Archiv für den Monat: Januar 2018

Projektchaos im Januar – Can’t Focus

Manchmal ist es furchtbar und es dauert ewig, bis ein Projekt fertig wird. Ich kann mich einfach nicht konzentrieren! Zumindest nicht auf ein Projekt. Also arbeite ich im Moment an ziemlich vielen Projekten und keines ist fertig. Zum Beispiel habe ich aus einer Haushaltsauflösung drei Kisten Stoffe bekommen – Tischdecken, Sets, Vorhänge und so weiter. Auf Samt habe ich mich dann fokussiert, es sollen Taschen werden. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten! Außerdem bringen mir unendlich viele Menschen Altpapier, Kalender und Zeitungen. Korbflechten steht also ganz oben auf dem Programmm, im Moment habe ich wieder zwei Körbe angefangen, ich freue mich schon auf die fertigen Fotos.

I’m on too many projects right now cause I can’t focus properly. Which makes me switch between sewing upcycling bags from old tablecloth, rolling paperbeads, weaving paper baskets, making some vinegar cleanser and crocheting upycling yarn. It will take a few days until I have something to show to you!

Mein Titelfoto? Orangen, aber nicht einfach so! Wir haben unseren Vitamin  C Haushalt gepusht und die Schalen werfe ich doch nicht weg! Mit normalem Essig übergossen gibt das einen Prima Essigreiniger, mit dem ich seit Wochen Kalkflecken löse und putze.

Außerdem versuche ich gerade, System ins Geschenkpapierchaos zu bringen. Meine Kinder bekommen so nette Sachen geschenkt und es zerreisst mir das Herz, wenn ich das schöne Papier einfach wegschmeissen muss. Also fange ich grad an, es zu zerschneiden, ich möchte gerne Papierperlen machen. Sehr kleine, deshalb brauche ich dünne Streifen und muss viel und lange rollen. Mal sehen, was es wird.

In den Stoffrestekisten flogen auch ein paar Wollreste rum. Also: angefangen zu häkeln. Ich hätte gerne einen bunten Poncho. Wenn er mir nicht steht, wird er verkauft. Mal sehen, wie weit ich komme…..

Ihr seht, es gibt zu tun!

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Kunst und Handwerk, Upcycling

Unikate, Upcycling, Handarbeit, Kunsthandwerk, Schmuck

Neu Gelesen

Tula Pink, Angela Walters: Modernes Quilten. Patchworkdecken mit schönen Mustern und fantastischen Farben.

Im Farbenrausch

Ganz klar, Tula Pink ist in der Quiltszene eine Institution. Deshalb verwundert es auch nicht, wenn Modernes Quilten. Patchworkdecken mit schönen Mustern und fantastischen Farben, das sie zusammen mit Angela Walters verfasst hat, so ein tolles Buch ist. Schon das Titelbild lädt zum Stöbern in der Restekiste ein und schnell wird klar, dass man auf jeden Fall mindestens ein Kissen, wenn nicht gleich eine stattliche Tagesdecke haben will.

Es wird Zeit, dass ich mich mit meinen Stoffresten auseinandersetze. Mit diesem Buch gelingt es ganz besonders gut. Tula Pink und Angela Walters haben ihre Quilts nach Farben und Mustern sortiert. Natürlich könnte man tauschen, aber allein das Blättern im Buch ist ein absolutes Fest für die Augen! Jede Farbzusammenstellung bekommt ihr eigenes Muster und Fleissige können nach den Schablonen im Buch gleich loslegen!

Thematische Gliederung

Tula Pink und Angela Walters legen bereits im Vorwort Wert auf eine Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Ein Quilt war früher Ausdruck der Familiengeschichte, er ist es noch, auf moderne Art und Weise. Wer noch nie einen Quilt gefertigt hat, freut sich über die einführende Anleitung, der Rest stürzt sich auf die einzelnen Kapitel! Wohl dem, der eine Quiltmaschine besitzt, denn das Maschinenquilten ist Schwerpunkt im Buch. Der Rest holt sich Nadel und Faden.

