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Buchfreude

Ab zum Freutag mit dem Buch!

Andrea Martens, Jo Kirchherr: Draussen schmeckt’s natürlich besser. Schnelle Kleinigkeiten für

Picknick, Camping und Outdoor.

Leckereien On The Road

Grundsätzlich haben Andrea Martens und Jo Kirchherr durchaus Recht. Wer draußen ist, isst gerne und viel und warum soll das nicht selbstgemacht und gesund sein? In Draussen schmeckt’s natürlich besser. Schnelle Kleinigkeiten für Picknick, Camping und Outdoor wird die letzte Bastion der Trashfoodesser erobert, deren Argument bisher war, beim Camping und beim Wandern ginge es nicht ohne Abgepacktes.

Mit Einschränkungen finde ich, dass Martens und Kirchherr ein tolles Buch verfasst haben. Gleich voraus geschickt: Jo Kirchherr macht wundervolle Fotos. Andrea Martens ist für den Inhalt zuständig. Und ich bin kein Camper. Das muss gesagt sein, bevor ich meine Rezension beginne, denn eigentlich weiß ich an manchen Stellen nicht, wovon ich spreche. Meine Fehler seien mir vergeben, meine Bedenken sind dennoch berechtigt.

Spitzen Ansatz

Grundsätzlich gilt: Ich koche gerne und ich liebe Kochbücher. Und selbst mit einer Großfamilie gelingt es mir immer wieder, unser Essen zu großen Teilen liebevoll zuzubereiten, ohne dass ich auf

Abgepacktes zurückgreifen muss. Deshalb hat mich dieses Buch aus so interessiert, ich lerne gern dazu. Meine Outdoorküche beschränkt sich auf Picknicks für die Obstwiese, wenn wir den ganzen Tag dort arbeiten und auf Verpflegung beim Wandern und auf Ausflügen.

Ich bin seit meinem sechzehnten Lebensjahr nicht mehr auf einem Campingplatz gewesen. Für Picknicks und Wanderungen funktioniert, glaube ich, jedes einzelne Rezept. Wirklich. Also: Mein Bedarf wäre gedeckt. Von Smoothies über Overnight Oats bis hin zu Paella und Sushi wird alles mögliche möglichst auf dem Gaskocher oder Grill zubereitet, es soll ja outdoorfähig sein. Während ich die Rezepte alle lecker finde, mache ich mir Gedanken, was mir von meinem Campingurlaub noch bleiben würde. Alles für sechs Personen zu kochen, dauert auch beim unaufwändigsten Gericht seine Zeit.

Scheitern am eigenen Anspruch

Martens will zu viel. »Clean Eating« ist ein Modewort, das in ihren Ausführungen ständig mitschwingt, obwohl es doch gar nicht das Thema des Buchs war. Trotzdem, ist die Latte erstmal hoch gehängt, nervt jeder Sturz. Martens will in ihrem Outdoorcamp nichts Verpacktes, keine Fertignahrung. Und schafft es doch nicht ohne Instantreis, Gemüsebrühe, Umamipaste usw. Das ist nicht schlimm, wenn man nicht wenige Seiten davor verkündet, dass Abgepacktes nicht in die sprichwörtliche Tüte kommt und alles frisch und selbst gekocht sein muss.

Deshalb entschuldigt sich Martens auch jedes Mal, wenn sie gegen selbst gesetzte Regeln verstösst, die sie ja nicht hätte formulieren müssen. Deshalb nervt es dann auch, wenn aus redaktioneller Unachtsamkeit bei einem Linsenrezept die Linsen fehlen und ich auf diese Angaben verzichten muss. Wollte man zu viel in zu kurzer Zeit? Viele Gerichte werden mit Fleisch zubereitet, bei einem Campingurlaub heißt das doch, ich wäre permanent auf der Suche nach Lebensmittelläden, um einzukaufen, weil ich Hackfleisch nicht ewig lange transportieren kann. Und Umamipasten lehne ich ab.

Leckere Rezepte für Draußen, wenn’s nicht pressiert

Trotzdem finde ich Hauptmahlzeiten und auch Desserts und Getränke toll. Ich brauche davon oft sehr viel und bereite für unsere Ausflüge die Vesperdosen Stunden oder einen Tag vorher vor, je nachdem, was uns erwartet. Wenn wir mit unserem VW-Bus in den Urlaub fahren, haben wir meist für einen Tag Proviant, dafür ist Martens Buch super. Wenn wir vor Ort einkaufen, müssen wir nehmen, was da ist. Dafür sind Rezeptbücher grundsätzlich ungeeignet. Meine Kühlbox ist im VW Bus, hier kann ich alle kalten Mahlzeiten zwischenlagern, bis sie auf unseren Rücken wandern. Das heißt, rohes Hackfleich und Hühnchen bleiben auch in Zukunft daheim, Bulgur und Sushi dürfen mit, wenn sie vegetarisch zubereitet werden. Allein wegen der schönen Fotos und der Aufforderung, auch Outdoor ordentlich zu kochen, ist das Buch einen Blick wert.

