Archiv für den Monat: November 2017

MMI – Adventsvorbereitungen!

Denn das mag ich heute: Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Das Haus muss geschmückt werden, die Jungs nehmen sich der Fenster an. Welch eine Überraschung ist jeder einzelne Stern, den man wunderbar aus alten Katalogseiten zuschneiden kann! Der große Bruder darf falten und aufzeichnen, der Kleine schneidet und faltet auf. Ein richtiger Sternschnuppenregen fliegt schon übers Wohnzimmer, während meine Große mir in der Küche beim Backen hilft. Holländisches Kaffeegebäck, heißt das Rezept und es wird  gespritzt und dann mit Marmelade gefüllt und in Schokolade eingetaucht. Meine Kinder lieben es jetzt schon und jedes Stück hat eine Nummer….

Ab zu Frollein Pfau und zum Weihnachtszauber!

 

PET Lichterkette

Werkrausch – Born to craft wild

»Abschließen! « , sagt mein Mann immer mit Blick auf meinen tausend Parallelprojekte. Vermelde gehorsamst: habe abgeschlossen.

He always says: »close the deal«. Well, I did it. At least regarding lots of my parallel projects.

Blaue Tasche, Tea Cozy, Mütze sind fertig. Dafür entstanden noch ein paar Lichterketten im Frust – Glitzer tut gut bei Frust und neues Garn und ein neuer Korb. Und ein bisschen Schmuck.  Also jede Menge hübscher Sachen, die ich meinem Mann frech zum Fotografieren hingelegt habe. Ich habe viele Begabungen, gute Fotos zu machen, gehört nicht dazu. Aber für meinen Onlineshop sollen all die Unikate auch hübsch aussehen und dank meines Exklusivfotografen werden sie perfekt in Szene gesetzt.

Like that blue paperbag, the tea cozy, the cap.  As there was time left, I did some basket weaving, glitter light making, yarn spinning and jewellery. Yes. I said to him »Honey, could you please do the pictures« (I’m not good in that) and he did for my shop.  

Für die Lichterkette habe ich PET – Flaschen zerschnitten und geschmolzen – fragt nicht, wie oft ich mir die Finger verbrannt habe. Aber sie sind ganz klein und glitzerig und fein und ich weiß nicht was.

I cut some PET bottles for the  fairy lights and burned my fingers a lot. But I love those tiny flowers very much.

Am neuen Papierkorb fasziniert mich der Schwung. Vielleicht für kreative Projekte, die dort etwas ruhen wollen? Wie zum Beispiel die Hosentasche, an der ich grad nähe?

And I like that new swinging paper basket. Maybe some of my craft projects will take a rest in there….

Und endlich habe ich es geschafft, meine handgesponnenen Garne ordentlich zu beschriften, Zeit wars. Und schwupps, ist eine Woche vorbei…..

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Neu Gelesen

Bärbel Oftring: Double – Use Gärtnern. 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzen.

Planungsgrundlagen für jeden Naturliebhaber

Bärbel Oftrings Double – Use Gärtnern. 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzen ist eine Offenbarung. Ich kenne bereits viele Bücher der Biologin, vor allem solche, die sich an junge Leser richten. Hier aber zeigt die Autorin, dass sie lebt, was sie predigt: Naturschutz in seiner allerschönsten Form. Dass Pflanzen gut für die Umwelt sind, wissen wir. Gerade wer einen kleinen Garten anlegt wird sich freuen, wenn er hier eine Anleitung erhält, wie sich ein Garten gestalten lässt, der für Flora und Fauna, Mensch und Tier seine Nutzen hat.

Nach einer kurzen Einleitung, in der das Konzept des Mehrfachnutzens noch einmal umrissen wird und verschiedene Nutzentypen vorgestellt werden, geht es gleich an die Einteilung der Pflanzen. Oftring gliedert sie in »Gehölze«, »Stauden« und »ein- bis zweijährige Pflanzen«. Im Anhang vermitteln Glossar und Tabelle eine nochmalige Übersicht und so lässt sich Oftrings Gartenbuch gut im Alltag benutzen.