Tula Pink und Angela Walters quilten in allen Farben des Regenbogens. Sie beginnen mit Rottönen, wandern dann zu Gelb, Grün und Blau und landen nach Schwarz und Grau doch wieder beim Regenbogen. Die Schönheit der Quilts ergibt sich aus den Designs. Klassische Blocktechnik wechselt mit Hexagons, Totenköpfen und Häusern. Die Schablonen für die einzelnen Techniken sind im Buch hinten angeführt, ansonsten gibt es die Möglichkeit, erst ein Kissen oder einen Wandbehang zu quilten, bevor man sich an die großen Decken wagt.

Farbenfroh und Modern

Kein einziger Quilt von Tula Pink und Angela Walters sieht nach muffiger, alter Wohnung aus. Die Farben sind nie kitschig ausgewählt, die Muster sogar cool genug für Teenager. Bei komplexeren Mustern wie den Totenköpfen wird genau erklärt, wie die Blöcke aneinandergefügt werden. Sogar das Quilten selbst ist an vielen Stellen aufgeführt, denn sobald der Patchworkteil abgeschlossen ist, müssen die Stoffteile gequiltet werden, um eine feste Decke zu erhalten.

Hier zeigt sich die wahre Kunstfertigkeit der Autorinnen, die für jeden Quilt ein Bild im Bild gestalten. Für die Quiltstiche gibt es eigens eine Farb- und Musterauswahl und je nach Schwerpunkt wird für Ton-in Ton Muster oder exaltierte Stiche votiert. Nicht nur bekommt man mit Modernes Quilten. Patchworkdecken mit schönen Mustern und fantastischen Farben wunderschöne Entwürfe zum Nacharbeiten, sondern es werden genügend Kenntnisse vermittelt, um vielleicht auch selbst Quilts entwerfen zu können.

Titelangaben:

Tula Pink, Angela Walters: Modernes Quilten. Patchworkdecken mit schönen Mustern und fantastischen Farben.

Aus dem Amerikanischen von Dr. Katrin Korch.

Münster: LV-Buch 2017. 192 Seiten. 18 EUR.

Kunst und Handwerk, Upcycling

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Buchfreude

Solch eine Freutagsfreude!

Christopher Ecker: Andere Häfen

Gestrandet im Labyrinth des Minotaurus

Gründliche Navigation ist sicherlich kein Nachteil bei der Lektüre von Christopher Eckers Andere Häfen. Die nautische Zeichnung auf dem Cover des Erzählbands spricht für sich, wenn der Blick zur Odyssee des Autors wandert, welcher die Zustände und Abgründe der menschlichen Seele in siebenundachtzig Erzählungen ertastet. VIOLA STOCKER zückt den Kompass, um nicht im Labyrinth des Minotaurus verloren zu gehen.

Christopher Ecker hat ein derart scharfes Auge und analytisches Verständnis des menschlichen Zusammenlebens, dass es beinahe beunruhigend ist. In kafkaesker Manier sind die Protagonisten grundsätzlich den Situationen, in denen sie handeln, ausgeliefert. Selten ist ihnen die Machtlosigkeit bewusst, doch der personale Erzählkommentar Eckers trachtet regelmäßig nach der Zerstörung dieser Illusionen.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt

Es gelingt Christopher Ecker in Andere Häfen noch viel besser als beispielsweise im Fahlmann (2012), dem Autor gegenüber jedwede Art von Ernst zu verweigern. Schon im Geleitwort arbeitet er mit verschiedenen Ebenen und nimmt sich die Freiheit, den Erzähler in die Geschichte hinein und hinaus zu schreiben, wie es ihm gerade gefällt. Das erfordert beim Lesen einiges an Ausdauer und Flexibilität, sowie eine Vorliebe für ungewöhnliche Metaphern.

Man spürt in den Erzählungen förmlich die Lust Eckers am Schreiben, den Aberwitz, den er sich erdachte, um fromme Leser zu verschrecken. In paradoxen Alltagssituationen erweist sich Christopher Ecker als Meister des Absurden, Kafka gleich, jedoch mit Eulenspiegels boshafter Komik. Die Grundsituationen sind aus dem Lebensalltag der Menschen gegriffen. Vermietung von Wohneigentum, eine Verabredung, Schwangerschaft, viele Themen, die Ecker bearbeitet, sind ob ihrer Alltäglichkeit nicht erwähnenswert. Bis die Absurdität der Situation einem den Atem nimmt.