Titelangaben:

Andrea Martens, Jo Kirchherr: Draussen schmeckt’s natürlich besser. Schnelle Kleinigkeiten für

Picknick, Camping und Outdoor.

Aarau: AT – Verlag, 2017. 144 Seiten. 20 EUR.

Kunst und Handwerk, Upcycling

Unikate, Upcycling, Handarbeit, Kunsthandwerk, Schmuck

Frühlingserwachen im April – Spring Wakens

Ich sag mal so: Wenn ich abends sitze und meinen Post vorbereite, frage ich mich ernsthaft, was ich eigentlich die ganze Woche so getrieben habe. Tatsächlich habe ich nicht immer eine Kamera dabei, aber manchmal möchte ich doch etwas festhalten. Zum Beispiel die Taufkerze, die ich für eine Kundin gemacht habe. Ein Baby ist geboren und das berührt mich immer wieder. Ich kann mich noch so gut erinnern, als ich selbst eine Taufkerze brauchte. Vier Mal, um genau zu sein. Heute sind die, die ich mache, um ein Vielfaches schöner als jene, die ich damals gebastelt hatte. Übung macht die Meisterin. Alles Gute, neuer Erdenbürger.

Whenever I sit down to prepare a post I get the feeling I didn’t do anything. As I don’t always take a camera with me, only sometimes pictures show my work. Like that candle I made for a newborn baby. I love babies, it’s a long time since I’ve held one. Good luck, new baby.

Dafür herrscht in der Werkstatt Chaos, die Skulptur für die Arztpraxis wächst und ich habe Mühe, all die PET-Flaschen irgendwoher zu kriegen, vor allem farblose. Blöd, wenn man auf Zero Waste steht…..

On the other hand, there’s lots of chaos in the studio. With a PET sculpture growing with no PET bottles in that house. I try to live somewhat  zero waste, but usually can’t make it. Hence I have to find bottles. Luckyly, they get thrown away. Always.

Und schließlich: Der Frühling ist da, mit aller Macht und aller Kraft. Die meiste Zeit waren wir draußen. In meinem Garten wächst ein neuer Gemüsegarten und auf den Wiesen beginnt die Obstbaumblüte. Kuckt mal, was meine Kinder auf der Wiese sehen, sie haben sich mein Handy zum Fotografieren genommen. Ich Banause habe nur meinen Rhabarber fotografiert, glaubt Ihr das? KInderaugen sehen andere Dinge und manchmal sind nur sie fähig, den Zauber der Natur einzufangen. Wir haben Kartoffeln und Zwiebeln gesetzt und Brennholz zum Trocknen gehackt. Und Freunde beim Vorbeigehen getroffen. Und Schnittlauch und Löwenzahn gesammelt. Nächste Woche ist Spitzwegerich dran….

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And then: The orchard! It’s awake again and I sometimes forget how beautiful it is out there when the trees just blossom. Now it’s cherries and peas, apples and plums still to come, not to speak of walnuts. I discovered my rhubarb had survived and my girls got the mobile phone for taking pictures and playing. Kids‘ eyes see things differently, don’t they? We put in potatoes and onions. I need more space, I guess.

Neu Gelesen

Birgit Ebbert: Papier ZEN. Entspannen mit Papier.

 

Papier ist geduldig

Birgit Ebbert teilt meine Liebe zu Papier. Das ist etwas wundervolles. Und so kann ich mich nur freuen, wenn ich durch Papier ZEN. Entspannen mit Papier blättern darf. Das dünne Büchlein ist wie geschaffen für entspannte Nachmittage. Auch, wenn ich so manche Faltungen bereits kenne, gefällt mir gut, was Ebbert daraus macht. Genauigkeit und die Ruhe beim Basteln tun mir gut und ehe ich mich versehe, werken meine Kinder mit. Soll so sein.