Nachdenken im Winter

Eigentlich sinnvoll, dass ich es nicht geschafft habe, Oftrings Buch im Frühling zu lesen. Da war die Planungszeit ja bereits vorbei und ich mitten in den Vorbereitungen für die nächste Saison. Nun kann ich mir Gedanken über meinen Garten und meine Wiese machen. Ein erstes Resultat habe ich schon: mehr Gehölze auf der Wiesengrenze, um meinen Besitz zu markieren, Tieren ein neues Zuhause zu geben und ernten zu können.

Haselnuss und Kornellkirsche werden es bei mir, ich ziehe Stecklinge, das braucht Zeit. Oftring beschreibt vergessene oder manchmal lästige Pflanzen so liebevoll, dass völlig klar ist, dass wir Menschen auf dem falschen Dampfer sind. Viele Stauden und Gehölze, die sie vorstellt, wachsen bereits in meinem Garten und auf meiner Wiese und es geht für mich eigentlich mehr darum, die verschiedenen Nutzen kennen zu lernen.

Pflanzen sind Tausendkönner

Heidekraut zum Beispiel ist ein Gehölz, mit dem man nicht nur Insekten unterstützt, sondern das sich für die Sirupzubereitung genauso eignet wie als Tee, als Badezusatz oder zum Färben. Das wusste ich einfach nicht und manche Pflanzen lassen mich schlicht sprachlos zurück. Mit Efeu wasche ich zur Zeit und das sehr erfolgreich, daher ist mir dieser Pflanzennutzen genau wie die Kornelle oder die Hasel bereits bekannt. Dass Efeu ein perfekter und schonender Bestand einer wirksamen Außendämmung ist, wusste ich nicht!

Natürlich gibt es Genies wie Apfelbäume, die nicht nur die übliche Doppelseite zur Erläuterung der verschiedenen Nutzen füllen, sondern gleich zwei Doppelseiten benötigen. Dass auch die Rose ein solches Genie ist, konnte man vermuten und hoffen, genau wie der Holunder. Oftring stellt nach demselben Prinzip auch Stauden und Einjährige mit Mehrfachnutzen vor, viele sind bekannt, doch bei jeder Pflanze findet sich mindestens ein Nutzen, der mir unbekannt war.

Ein Gewinn für Mensch und Natur

Es profitieren alle von Oftrings Buch und einmal mehr wird deutlich, dass die Opposition Mensch versus Natur eigentlich gar keine ist. Dieselben Pflanzen bringen uns unterschiedlichen Nutzen, Mensch, Tier und Flora profitieren aber auf jeweils ihre Weise. Dank der profunden Kenntnis Oftrings wird auch klar, wo was gerne wächst und warum, so dass es möglich ist, den eigenen Garten entsprechend zu gestalten.

Titelangaben:

Bärbel Oftring: Double – Use Gärtnern. 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzen.

Bern: Haupt Verlag 2017. 224 Seiten. 29,90 EUR.

 

Buchfreude!

Buchfreude am Freutag!

Euch allen ein schönes Wochenende!

Katrin Michel: Mama werden, Mama sein. Das Meditationsbuch für die achtsame Schwangerschaft, Geburt und erste Zeit mit Baby.

Entspannt Mama werden

Es ist gar nicht so einfach, ein Buch zu besprechen, wenn man sich nicht betroffen fühlt. Für Katrin Michels Mama werden, Mama sein. Das Meditationsbuch für die achtsame Schwangerschaft, Ge-burt und erste Zeit mit Baby bin ich definitiv nicht die Zielgruppe. Aber an meine vier Schwangerschaften kann ich mich noch gut erinnern und ich wünschte, ich hätte eine Schwangerschaftsbegleitung mit Meditationen gehabt, um gerade als Mama zur Ruhe zu kommen.

Vor allem ist das Meditationsbuch sehr schön gemacht, wenn auch einzelne Lektoratsfehler einem die Laune vermiesen. Katrin Michel konnte eine Hamburger Kinderkunstschule zur Mitarbeit gewinnen und so wird jede Meditation von einem schönen Kinderbild begleitet. Über dreißig Meditationen können so durchgeführt werden. Es gibt jeweils eine gemeinsane Einstiegs- und Abschlussphase, die insgesamt dreimal variiert.