Eine Irrfahrt durch die Menschheit

Menschen tun böse Dinge. Sie bringen kleine Katzen um, sie fügen unschuldigen Menschen Leid zu und leben ihren Alltag weiter. Ecker nähert sich in seinen Erzählungen auch immer wieder Protagonisten in Extremsituationen, die sich ihrer Umwelt hilflos ausgeliefert sehen. Manche Erzählszenarien folgen dem Skript wirrer Träume, in denen das Individuum Ereignissen ausgesetzt

ist, die es weder beeinflussen noch verstehen kann.

Szenen unter Tage in einem Silberbergwerk, Gedanken eines Autors beim Verfassen eines Romans, oft Überlegungen eines Lehrenden, der vom Lehrinhalt eingeholt wird – Christopher Ecker nimmt sich die Freiheit, ein Leben zu zerschreiben wie ein Mosaik. Die einzelnen Erzählungen gleichen den Mosaiksteinchen, deren roter Faden durch das Labyrinth nichts ist als die Zustände der menschlichen Seele, die in vielen verschiedenen Situationen, wie Schiffe in Häfen, welche ein- und auslaufen, immer das Gleiche versuchen muss: die eigene Existenz verstehen.

Urlaub für die Gedanken

Die Prägnanz der Erzählungen und das meist überraschende Ende der Einzelepisoden trägt zur durchweg guten Lesbarkeit des Bandes bei. Da die meisten Inhalte surreal mit Hang zu einem realen Anfang oder Ende sind, bedarf es einiger Kreativität beim Lesen und die Gedanken können sich sehr frei bewegen. Ecker hat kein Interesse an herkömmlicher Erzählkunst, er möchte auch keinem Leser sein Diktum aufdrängen. Was manchmal überrascht, stößt ein andermal ab und lässt Unverständnis zurück. Fast ungläubig wird nach der Lektüre erneut zum Buch gegriffen.

Titelangaben:

Christopher Ecker: Andere Häfen.

Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2017. 240 Seiten. 16,95 EUR.

 

Kunst und Handwerk, Upcycling

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Es wird wieder mal geRUMst!

Ihr Lieben, ich fass es kaum! So erklären sich auch die vielen Fotos heute. Denn es wird geRUMST!

Look, what I’ve made. My first and beloved handmade sweater from handspun yarn.

Letztes Jahr ist mir beim Baumschneiden mein Pullover kaputt gegangen, den ich vor zwölf Jahren (gefühlt gestern) gestrickt hatte. Ein Ast hat mir den Ärmel aufgerissen und einige Flecken haben ihn schon zuvor verschandelt. Jetzt brauchte ich etwas neues Warmes für den Winter! Hm.

Das ist herausgekommen: erst einmal habe ich im Laden samstags Garn gesponnen für Nadelstärke dreieinhalb. So erklärt sich das unregelmäßige Strickbild, nicht wahr?

Dann habe ich eine Maschenprobe gestrickt und gerechnet. Ich wollte eine Art Tunika in A-Linie in Gr. 36/38, nicht zu lang, nicht zu kurz und vor allem nicht zu eng. Ärmel brauche ich nicht, aber Pollunder mag ich nicht.

Ich habe dann mit einer Rundstricknadel 220 Maschen angeschlagen und in Reihen, nicht Runden gestrickt. Am Ende und Anfang jeder Reihe habe ich zwei Maschen kraus rechts und dann die Randmasche gestrickt.

I cast on 220 stitches with needles 3,5 mm. Knit in rows until 30cm length and then keep on knitting in rounds. After other 5cm divide your work in a front and back part and cast off 10 stitches on each side for your arms. Keep on knitting while casting off antoher 5 stitches per part and side for the opening at the arms. When about 10-15 in length, cast on 20 stitches per side and go on knitting in rounds again for the neckline. I chose knit two/ purl two for my neckline and when about 5cm in length I began forming the neckline with knitting 2tog every 10 stitches. Cast off when the neckline is about 10 cm in length.