Ebbert stellt insgesamt zweiundzwanzig Faltungen vor, die einfach sind, aber durchaus Potential haben. Klar, jeder kennt »Himmel und Hölle«, aber der hübsche Turm, der daraus entstehen kann, kam zumindest mir noch nicht in den Sinn. Mir gefallen vor allem die größeren Grafiken, die aus Ebberts kleinen Faltungen entstehen. Sterne, Lichterketten, Schachteln, es lässt sich so vieles falten. Mein persönlicher Mehrwert: Obwohl Ebbert mit Origamipapier arbeitet, weiß ich gleich, dass vieles auch schön aussieht, wenn man alte Zeitschriften dafür benützt.

Klassiker neu interpretiert

Tatsächlich kenne ich, glaube ich, jede Faltung im Buch. Die Fotos dazu sind aber wirklich wunderschön und regen zum wiedermal Basteln an. Außerdem, für Neugierige sind einige Faltungen erklärt, die ich regelmäßig für meine eigenen Projekte verwende, ich sage da nur: Papiertaschen. Es ist oft unbezahlbar, eine gut bebilderte Anleitung für ein wenig komplexere Faltungen zu haben und Ebbert macht genau das super.

Klar, für Papiergarn reicht definitiv eine Doppelseite, aber diese ist da und hat mich zumindest wieder auf die Idee gebracht, ein paar Rollen Papiergarn aus alten Zeitungen zu knüllen. Das spart Geld und Geschenkband, schont die Umwelt und sieht noch dazu toll aus. Lesezeichen in Herzform oder kleine Schachteln aus Papier habe ich immer im Laden als wunderschöne und nachhaltige Geschenkverpackung. Schön, dass Ebbert darauf aufmerksam macht.

Nichts für alte Hasen

Einschränkend muss ich sagen: Wer immer schon routiniert faltet, braucht Ebberts Buch nicht. Origami Fans haben längst ihre eigenen Fachbücher und Lieblingsideen. Mir persönlich fehlt manchmal der konkrete Anwendungsbereich. Vor allem bei den Faltungen, die ich noch nicht kenne. Mit Lesezeichen, Schachteln und Garn habe ich kein Problem. Mit Hexentreppen und hübschen Dekoelementen, die erstmal keinen ersichtlichen Nutzen haben, schon.

Klar, es geht um die Entspannung beim Falten und Achtsamkeit. Doch ich kenn mich ja: Es entspannt mit nicht, etwas zu Falten, das den Verwendungszweck »Tischdekoration« hat. Ich werde also tendenziell bei meinen Schachteln, Taschen und Garnen bleiben und hoffe, dass Birgit Ebbert noch ein Buch für Banausen wie mich schreibt, das aus gefaltetem Papier viele nützliche Dinge herstellt.

Titelangaben:

Birgit Ebbert: Papier ZEN. Entspannen mit Papier.

Köln: Lingen Verlag, 2018. 80 Seiten. 9,95 EUR.

Kunst und Handwerk, Upcycling

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Buchfreude

So ein Freutag!

Anka Brüggemann: Papier Minis. Dekoratives und Kunstvolles aus alten Büchern.

Belebte Worte

Anka Brüggemann muss gar nicht viel machen, um mich mit Papier Minis. Dekoratives und Kunstvolles aus alten Büchern zu verzaubern. Ich liebe Bücher. Und meistens kann ich mich überhaupt nicht trennen. Als mein Mann einmal in einer Nacht – und Nebel Aktion meine Star Trek Bände weggeworfen hatte (gesammelt seit meinem 12. Geburtstag und definitiv Schund) hätte ich ihn fast getötet. Mittlerweile habe ich so viele Bücher, dass ich selber ans Aussortieren denke. Immer wieder. Nun gebe ich ihnen neues Leben.

Ich könnte vielleicht auch eine Zeitung verwenden oder ein Magazin zerschneiden, aber die Arbeit mit alten Büchern hat schon etwas Magisches. Bereits beim Querlesen geht mir das Herz auf, denn die wunderschönen Fotografien und die vergilbten Seiten wecken so viele Erinnerungen in mir. Brüggemann kennt das wohl und für alle, denen es ähnlich geht wie mir, hat sie ein zauberhaftes Buch verfasst.

Verschiedene Techniken von leicht bis schwer

In einem sehr kurzen Grundlagenteil gibt es eine kleine Buchkunde zum Nachlesen. Wie wird ein Buch aufgebaut und vor allem: wie nimmt man es wieder auseinander? Auch Arbeitstechniken werden erläutert, so dass man eigentlich sehr schnell in den einzelnen Kapiteln loslegen kann. Für die Arbeitsprojekte hat Brüggemann die Kapitel in Faltarbeiten, Schneidearbeiten und Skulpturen aufgeteilt. So kann jeder schnell herausfinden, was er nacharbeiten möchte.