Ruhige Momente

Katrin Michel ist Biologin und Yogatrainerin. In ihren Meditationen vereint sie ihr theoretisches Wissen mit ihrer praktischen Ausbildung. Ziel ist es, in den Monaten der Schwangerschaft bereits eine tiefe Verbindung zum Kind herzustellen und die Mutter physisch und psychisch zu entlasten. Von Übelkeit über schwere Beine und Rückenschmerzen, Michel geht auf klassische Schwangerschaftsbeschwerden ein und versucht, durch Entspannungstechniken den Alltag zu entschleunigen.

Nach all den Jahren kann ich nur sagen, dass es mir gut getan hätte, wenn ich in der Lage gewesen wäre, immer wieder an Abenden oder kurz am Tag mittels einer Meditation eine Pause zu machen. Vielleicht ist so etwas als Mutter von mehreren Kindern noch wichtiger als vor der ersten Entbindung. Tendenziell kommt der eigene Körper oft zu kurz und zu denken, dass dies spurlos am Selbst und am Baby vorüber geht, ist kurzsichtig.

Entspannter Start für die neue Familie

Ob erstes Kind oder das nächste Kind, auch die Zeit nach der Geburt bringt viele Veränderungen und nichts ist so, wie man es gewohnt ist oder wie man es sich erträumt. Michel geht auch hier in ihren Meditationsentwürfen auf authentische Erlebnisse, Ängste und Erfahrungen ein und versucht so, die erste Zeit mit einem neuen Baby vorsichtig und entspannt zu gestalten. Dass auch eine Meditation für die frischgebackenen Väter dabei ist, finde ich besonders nett.

Die Kinderbilder zu den Meditationen sind rührend und liebevoll gestaltet. Insgesamt ist die achtsame Grundhaltung angenehm realitätsfern, denn Streit und nervenzehrende Momente wird es in der neuen Familie erfahrungsgemäß genug geben. Sich auf dieses Abenteuer einzulassen und den eigenen Körper mit der wertvollen Fracht ernst zu nehmen und zu schätzen, ist ein schönes Fazit aus Michels Buch, das hoffentlich viele Mamas begleiten wird.

Titelangaben:

Katrin Michel: Mama werden, Mama sein. Das Meditationsbuch für die achtsame Schwangerschaft, Geburt und erste Zeit mit Baby.

Norderstedt: BoD, 2017. 176 Seiten. 24.95 EUR.

MMI – Pause im Werkelwahn

Die Fotos kommen heute genauso, wie ich gearbeitet habe. Zwischendurch mit Luftholen. Vormittags habe ich eine Krawatte aus alten Jeans genäht. Ich finde sie immer wieder genial und habe meinen Schnitt perfektioniert. Um nicht zu sagen, dass ich hauptsächlich eine alte Krawatte zerschnitten habe. Und die Schlussnaht von Hand genäht habe. Das Hosenbein war noch intakt und mit einem hübschen Wollstoff verstürzt ergibt sich ein dezentes Utensilo. Männergeschenke, ahnt Ihr was?

The pictures come in today the way I worked my tasks through. I cut an old pair of blue jeans apart (some more actually) to make ties and a basket for the shop.

Nachmittags habe ich mich dann richtig gefreut, weil ich meine erste Bestellung über den Onlineshop fertig gemacht und verschickt habe. Hoffentlich geht alles gut!

In the afternoon I got my first package ready for shipping. I am so excited and I hope everything will work out just fine.

Und abends habe ich festgestellt, dass noch nicht geputzt ist und ich außerdem noch Plätzchen backen muss. Der Plan war erst zu Backen und dann den Dreck weg zu machen, doch drei Kinder mit Matheproblemen haben meine Pläne zunichte gemacht. Putzen kommt also auf die To-Do-Liste für morgen.  Aber dann echt!

In the evening I wanted to make some cookies and then clean the house. Haha. Turned out that three of four kids had difficulties in maths. Changed plans, which means cleaning for tomorrow. Really!

Auf zu MMI, Gusta, EiNaB , alttrifftneu und HappyRecycling!

Sehen wir uns mal bei HANDWERK?

