Archiv der Kategorie: Allgemein

Mittendrin – In the midst of it

Ein kleiner Rückblick darauf, was ich in den letzten Tagen so getrieben habe. Ein bisschen verkauft auf einem Nachtmarkt, viel geschnippelt und nach den passenden Worten gesucht und schließlich alte Pullover aufgeschnitten und umhäkelt. Ein mannigfaltiger Anfang für Dinge, die gerade im Entstehen sind. Ich hoffe, ich kann Euch in den nächsten Wochen zeigen, was daraus geworden ist.

A kind of review on my past few days and also a preview on what is up next. Selling on a market as well as cutting sweaters and searching for the right words. Stay tuned to see what will emerge from all of it…..

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Erntefreude!

Mein Gott, was hatten wir Kirschen dieses Jahr! Nach einer Regenwoche wage ich nicht zu hoffen, dass noch irgendetwas dran hängt. Ansonsten habe ich bestimmt zwanzig Kilo geerntet, schließlich hatten wir zwei voll beladene Bäume mit Süßkirschen. Den zweiten Baum konnten wir nicht mal mehr abernten, das Gewitter hat uns erwischt. Nun, sollen die Amseln und Stare doch auch etwas von den Kirschen haben.

Wir haben jedenfalls Dörrkirschen, Saft, Marmelade, Kirschkernkissen, Kirschkuchen, Kirschstrudel, Kirschgrillsauce und sehr viele Schüsseln zum Naschen im Kühlschrank.

Gibt es bei Euch auch so viele Kirschen dieses Jahr?

Was für eine Freude!

Im Hochzeitsmodus – Weddings going on

Wie immer ist der Sommer die Zeit im Jahr, die mir vollkommen durch die Finger gleitet. Was im Januar noch so weit weg scheint, stürmt nun auf mich ein und ich kann kaum Luft holen.

Diese Woche habe ich begonnen, mich auf eine Hochzeit vorzubereiten. Mein Bruder heiratet in den Sommerferien in Spanien und meine Mädels dürfen Brautjungfern sein. Die Braut wünschte sich weiße Kleider für die Mädchen und nun bin ich am nähen.

Natürlich gibt es nur Upcycling in diesem Haus, es mussten also jede Menge alter Bettlaken und ein Spitzenvorhang herhalten. Den Vorhang mag ich wirklich gern, ich habe mir schon letztes Jahr ein Kleid daraus genäht. Dieses Mal sind die Mädels dran. Zugeschnitten sind beide Kleider, genäht ist im Moment nur Charlottes .

Die Jungs brauchen noch graue Hosen und eigentlich sollte ich ein buntes langes Abendkleid haben, nachdem schwarz auf der Hochzeit verpönt ist. Ihr seht, es gibt Arbeit im Hause und das parallel zur Mahd und zur Kirschenernte. Habe ich schon erwähnt, dass ich wahnsinnig werde?

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It’s again a very busy time of the year. Although, there’s always a lot going on around here. We are invited to my brother’s wedding in August and hence my girls, who will be bridesmaids, were asked to wear something white. Yes, I can. I took some old linen and curtains and then made one dress. One. Well, I need two. And pants for the boys and an evening gown for that old girl…… Which means a lot of work besides my orchard, the shop, the cherries and school…..

Neu Gelesen

Andy Standing: Aus einem Brett. Einfache Holzprodukte.

Aus einem Holz geschnitzt

Andy Standing hat in Aus einem Brett. Einfache Holzprodukte in eindrücklicher Weise klar gemacht, dass Kreativität oftmals gar nicht viel braucht. Um Wundervolles und Nützliches herzustellen, genügen manchmal ein Brett und eine Werkstatt. Wer zufällig ein Brett daheim herumliegen hat – und wer hat das nicht – kann mit den Bauplänen von Standing einfache Dinge für Haus und Garten schnell herstellen und erhält einzigartige Unikate.

Geht es Euch nicht auch so? Holz ist besonders. Sofort bekommt die Umgebung einen warmen Glanz, Holz wirkt irgendwie nie schmuddelig und immer sauber, man fasst es gerne an und fühlt sich wohl und wie zuhause. Ach ja. Klar sollte sein: Für mich ist dieses Buch gar nicht gedacht. Ich habe viele Hobbies, aber die Holzarbeit ist es nicht. Dafür denke ich ganz fest an meinen Mann bei diesem Buch, denn einige der Projekte finde ich wirklich nicht nur praktisch, sondern auch schön.