Als Bündchen habe ich mich für Mäusezähnchen entschieden, die ich dann später entsprechend umgenäht habe. Ich habe ca. 25- 30 cm nach oben gestrickt – Ihr messt am besten bei Euch selbst nach und dann in runden weitergestrickt. Der Schlitz, der so entstanden ist, war für einen Keil in der hinteren Mitte gedacht. Den Rundenanfang markiert Ihr am besten, denn Ihr braucht später noch einmal die rückwärtige Mitte zum Zählen. Ich habe dann noch ca. 5 cm weiter in Runden gestrickt und dann die Arbeit geteilt in zwei Hälften mit gleicher Maschenzahl.

Für die Armausschnitte habe ich erst einmal zehn Maschen abgenommen (Achtung, die Maschenzahl vom anderen Teil reduziert sich also um fünf Maschen je Seite) und dann noch fünf Maschen in den darauffolgenden Reihen. Auch beim Armausschnitt habe ich mit Randmasche und zwei kraus rechten Maschen abgeschlossen, ich wollte ja keine Ärmel. Insgesamt habe ich also 20 Maschen pro Armausschnitt gerechnet.

Über die verbleibenden Reihen habe ich dann weiter hoch gestrickt, auf der Rückseite entsprechend spiegelverkehrt. Der Armausschnitt passt mir zwar perfekt, ich denke aber, ich hätte noch gut 5 cm höher stricken sollen.

Für die Passe habe ich dann wieder auf jeder Seite die 20 Maschen aufgenommen, die ich vorher abgenommen hatte und in Bündchenmuster in Runden fertiggestrickt. Ich denke, um die Passe über die Schultern zu kriegen, hätte ich auf jeder Seite 30 Maschen aufnehmen müssen. Die Passe ist ca. 10 cm hoch und für den Halsausschnitt habe ich ab 5cm Höhe immer alle 10 Maschen zwei zusammengestrickt. Man sieht es auf dem Bild. Abketten, fertig.

Für den Einsatz am Rücken habe ich einen weißen Kammzug in Roter Bete gefärbt und dann für den Keil mit Nadeln 3,5mm ca. 50 Maschen angeschlagen. Das Zopfmuster habe ich mir nach Gusto durchgerechnet, die großen Zöpfe in der Mitte sind über zwölf Maschen gestrickt, die kleineren über 8 Maschen. Das Bündchen ist kraus rechts gestrickt. Man könnte auch ohne Muster stricken, ich wollte aber nicht. Der Keil ist genaus so hoch wie der Schlitz und wird in Falten gelegt und innen festgenäht. An den Rändern habe ich den Keil festgehäkelt, wahrscheinlich würde ich das aber nicht mehr machen. Weil alles sowieso sehr nach Tracht aussieht, habe ich gleich zum Regulieren Trachtenknöpfe oben angenäht. Weil ich Zopfmuster nicht spanne, habe ich zum Glätten einfach mit dem Bügeleisen gedämpft. So. Jetzt bin ich eingekleidet und ich liebe meine neue Tunika trotz einiger Macken.

Deshalb schicke ich sie auch zu Fanny!

Kerzenwerkstatt

Johann hat dieses Jahr Erstkommunion. Ich nehme dies als Anlass, meinen Kerzenbestand im Laden aufzumöbeln. Also gibt es mindestens einmal die Woche einen Kerzentag in der Küche. Letzten Sommer war ich zu Gast bei meiner Mutter in Bayern und habe die Kerzenfabrik Kopschitz in Rotthalmünster heimgesucht. Ich liebe tolles Wachs und schöne Kerzen! Johanns Lieblingsmodell war noch nicht dabei, mal sehen, wofür er sich am Ende entscheidet. Nach und nach werden die Kerzen auch in den Onlineshop wandern, ich bin nur noch etwas unorganisiert im Moment.

Derweilen: Ab damit zum Creadienstag, zu HoT, zu Pamelopee und zu Dienstagsdinge!