In der Pipeline – Waiting to be Finished

Oh Mist, ich habe es natürlich nicht geschafft, die blaue Tasche an einem Tag zu vollenden. Mittendrin ging mir das Papier aus, stellt Euch bloß vor!

Und dann habe ich mir noch vorgenommen, Fotos zu machen von meinen Stricksachen, damit sie alle in den Onlineshop von HANDWERK wandern können. Mannomann…..

Und weil es grad so gemütlich war, hatte ich überhaupt keine Lust, in mein Werkzimmer zu gehen und Papier zu schneiden. Das habe ich dann am nächsten Morgen gemacht. Dafür hatte ich noch ein großes Knäuel (120g) selbst gesponnener, richtig dicker Wolle. Ich beschloss, der Abwechslung halber ein Tea Cozy zu stricken. Der Strickteil ging schnell, ich habe an zwei Kannen gemessen, damit es über niedrige, dicke genauso passt wie über hohe, schlanke. Jetzt kommt die Häkelei…..

Well, of course I didn’t finish that blue purse when I wanted it to be finished. I run out of paper (sounds ridiculous in this house) and was not in the mood to go and look through my stash. Hence I started working on a tea cozy and a cap to be in my SHOP HANDWERK 

It turned out it was just the sort of distraction I needed. From paper to needles, I love it that way! Have a nice week!

  

Hm – welche Blüten ich wohl wohin nähe? Fertig bin ich noch nicht. Und am Abend viel mir auf, dass ich in meinem Onlineshop keine Herrenmütze habe. Nein! Das muss dringend geändert werden. Und mein nächster Adventskranz mit Papierblüten? Auch in der Pipeline.

Alles soll möglichst schnell für HANDWERK fertig gestellt werden. Ach, wär ich doch ein Oktopus!

Besucht mich doch auf HANDWERK!

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Neu gelesen!

Merja Ojanperä: Bezaubernde Wollsocken. Mit Liebe Gestrickt.

Zeigt her Eure Füße!

Die Finnin Merja Ojanperä teilt mit mir eine Leidenschaft: gestrickte Socken. Nur dass ich mit meinen schnöden Fußbedeckungen bei ihr nicht weit kommen werde. Wer Lust auf echte schicke Strümpfe hat, der sehe, was hier anrollt. In Bezaubernde Wollsocken. Mit Liebe Gestrickt kommen endlich mal unsere geplagten, winterkalten Füße dann zur Geltung, wenn sie es richtig verdient haben. Lasst uns unsere Beine mit wunderschönen Strümpfen verwöhnen!

Es geht einem das Herz auf, wenn man liest, aus welch langer Handarbeitstradition Merja Ojanperä schöpfen darf. Die ganze weibliche Linie hing sozusagen an den Nadeln. Kein Wunder, dass extravagante Strümpfe für die gelernte Schneiderin und Brautmodendesignerin nur der letzte, konsequente Schritt waren. Und wie wundervoll, dass sie von ihrer Geschichte nur das Notwendigste teilt, um mich dann mit ihren schönen Entwürfen zu überhäufen.

Strümpe aus dem Märchenland

Ojanperäs Strümpfe tragen Namen wie Adalmina, Elina, Veilchen, Illusia, Eismeerhexe oder Schmetterling und damit ist sofort klar, dass alle, die sich auf schwarz und grau und klares Design versteifen, ein anderes Buch brauchen. Hier wird geschwelgt. Die Muster sind alle derart aufwändig, dass sie über mindestens vier Seiten beschrieben sind, aufgelockert durch wunderschöne Bilder.

Wer also genug hat von glatt rechts mellierten Socken und keine Angst vor Ajourmustern und Farbwechseln hat, wird sich zwischen all den Spitzen- und Fair- Isle-Mustern bestimmt wohl fühlen. Die meisten Strümpe sind mit Nadeln der Stärke 3 oder 3,5mm gestrickt und damit mit etwas dickeren Nadeln als ich gewohnt bin. Das verspricht ein relativ schnelles Ende und warme Beine!

