durch ihre Tanten besser aushalten. Die Hexentanten sind klassisch gehalten: durch und durch böse, quälen sie Mensch und Tier, kreischen und intrigieren. Kleine Leser werden in traditionellen Vorstellungen eher bestätigt.

Die Dorfvorsteherin Schanaaxa – die Namensfindung bei den Hexen folgt bis auf »Hexarella» einem eher unkreativen Weg (»Dixiixi, Doxooxo« etc.) – spricht Hexarella auf deren Entdeckung mit den erkrankten Vögeln an und weist die kleine Hexe darauf hin, dass die Lösung des Rätsels möglicherweise im Menschendorf zu suchen sei. Durch mehrere kleine Parallelhandlungen, z.B. mit der bösen Tante Axafaxa, verliert man den Haupthandlungsstrang immer wieder aus den Augen.

Längen in der Mitte, geballte Spannung am Schluss

Umso spannender wird es gegen Ende des Krimis. Endlich löst Schuker sich von allen Nebenhandlungen und lässt Hexarella mit Hilfe des Wundervogels die Spur des verseuchten Weihers zurück ins Menschendorf und zu einer Chemiefabrik verfolgen. Dank ihrer beiden Freunde gelingt es auch, die Menschenpolizei zu informieren und die Umweltsünder dingfest zu machen. Alles löst sich in Wohlgefallen auf, die tyrannischen Hexentanten aber müssen im Giftweiher ihr Leben lassen und Hexarella darf daraufhin bei ihren Freunden einziehen.

Es ist etwas viel von allem in diesem Krimi, einiges wird auch nicht ausgearbeitet. Weshalb starben Hexarellas Eltern? Warum hat Hexarella auf der einen Seite blonde, auf der anderen dunkle Haare? Da der Wundervogel nur mit Hexarella spricht, was auch die anderen Vögel können, hat er keine weitere Funktion. Auch die vielen kleinen Parallellungen könnten besser entzerrt werden. Trotzdem ist die Figur der Hexarella sehr sympathisch und auch Schukers Sprache mit der lockeren, aber nicht stupiden Art der Sprache zwischen Kindern ist angenehm zu lesen. Ich hätte mir für meine Kinder gewünscht, dass die Dichte im Buch entzerrt würde und lieber auf zwei Bücher verteilt wird. Auch die Thematik selbst finde ich durchaus gut gewählt – Umweltsünden und Familienprobleme sind Kindern immer nah – aber eben auch sehr dicht. Ich bin gespannt, ob Hexarella noch mehr Abenteuer erleben darf.

Titelangaben:

Klaus Schuker: Hexarella und der Wundervogel.

Fellbach: Fabulus Verlag, 2016. 120 Seiten. 15 EUR.

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