 

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Neu Gelesen

Claudia Huboi: Papierkram. Das Werkstattbuch für Kinder.

Das schönste Material der Welt!

Wer mag nicht gern Papier, möchte ich gerne sagen und denke, dass es für Kinder sicherlich das Bastelmaterial Nummer eins ist. Claudia Huboi weiß das. In Papierkram. Das Werkstattbuch für Kinder dürfen Kinder alles ausprobieren, was das geduldige Blatt Papier zulässt. Sie dürfen reißen, schneiden, bemalen, bedrucken, kleben, knicken, falten, stanzen. Es ist unglaublich, wie viele simple Möglichkeiten, das geduldige Blatt Papier zu drangsalieren, es doch gibt.

Bei all ihren wundervollen Projekten verliert Claudia Huboi das Kind nicht aus dem Auge. Das heißt, dass alle Projekte an einem Nachmittag fertig gestellt werden können und zum Spielen geeignet sind. Praktisch veranlagten Eltern mögen sie dadurch vielleicht etwas sinnentleert erscheinen, aber Spielen muss ja gottseidank keinen Sinn und Zweck haben. Um den pädagogischen Anspruch nicht ganz zu verlieren, gibt es ganz am Anfang eine kleine Kulturgeschichte des Papiers zu lesen. Nicht nur für die Eltern.

Sich richtig austoben dürfen

Es wäre zuviel des Guten, wollte ich hier alle die wundervollen Kapitel beschreiben, die Claudia Huboi für Kinder zusammengestellt hat. Wer mag, darf sich im Inhaltsverzeichnis informieren und kann dann auswählen, ob man lieber Papier bedruckt, bestempelt, schabloniert und schöpft oder vielleicht eher schneidet, reißt, schnipselt und klebt. An diesen beiden Beispielen ist bereits ersichtlich, dass für viele verschiedene Altersgruppen bis dreizehn Jahre Projekte vorgestellt werden.

Techniken wie Nähen, Sticken, Weben und Prägen erfordern sicherlich mehr Geschick als Schneiden und Reißen und wer mag, darf sogar bewegliche Figuren oder Artefakte herstellen. Manchmal ist es auch nur die Optik, die begeistert und deshalb gibt es im Anhang viele wunderschöne Papiere zum Herausreißen und verbasteln. Wer immer also dieses Buch geschenkt bekommt, kann selbst ohne Schere und Kleber gleich loslegen.

Einen Blick fürs Schöne bekommen

Gerade wenn man wie ich einen Blog zum Thema Nachhaltigkeit und Upcycling betreibt, freut es das Bastlerherz, wenn die Nachhaltigkeit auch in kreativen Bereichen gelebt wird. Was gibt es nicht an schönen Papieren zu finden. Geschenkpapierreste, Kataloge, Kalender, Claudia Huboi sieht das alles und gibt mit kleinen Bastelprojekten Anlass, genauer hinzusehen. Manchmal brauchen Kinder nur einen Anstupser, um kreativ zu werden und das gelingt mit Hubois Buch wunderbar. Im gewohnt schönen und strapazierfähigen Layout des Haupt – Verlags sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt!

Titelangaben:

Claudia Huboi: Papierkram. Das Werkstattbuch für Kinder.

Bern: Haupt Verlag, 2016. 160 Seiten. 24,90 EUR.

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Buchfreude!

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Charlov: Dein Lieblingspulli. 20 atemberaubende Strickpullover fürs ganze Jahr.

Nadelspiele für Maschenaddicts

Bloggerin Charlov ist den Maschen verfallen, offensichtlich. Nun hat sie mit Dein Lieblingspulli. 20 atemberaubende Strickpullover fürs ganze Jahr eine kleine Sammlung ihrer Kostbarkeiten veröffentlicht, die allesamt einer schicker als der andere sind. Für Nadelliebhaber und alle, die gerne Pullover tragen, ist ihr Buch ein Quell der Freude. Französische Eleganz ist das Stichwort, unter dem die zwanzig Strickstücke angefertigt wurden.