Nur eine Frage der Zeit

Alles, was mich hindert, sofort zu beginnen, ist erstens, dass ich anderes Garn in größeren Mengen brauche und zweitens, dass ich mehr Zeit zum Stricken brauche und drittens Abnehmer. Denn leider kratzt mich alles, was Wolle ist, auf purer Haut und ich scheue etwas den Kontakt mit Kniestrümpfen. Allerdings, über eine Legging geht alles und ich werde sicher eine Möglichkeit finden, solche Preziosen zu tragen.

Natürlich sind die Schuhgrößen bei den Entwürfen festgelegt, eine versierte Strickerin stört das bestimmt nicht. Sogar ein paar Männerstrümpfe habe ich gefunden, wobei hier ja Trachtenstrümpfe unübertroffen sind. Wichtig sind natürlich die Abnahmen am Schaft und hier liegt der Has‘ im Pfeffer – denn je nach dem Umfang derselben würde sich das Muster verändern. Weil Ojanperä schlau ist, wählt sie ihren Mustermix so, dass eine Abnahme dann immer geschickt möglich ist und man keine Rechnerei innerhalb des Musters hat. An die Nadeln, sage ich nur!

Titelangaben:

Merja Ojanperä: Bezaubernde Wollsocken. Mit Liebe Gestrickt.

Aus dem Finnischen von Varpu Vuorjoki.

Münster: LV – Buch, 2017. 120 Seiten. 16 EUR.

Buchfreude!

Neu gelesen und gefreut: Ab zum Freutag!

Djennat Derradj: Kinderkram. Werken, Basteln, Selbermachen für die ganze Familie.

Schöner Spielen

Djennat Derradj hat in Kinderkram. Werken, Basteln, Selbermachen für die ganze Familie das Kind in sich neu entdeckt. Die Projekte, die sie vorstellt, sind nicht allesamt neu erfunden, vieles kennt eine kreative Mutter aus dem Netz. Doch sie vereint der Wille zum Werken, eine grundlegend schöne, zurückhaltende Ästhetik, ein praktischer Anspruch und vor allem: viel Freude bei der Herstellung der Kostbarkeiten.

Praktischerweise hat Derradj ihr Bastelbuch in die Jahreszeiten aufgeteilt, Blättern ist also ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Bei vielen Projekten können kleine Kinder mitgestalten, das verdoppelt das Vergnügen. Der Fokus liegt dabei auf Alltagshelfern, klassischen Kinderrollenspielen und saisonalen Dekorationsmöglichkeiten. Nicht alles ist dafür gedacht, eine Saison zu überleben, aber alle Dinge sind individuell und wunderschön.

Klassische Saisonspiele

Blumenpressen für den Frühling, Osterdekoration, Spiele für Draußen, Picknickdecken, Tipis, oder Sammlerdisplays, Kostüme, Spielmöbel und dekoratives für saisonale Feste: Derradj bedient die Klischees, was aber völlig in Ordnung ist. Eltern erleben in ihren Kindern die eigene Kindheit noch einmal und freuen sich genauso wie die Kleinen an schönen Dingen. Dabei gelingt der Autorin der Wechsel vom Draußen nach Drinnen sehr gut, man kriegt richtig Lust aufs Kuscheln drinnen oder auf wilde Sommerspiele.

Die Ästhetik ist dabei eine klassische Erwachsenenästhetik: reduziert, wenige, teils gedeckte Farben, gute Grafik. Auch wenn kleine Hände mithelfen dürfen, geben die Großen die Ziele vor, das kann manchmal zum Problem werden. Die Ostereier, die meine Kinder verzieren, sind traditionell die scheußlichsten, die man sich vorstellen kann, doch in Liebe gemalt. Nicht immer gelingt es, den Kindern den eigenen Willen aufzudrängen und eine konsistente Ästhetik im trauten Heim umzusetzen.

Modernes Design

Natürlich kann der Fokus Derradjs nur bedingt die Alttagstauglichkeit sein. Mit breit gefächertem Repertoire gelingt es ihr, auch aktuelle Trends wie skandinavischen Chic, Upcycling oder naturbelassene Dekorationen, aufzugreifen. Somit ist für viele Interessensgebiete Schönes im Buch. Der Hauptaugenmerk liegt trotzdem auf Dingen für Kinder im unteren Altersbereich, ab dem zehnten Lebensjahr wird es wohl eher schwierig.