Schön und nützlich

Andy Standing weiß genau, was wichtig ist. Und für mich ist das im Moment nicht noch mehr Krempel sondern lieber Dinge, die ich viele Jahre benutzen werde. Wenn Standing also Baupläne liefert für Wäscheständer, Werkzeugkisten, Bücherregale und Schuhständer, dann finde ich das super. Sauber und ordentlich sehen die Dinge aus, schnörkellose Designs, die sich auf das Wesentliche beschränken.

Während ich Schirmständer und Lampenfuß aus Holz plump finde und nicht mag, hat es mir besonders das Weinregal und das Schuhregal angetan. Alles fliegt in diesem Haus durcheinander und Standings Pläne sehen so übersichtlich aus, dass sie sich wahrscheinlich variieren lassen. Großer Nachteil für Anfänger: Man braucht Werkzeug und zwar gutes. Wer also keine Werkstatt hat und weder über eine Kappsäge noch über einen Bandschleifer verfügt, der wird sich schwer tun.

Gute Ideen für Hobbyschreiner

Selbst, wenn die Entwürfe einfach gehalten sind, sollte man für Standings Pläne mehr sein als ein blutiger Anfänger. Schließlich sollen die Werkstücke, ob nun Regale, Messerblock, Wannenablage oder Tritthocker, lange halten und nicht nach Murks aussehen. Andy Standing hat damit ein ideales Buch für alle Hobbyholzarbeiter geschrieben, die bereits über eine gut ausgestattete Werkstatt verfügen und nun nur noch die passenden Ideen brauchen. Hier kommen sie!

Titelangaben:

Andy Standing: Aus einem Brett. Einfache Holzprodukte.

Übersetzt von Susanne Englmayer.

Münster: LV Buch, 2017. 176 Seiten. 20 EUR.

Was lange währt, wird noch gebügelt – Long knit, yet to iron

So fing es an: der dringende Wunsch, endlich wieder einmal meinen Wollhaufen zu verkleinern, schließlich will ich irgendwann einmal wieder neue Wolle kaufen können, ohne ein Platzproblem zu bekommen. Bestimmt kennt Ihr das: Wolle ist da, aber immer nur wenig. Gerade bei kleinen Projekten muss man keine Angst vor den unterschiedlichen Qualitäten haben, die man dann vermixt, manchmal kann man auch gespendete wolle, die dem eigenen Farbverständnis so gar nicht entspricht, geschickt unterbringen. Meine Variante vom

All that Jazz Cowl

ist das Ergebnis. Das Muster ist zwar zum Zählen, aber nicht allzu schwer. Nachdem ich irgendeine Wolle hatte, brauchte ich noch ein paar Lückenfüller, aber das geht schon. Nur Zeit kostete mich dieses Projekt, weil ich abends ja immer noch sticke. Also hat es bis Mai gedauert, bis der Schal endlich fertig wurde. Es fehlt noch ein Foto von nach dem Bügeln, tatsächlich ist der Schal aber schon ein Stockwerk tiefer in den Laden gewandert. Die Eisheiligen kommen!

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Another stash buster project, finally finished. I made a cowl (pattern above) of all those left over yarn balls living in my basket. It was a fun job to do and yet I am happy it is over – I had to count!

 

 

Neu Gelesen

Annette Danielsen: Unheimlich. Schön. Gestrickt. 16 Ausgefallene Strickmodelle für Frauen.

Verstörende Impressionen harmonisch umgesetzt

Wenn Annette Danielsen in Unheimlich. Schön. Gestrickt. 16 Ausgefallene Strickmodelle für Frauen sich an die Interpretation von Kunstwerken wagt, die prinzipiell unter die Haut gehen, darf man sich nur wundern. Über die Gemälde, über die Grundidee, überhaupt eine Strickinterpretation zu wagen und schließlich und endlich auch über das Ergebnis, das verstörende Gemälde in wunderschöne und tragbare Strickmodelle umwandelt, ohne dabei an den Bildern vorbei zu stricken. Chapeau.