Ich finde alle zwanzig Pullis sehr mädchenhaft und romantisch, passend zum wunderhübschen Model im Buch. Charlov ist eine französische Bloggerin, die sich die Nadeln nicht abgewöhnen kann. Ihre Entwürfe sind ästhetisch, reduziert und elegant. Und meistens sehr figurbetont. Das schließt mich als Trägerin aus, ich mag es gern weit, bequem und robust. Aber für meine Mädels oder andere modebewusste Teenager – sehr hübsch.

Gute Beschreibungen, gutes Garn

Mich fasziniert immer wieder, welch gutes Garn es mittlerweile gibt. Charlov verwendet Markengarne eines Sponsors, die Garnzusammensetzungen aus Alpaka, Merino und Seide lassen jede Strickerin neidisch werden. Natürlich kostet dann auch ein Pullover schnell mal achtzig oder neunzig Euro und ich frage mich, wieviele von den zwanzig Pullovern letztendlich gestrickt werden.

Die Anleitungen selbst sind nicht allzuschwer und vor allem gut beschrieben. Die Pullover leben vom schönen Garn, einfache grafische Muster wie Streifen oder Zopfmuster geben den Stücken Kontur. Aus tollem Garn gestrickt sieht eben auch ein einfacher Pullover super aus. Die Beschreibungen beanspruchen jeweils eine Doppelseite für sich und sind gespickt mit schönen Fotos, so dass man sich das Endprodukt wunderbar vorstellen kann.

Einseitig fixiert

Vor allem ist Dein Lieblingspulli. 20 atemberaubende Strickpullover fürs ganze Jahr ein schönes Strickbuch. Die Versteifung auf figurbetonte Langarmpullover finde ich etwas unglücklich – nur ein großer Grobstrickpullover ist dabei, die Muster sind zeitweise so einfach, dass ich das Buch an sich unnötig finde. Versierte Strickerinnen brauchen es bestimmt nicht. Wenn jemand aber gerade seine Lust am Stricken entdeckt und sich noch nicht die Rechnerei eines eigenen Entwurfes antun möchte, dann ist das Buch ideal.

Zwar sind alle Pullover in verschiedenen Größen angegeben, aber elegant und jugendlich sehen sie wahrscheinlich nur an schlanken Frauen aus. Mich stört der Umstand, dass ich nirgends ein Shirt unterziehen könnte und leider zu der Spezies gehöre, die Wolle immer kratzt und beisst. Wer ansonsten noch eine Schurwollallergie hat, wird sich auch nicht besonders freuen. Der weite Pulli ist ein wundervolles modisches Statement aber wieder so weit, dass man niemals eine Jacke drüber bringt. Ich bin eben leider ein zu praktischer Mensch für so schicke Sachen.

Titelangaben:

Charlov: Dein Lieblingspulli. 20 atemberaubende Strickpullover fürs ganze Jahr.

Aus dem Französischen von Swantje Baumgart.

Münster: LV- Buch, 2017. 112 Seiten. 16 EUR.

Kleines Upcycling für den Haushalt – No Waste Dishcloth

Ich freu mich immer, wenn ich Kinderklamotten vererbt kriege, und wenn es nur zum Zerschneiden ist. Hier hätte ich einen vererbten Kapuzenpulli für Jakob. Der aber hat schon genügend und das Erbstück hat aufgerissene Ärmelbündchen. Auch so manchen Fleck im Pulli. Flicken lohnt sich für mich dann nicht, wenn mein Kind das Kleidungsstück gar nicht braucht. Ein paar Wochen lag der Pulli also rum. Was tun?

I love handed down clothes for my kids. Even, if all I can do is cut them apart. This sweater could have been for Jakob but he has enough and I didn’t want to repair all those flaws on the sleeves. I had it lying around for weeks.

Im Moment habe ich nur die Ärmel abgeschnitten und die großen Flächen von Vorder – und Rückenteil ganz gelassen. Auch die Kapuze musste dran glauben. In Quadrate geschnitten, die einfach umgeschlagen und versäubert wurden, gibt das ganz wunderbare Putzlappen, der Sweatshirtstoff ist auch schön saugfähig. Ein Schritt für meinen Vorsatz, im neuen Jahr weniger Müll zu produzieren.