Im Endeffekt ist es wie bei vielen anderen Aspekten der Kindheit: unsere Kinder dürfen nur bis zur dritten Klasse Kinder sein. Dann gilt in vielem die Erwachsenenästhetik und das ist schade. Derradj hat viele Projekte für Babies, Kleinkinder, Kindergartenkinder und Grundschulkinder. Teenager sind ausgelassen, und doch sind auch das noch Kinder, die sich über schöne Dinge freuen. Ich würde außerdem meinen, dass bei einem mit »für die ganze Familie« untertiteltem Werk nicht nur große Kinder, die es manchmal gibt, mitgemeint sind, sondern auch die Väter. Die haben jedoch klar das Nachsehen.

Nix für Väter

Wenn die Papas nicht gerade genauso auf Häkeldeckchen und zarte Pastelltöne abfahren, wie die Mütter, dann muss man feststellen, dass eben nicht die ganze Familie gemeint ist. Das Problem ist eines mit Folgen. Jungs werden groß und orientieren sich an Vätern, die sich in dem Buch kaum finden werden. Also werden weder große Jungs noch die Papas besonders viel werken. Babies und Kleinkinder können noch nicht teilnehmen und Derradj, die eigentlich alle mit einbeziehen wollte, steht plötzlich nur einem kleinen Teil der Familie gegenüber: den Müttern. Sehr schade.

Titelangaben:

Djennat Derradj: Kinderkram. Werken, Basteln, Selbermachen für die ganze Familie.

Aarau: AT Verlag, 2017. 1128 Seiten. 25 EUR.

MMI – Meinen Laden im Papierwahn – Paper Love

So ist das wohl, wenn mein Kunsthandwerkerkalender sagt, dass bis zum Advent nur noch wenige Tage bleiben – im Wahn kommen oft die besten Ideen! Heute habe ich mir vorgenommen, eine blaue Tasche fertig zu machen – viel fehlt nicht mehr und wenn ich fleissig bin, steht sie heut abend unten im Laden und ab spätestens nächster Woche im Onlineshop. Vorher muss ich nämlich noch meinen Mann bezirzen und zum Fotografieren bewegen, viele Dinge, die ich im Laden unten habe, fehlen noch im Webshop. Ach, es ist ein weiter Weg!

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Verlinkt mit und MMI!

Well, my calender tells me Christmas Shopping time has almost begun. And while working, a lot of ideas still come in. Today, that blue purse has to be finished and I’ll put it downstairs in the shop. And I hope that till next week it will be online – depends on that gorgeous photographer. Which means I have to cook a good meal, do a little flirting, well. A long way to go as a lot of my products still aren’t online.

 

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Kunst und Handwerk, Upcycling

Mein fünftes Kind ist geboren – Hurra HANDWERK

Seit einem Jahr schon trage ich meine Pläne mit mir herum, in unzähligen Abendstunden und bei sehr vielen Gläsern Wein ist ein Projekt entstanden, von dem ich zwischendurch dachte, dass es einem Berliner Flughafen nicht unähnlich sei.

Jeden Samstag sitze ich in meinem Laden und genieße vier Stunden Ruhe mit meinen Unikaten, die ich während der Woche herstelle. Meine Kundschaft freut sich mit mir an den Upcycling – Projekten, mit denen ich mich jeweils aktuell beschäftige. Seit Wochen bin ich im Papierwahn, Ihr wisst es ja. Zeitgleich, ruhig und stetig wie er nun einmal ist, hat mein Mann begonnen, mir einen Onlineshop zu bauen. Mit vielen Dingen, die ich im Laden habe, noch nicht mit allen, und manches ist auch nicht unbedingt für einen rabiaten Versand gedacht.

Trotzdem besitze ich nun ein Schaufenster für die Welt und freue mich über mein allerneuestes Kreativprojekt, das ich ohne meinen Mann nie geschafft hätte. Er hat fotografiert, designt und sich mit Webbugs geärgert, wo ich längst einen Wutanfall bekommen hätte. Ich liebe es, zu werken und zu handarbeiten, Webshopdesign ist nicht mein Lieblingsfach. Ist es da nicht wundervoll, jemanden zu haben, der das so toll macht?

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