Dazu muss man wissen, dass der dänische Künstler Michael Kvium im Allgemeinen nicht ganz oben auf der Hitliste steht, wenn es um Anregungen für schöne Strickmuster geht. Schön ist meistens hübsch, zumindest in der Handarbeit. Im Falle Michael Kviums ist alles weder schön noch hübsch, Menschen, die allesamt aus einem schrecklich entblößenden Alptraum stammen könnten, geistern über Leinwände und konfrontieren den Betrachter mit seelischen Abgründen. Annette Danielsen sah darin Muster.

Farben und Muster interpretiert

Danielsen hatte Kviums Aarhus Ausstellung »Fools« gesehen, die aus lauter entlarvenden Portraits bestand, in denen sich Menschen auf die eine oder andere bestürzende Weise vor der Welt zum Narren machen. Kvium macht vor nichts halt. Manager, Kleriker, Richter, Ottonormalverbraucher und Bacchanten, Cäsaren und Bürokraten. All die Typen, die es an Menschen gibt, werden bitterböse und entblößend aufs Korn genommen.

Die Gemälde sind eine Mischung aus expressionistischem Wahn und barocker Szenerie und deshalb findet Kvium immer wieder Muster, die sich wiederholen. Danielsen findet diese Muster ihrerseits und fasst sie in Maschen. Es entstehen Pullover und Jacken in den Grundgrößen, die sich in Farbstimmung und Musterung gut an das Original in Öl halten. Manchmal ist es nur ein Farbdetail, das sich wiederholt, ein andermal ein ganzer Rapport. Selbst einzelne Akzente lassen gut erkennen, woher Danielsen diese eine Idee hatte.

Strickkunst für Liebhaber

Klar, wer die Gemälde sieht, wird sich erst einmal gut überlegen, ob er eine Interpretation davon auf dem Leib tragen möchte. Auch darüber hinaus gibt sich Danielsen nicht mit dem Mittelmaß ab. Die Modelle sind allesamt mit feinen Nadeln gestrickt, die größte Nadelstärke ist 4 ½ mm. Da heißt es, Maschenzählen und sorgfältig stricken. Nichts für Schnellstricker in Nadel Nr. 10, manche Jacken werden gar in 2 ½ gestrickt.

Für Feinmaschenliebhaber wie mich ideal, denn ich weiß nun, dass ich die wirklich schönen Modelle auch anziehen kann. Nichts ist mir verhasster, als diese riesigen Pullover, die ich jedesmal, wenn ich aus dem Haus gehe, ausziehen muss. Manche Muster muten fast folkloristisch an, während andere in sehr modernen geometrischen Farbwechseln schwelgen. Jedes Modell ist toll beschrieben und auch für Nichtkunstinteressierte absolut tragbar. Für alle, die sich beim Stricken Zeit für Reflexionen und existenzielle Fragen nehmen möchten, ist dieses Buch ideal.

Titelangaben:

Annette Danielsen: Unheimlich. Schön. Gestrickt. 16 Ausgefallene Strickmodelle für Frauen.

Münster: LV.Buch, 2018. 118 Seiten. 22 EUR.

Buchfreude

Ab damit zum Freutag!

 

LV.Buch: Erdbeermanufaktur. Pflanzen, pflegen und verputzen.

Erdbeerküsse

Tendenziell kann LV.Buch mit Erdbeermanufaktur. Pflanzen, pflegen und verputzen überhaupt gar nichts falsch machen. Erdbeeren gehören zu den wundervollsten Erfindungen der Natur und ich kann nicht genug davon bekommen. Wer genauso empfindet wie ich, freut sich über diesen kleinen Ratgeber rund um die rote Wunderbeere und kann es nicht erwarten, sie zu hegen und zu verspeisen.

Weil es über dieses Büchlein mehr Positives als Negatives zu sagen gibt, fange ich mal gleich am Anfang mit der schlechten Nachricht an: Es macht mich wahnsinnig, wenn nicht ordentlich lektoriert ist. Bitte, lieber Verlag, lasst nicht nur ein Rechtschreibprogramm drüber laufen, sondern lest die Skripte durch. Dann würde man auch bemerken, wenn angefangene Sätze ohne Verb ins Leere laufen.