Right now I just cut off the sleeves and the hood and I left the front and back part for some later projects. Cut in squares and zigzagged I had quick and easy dishcloths for my no waste kitchen. Friederike wants to have the rest for cushions. Well…..

Mittlerweile hat Friederike Ansprüche auf den Rest angemeldet. Sie braucht ein Kissen fürs Zimmer. Alles findet sich…….

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Rudi Beiser: Vergessene Heilpflanzen. Botanik, Volksheilkunde, Anwendungen.

Wunderkraft auf der Wiese

Rudi Beiser beschäftigt sich seit fast vierzig Jahren mit der Kräuterheilkunde. In Vergessene Heilpflanzen. Botanik, Volksheilkunde, Anwendungen stellt er allen Interessierten Wildkräuter vor, die jeder mehr oder weniger kennt und die in unserer Zeit teils als Unkraut verschrien sind. Dabei konzentriert er sich auf die Kräuter und deren Wirkstoffe, Rezepturen überlässt er lieber den Lesern und Teeköchen.

Beisers Analyse hat einen Haken, der vielleicht keiner ist: er stützt sich in seinen Ausführungen zum einen auf alte Pflanzenbeschreibungen, zum anderen auf Studien aus aussereuropäischen Ländern. Dies sei vorausgeschickt, bevor man sich an die Lektüre zur Heilkraft von Blutweiderich, Dost, Ehrenpreis, Gierch, Gundermann, Wilde Möhre oder Portulak macht. Beiser begründet seine Herangehensweise natürlich und sie ist tatsächlich nicht unlogisch.

Heimische Superfoods

Eigentlich ist Beisers Buch ein Gegenentwurf zum Hype der internationalen Superfoods. In Zeiten, in denen natürliche und gesunde Ernährung en vogue ist und viele Menschen versuchen, chemische Medikamente mit natürlichen Heilmitteln zu ergänzen, erleben plötzlich Pflanzen wie Chia, Flohsamen, Umkaloabo oder Echinacea einen Hype. Beiser hat dafür eine einfache Begründung: Seltenheit.

Seiner Ansicht nach lohnt es für Pharmakonzerne nicht, die kostenintensiven Studien für Pflanzenmedikationen zu finanzieren, die für jedermann am Wegrand kostenlos erhältlich sind. Das macht die Pflanzen aber nicht weniger wirksam. Dagegen wird an den medizinischen Fakultäten in Rumänien, der Türkei, Russland, Indien, Syrien und China fleissig zu Arzneien geforscht, die jedermann selbst herstellen kann in Gebieten, in denen eine medizinische Grundversorgung nicht erreicht werden kann.

Oldie but Goldie

Er beschränkt sich daher nicht nur auf solche moderneren Forschungen sondern durchforstet auch die alten Schriften der Griechen, des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Dioskurides, der Kräuterarzt, kommt dabei genauso zu Wort wie Hildegard von Bingen. Und Reiser stellt erstaunliches fest: viele der alten Rezepturen und Analysen decken sich mit den modernen Studien. Gerade bei entzündungshemmenden Wirkstoffen oder fiebersenkenden Mitteln gibt es so einfache Alternativen zur herkömmlichen Medizin.

Die meisten Wildkräuter Beisers sind gleichzeitig alte Küchekräuter, die früher in Gemüsegärten kultiviert wurden, wie Portulak und Vogelmiere. Vergiftung und Fehlanwendung sind damit kaum zu befürchten, im schlimmsten Fall hilft der Salat nicht, wie er sollte. Für Tees und Tinkturen stellt Beiser ein Grundrezept vor, doch meist reicht es, die frischen Wildkräuter zur passenden Erntezeit einfach unters Abendessen zu mischen. Ist das nicht eine vortreffliche Heilmethode?

Titelangaben:

Rudi Beiser: Vergessene Heilpflanzen. Botanik, Volksheilkunde, Anwendungen.

Aarau: AT Verlag, 2016. 240 Seiten. 29,95 EUR.

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