Erdbeerexperten

Ansonsten ist der Ratgeber bestens dazu geeignet, auf das Erdbeerdiplom vorzubereiten. Die Erdbeere wird grundlegend durchleuchtet, immer mit dem Fokus auf den perfekten Anbau im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Selbst ein Erdbeerfeld wird in Betracht gezogen. Vom idealen Pflanzzeitpunkt, über Bodenvorbereitung bis hin zu Pflege und Erdbeerkrankheiten erfährt der Liebhaber so einiges, was ihn befähigt, die Lieblinge zu schützen.

Gerade die Profitipps für den Anbau fand ich erhellend und hilfreich, genauso wie das Kapitel über Krankheiten und Schädlinge. Ich hätte mir insgesamt gewünscht, dass der Anbau weniger konventionell beschrieben wird, auch wenn Permakultur am Rande erwähnt wird, fehlt dazu ein erklärender Abschnitt. Toll auch das Kapitel über die verschiedenen Erdbeersorten und für welche Anbaupraxis sie sich am besten eignen.

Erdbeergenießer

Klar, nach dem Pflanzen kommt das Essen. Fragt man meine Kinder, braucht es dazu nicht viel. Erdbeeren pflücken und ab in den Mund damit. Für alle, die mehr wollen, gibt es im zweiten Teil des Büchleins zahlreiche köstliche Erdbeerrezepte, die ganz klar über Erdbeerkuchen und Erdbeermarmelade hinaus gehen. Das finde ich besonders ansprechend und kreativ und ich freue mich schon darauf, meine Küchenroutine entsprechend anzupassen.

Erdbeeraufstriche mit Frischkäse, Erdbeersmothies, Erdbeercocktails, Spinat mit Erdbeeren und Feta, Lachs mit Erdbeersalsa, Farfalle mit Erdbeeren und Hähnchen. Nicht zu vergessen natürlich die klassischen Nachspeisen mit Baiser, Tartes, Eis, Waffeln und Zabaglione. Ich könnte mir vorstellen, dass Erdbeermanufaktur für eingefleischte Erdbeerfans ein tolles Geschenk ist, zusammen mit einem Korb Erdbeeren und vielleicht doch einem Glas selbstgemachter Marmelade.

Titelangaben:

LV.Buch: Erdbeermanufaktur. Pflanzen, pflegen und verputzen.

Münster: LV.Buch, 2018. 144 Seiten. 14 EUR.

 

Neu Gelesen!

Katrin Hartig: Seelenküsse. Yoga für Körper und Geist.

Zuviel des Guten

Katrin Hartig hat mit Seelenküsse. Yoga für Körper und Geist eines der zahlreichen Yogabücher der letzten Jahre herausgegeben. Bereits in der Einleitung versucht sie zu erklären, weshalb gerade ihr Yogabuch anders und notwendig ist. Um es kurz zu machen: Es gelingt ihr nicht. Hartigs Yogatrainer ist ein nettes und hübsches Buch, aber leider absolut nicht notwendig. Es scheint auf einer großen Welle mit schwimmen zu wollen. Hoffentlich wird es keine Bauchlandung.

Schon Hartigs Begründungen, weshalb dieses Buch wichtig ist, lassen mich ratlos im Wohnzimmer zurück. Sie habe bewusst auf die Originalsprache Sanskrit verzichtet, schreibt sie. Oh, vielen Dank. Denn ich spreche nicht fließend Sanskrit und ich möchte bitte sehr gerne haben, dass ein Buch, das ich zur Rezension erhalte, in einer mir verständlichen Sprache geschrieben ist. Auch der Verzicht auf komplizierte Bewegungsabläufe ist für mich kein Alleinstellungsmerkmal. Oje. Kein guter Anfang.

Ästhetische Aufmachung

Die guten Sachen zuerst. Hartigs Seelenküsse. Yoga für Körper und Geist ist ein hübsch gestaltetes Buch, in dem sich nicht nur die einzelnen Yogapositionen befinden, sondern auch jeweils Anekdoten und Wissenswertes rund um die jeweilige Figur. Wer mag, kriegt noch ein Mantra zum Singen und Beten oder ein Mudra für die Finger, um die jeweilige Yogafigur zu unterstützen. Das ist freundlich und schön, bedeutet aber auch sehr viele Worte für ein Buch, das eigentlich alles unkompliziert machen wollte.

Nachdem ich in den letzten Jahren viele Yogabücher rezensiert habe, finde ich mir hier einfach nichts Neues. Das ist mein Hauptproblem. Wenn ich aber eine interessierte Freundin hätte, die noch nie Kontakt zu irgendeinem Yogabuch hatte, wäre dieses hier vielleicht gar nicht so schlecht. Die stabile Ringbuchbindung sorgt dafür, dass der Trainer auch wirklich einsatzbereit ist und die aufgeschlagenen Seiten in der jeweiligen Position bleiben.

Nach den Sternen gegriffen

Ansonsten finde ich für mich viele Fehler. Allein die Art, wie die Seiten angeordnet sind, macht mich wahnsinnig. Wahrscheinlich war es so gedacht, das Yogatraining als Aufsteller zu benutzen und dadurch die Übung auch sehen zu können, die man macht. Fakt ist aber, dass ich unnötig viel blättern muss und nicht einfach wie in einem Buch umblättern kann, sondern eher wie bei Kalendern die Seiten einzeln hoch hebe.

Außerdem wird der Begriff »Achtsamkeit« mittlerweile derart breit getreten, dass ich ihn schon nicht mehr hören kann. Achtsam essen, achtsam stricken, achtsam gärtnern, achtsam Yoga treiben. Es schwebt die trübe Wolke eines Trends über all dem, was vor langer Zeit sicher einmal wichtig und neu war. Nun wird viel ausgeschlachtet. Ich will Katrin Hartig nicht unterstellen, dass sie ihr Yogabuch nur aus wirtschaftlichem Interesse verfasst hat, denn das wäre ein legitimes Unterfangen. Auch sind die Illustrationen zu liebevoll gezeichnet, um nur schnöde kommerziell zu wirken. Aber schon die vielen persönlichen Anekdoten finde ich unnötig. Fast alle Positionen kenne ich und die Mantras sind schwierig nachzuempfinden, wenn man sie nicht hört. Frau Hartig hat ihr Buch schlicht einen Tick zu spät veröffentlicht.

Titelangaben:

Katrin Hartig: Seelenküsse. Yoga für Körper und Geist.

Köln: Lingen Verlag GmbH, 2017. 112 Seiten. 7,95 EUR.

 

Buchfreude

Ab damit zum Freutag!

DUDEN: Schülerduden Fremdwörter. Nachschlagen, verstehen, anwenden.

Alles, was ein Kind braucht

Ich habe selbst viele Bücher aus der Dudenredaktion. Natürlich die Rechtschreibung, aber auch so etwas seltsames wie ein Synonymwörterbuch. Als Autorin manchmal gar nicht verkehrt. Insofern war mir schon klar, dass ich den Schülerduden Fremdwörter. Nachschlagen, verstehen, anwenden gut finden würde. Ich finde ihn wirklich gut und so viel von einem Schülerduden hat er gar nicht mal.

Ganz klar, der DUDEN für die Großen wäre dicker, auf dünnere Seiten gedruckt und ich wäre mir nicht sicher, ob es eine Erklärung für »abgefuckt« geben würde. Tatsächlich stammt mein Fremdwörterbuch von der redaktionellen Konkurrenz, hier habe ich keinen Vergleich. Was ich von Anfang an, wie immer, genial finde, ist die logische Aufmachung und dass man sich traute, auch ein Lexikon bei allem Konservatismus (ein Fremdwort!) grafisch und übersichtlich zu gestalten.

Sanfte Heranführung

Bevor man sich ans Blättern wagt, darf sich ein Schüler über die moderate und freundliche Heranführung freuen. Es gibt eine Bedienungsanleitung für den Schülerduden, der erklärt, wie ein Fremdwörterlexikon funktioniert. Das ist der wichtige Teil des Vorspanns. Man sollte ihn lesen und wird sich freuen, wie leicht verständlich die Autoren die redaktionellen Regeln des Lexikons erläutern.

Für alle, die sich noch mehr interessieren, gibt es auch noch einen Essay. Was ist eigentlich ein Fremdwort, wird darin gefragt und mit verschiedenen Beispielen erklärt. So gewappnet, kann beim Suchen eigentlich nichts mehr schief gehen. An den Seitenrändern mäandert sich das ABC durch das Buch, in sanftem Violett weiß man immer genau, wo man gerade sucht und sogar die Anfangsbuchstaben des letzten Wortes auf der Seite sind zur Orientierung aufgelistet.

Klare Regeln

Schülern wird es leicht gemacht. Erklärt wird, was sein muss und bei widersprüchlichen Aussagen gibt es eine gelb unterlegte Empfehlung des Verlags. Das mag bei unterschiedlichen Möglichkeiten der Worttrennung sein, oder aber auch bei verschiedenen Schreibweisen desselben Wortes. Wo Erwachsene frei wählen können, hilft hier der Vorschlag bei der Auswahl und Verinnerlichung.

Manchmal gibt es Silben, die öfter auftreten. Mir gefällt gut, wie logisch die Redaktion sie erklärt und zwar immer in optisch abgesetzten Kästen, so dass Kinder sich wunderbar daraus Regeln erschließen können. Bestes Beispiel: »Hydro-/ hydr-« für alles, was mit Wasser zu tun hat. Sogar der griechische Wortstamm wird angegeben. Das gilt aber nicht nur für Wörter, die aus den alten Sprachen stammen, der gleiche Kasten ist für »Out« aufgeführt und erklärt genauso das, was die Schüler ständig in Gebrauch haben.

Gespür für Sprache schaffen

Gerade durch die Erklärungen von Prä- und Suffixen gelingt es den Autoren, ein Gefühl für Sprache zu erschaffen, das hilft, auch bei künftigen Konfrontationen mit Fremdwörtern kreativ umzugehen und sich zu trauen, die Ableitung selbst zu wagen. Und auch wir Großen können, wenn wir im Schülerduden blättern, noch einiges lernen. Was meint eigentlich »general-«, weshalb taucht es so oft auf? Was genau ist der »Gangsta-Rap« und warum überhaupt? Ein Wörterbuch ist kein Lexikon, aber es macht Freude, so viele Worte durch die Finger gleiten zu lassen. Ich hoffe sehr, dass meine Kinder es auch so empfinden.

Titelangaben:

DUDEN: Schülerduden Fremdwörter. Nachschlagen, verstehen, anwenden.

Berlin: Dudenverlag, 2017. 768 Seiten. 18 EUR.

Fingerspiel – Play With Fingers

Na? Wieder mal eine leere Spule Geschenkpapierband? Wohin damit? In den Müll?

Es geht einfacher und besser: Auffüllen. Womit? Na, wieder mit Geschenkpapierband. Aus Papier. Das ist eine Arbeit für einmal Kaffeetrinken pro Spule. Also einfach.

Another empty spool of a gift wrap? Another piece of trash? Don’t do it. Make it better. Make it yourself. One coffee, one spool. It’s simple.

So geht’s: Ihr nehmt eine alte Zeitung Eurer Wahl (mit anderem Papier habe ich es noch nicht probiert) und schneidet ein paar Seiten gleichzeitig (Schere oder Papierschneider) in ca. 1,5 cm breite Streifen. Der Clou: Ihr schneidet quer zur Leserichtung. Am besten, Ihr seht die Fotos an.

Wenn man dann ein Papierstreifenende festhält und das andere zwischen den Fingern zwirbelt wie eine Kordel, dreht sich das Band wie von selbst. Vielleicht knautscht Ihr das Papier ein bisschen, damit es einfacher geht. Es ist wie beim Spinnen: Zu fest gehalten und es entsteht ein starker Drall. Ihr wollt einen neuen Streifen anfügen? Dann einfach nur die zwei Streifen übereinanderlegen und ca. 5 cm parallel verzwirbeln. Kein Kleber, kein Müll, nur Fingerarbeit an einem Nachmittag. Still und leise und am Ende habt Ihr originelles Geschenkband….. Probiert es aus!

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Take your old newspaper and cut it into 1,5 cm wide strips. Watch the pics to do it in the right direction! Then hold one end of the strip in your hand and start spinning the other one. You will have a paperthread in no time. At the end of one strip, just add the next one and spin those two together for a while. No glue, no trash, just fingers and coffee….. Try it!