Für die jeweiligen Projekte wird bereits im Inhaltsverzeichnis der Schwierigkeitsgrad angegeben. Insofern lässt sich gut mit den eigenen Kräften haushalten. Faltprojekte und Skulpturen sind am schwierigsten. Blüten, die zu Girlanden gefügt werden oder Papierkugeln als Hängeobjekte sind unglaublich einfach, aber an den Fotos sieht man schnell, dass man mit schönem Papier wunderhübsche Ornamente herstellen kann.

Patina im Rampenlicht

Bedruckte Seiten sind immer toll, da ist es fast egal, was mit ihnen geschieht. Lampions zum Beispiel sind zauberhaft aus alten Buchseiten, Lob dem, der ein Lexikon oder ein Buch in Frakturschrift zur Hand hat. Keine Ahnung, wie man die fragilen Kostbarkeiten vor dem Verfall rettet, wahrscheinlich darf man sie einfach nicht wegpacken. Als dekorative Elemente oder gar als Solitärblickfang sind sie allesamt zauberhaft.

Manches kennt man, Laternen zum Beispiel. Sie hätte ich nicht gebraucht, aber das Foto allein ist so hübsch, dass ich mir merke, wieder einmal ein paar Buchseiten einzuschneiden. Auch für Papierperlen hätte ich keine Anleitung gebraucht, aber geschenkt. Denn schon die Geschenkverpackungen aus verdrehten Papierstreifen oder die 3-D-Grafik übersteigt meine spontanen Möglichkeiten und doch weiß ich sofort: Patchwork aus Büchern, das will ich unbedingt machen!

Kunstvolles aus Büchern

Auch wenn man nicht gleich zum Künstler wird, weil man ein paar alte Bücher zerfaltet, der antiquierte Charme vergilbter Seiten lässt einen nicht mehr los. Mein Lieblingskapitel ist das letzte, in dem dekoratives aus Flora und Fauna gefaltet, geschnitten und geklebt wird. Von Blüten und Blättern, Vögeln und Käfern: Es kreucht und fleucht und windet sich in dezenten Buchseitenfarben. Ideal für Geschenke oder als Dekoration in Zimmern, in denen keine Pflanzen stehen werden. Und immer einigermaßen schnell gemacht, weil es doch Kleinigkeiten sind.

Titelangaben:

Anka Brüggemann: Papier Minis. Dekoratives und Kunstvolles aus alten Büchern.

Bern: Haupt Verlag 2017. 192 Seiten. 24,90 EUR.

Kunst und Handwerk, Upcycling

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Und wieder ein Projekt – Rainbow Colors Project

Im Moment steht die Welt Kopf – manchmal les ich schon die Nachrichten auf dem Handy, weil ich gar nichts mehr mitkriege. Dafür bin ich fest am schaffen und in meiner Werkstatt entsteht eine neue PET – Skulptur. Sie wird eines Tages in einer Arztpraxis hängen und mein Kunde wollte sie gern in Blau, Rot und Gelb. Tja. Damit fängt die Arbeit an. Nicht, dass blaue PET-Flaschen ein großes Problem wären, da habe ich ja den PET – Dealer meines Vertrauens, der in seiner Arbeit kein sauberes Trinkwasser hat.

Aber Rot und Gelb? Muss ich färben. Also putze ich wieder mal PET – Flaschen. Und färbe sie. Und lasse sie trocknen. Und zerschneide sie. Und putze sie. Und färbe sie. Und lasse sie trocknen. Und zerschneide sie. Wie ein seltsamer Walzer, merkt Ihr das?

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Right now everything’s just upside down. Sometimes I read the news on my mobile phone because I work to much to watch them on TV. I have a new PET-sculpture order which I want to deliver asap to a practitioner’s house. But he wants it in blue, red and yellow. Blue – no problem. But red and yellow: Lots of dying and drying and cutting and cleaning and dying and drying and cutting and cleaning and – you get it?

Kunst und Handwerk, Upcycling

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Neu Gelesen

Dorothee Raab: Einfach lernen mit Rabe Linus. 1. Klasse Deutsch

Einfach lernen mit Rabe Linus. 1. Klasse Mathematik

Training für ABC-Schützen

Seit Jahren hat sich der Duden-Verlag über das ursprüngliche Portfolio, die Lexika, hinaus entwickelt und Trainingsprogramme mit eingebunden. Nun habe ich von Dorothee Raab Einfach lernen mit Rabe Linus. 1. Klasse Deutsch und Einfach lernen mit Rabe Linus. 1. Klasse Mathematik zur Rezension erhalten. Schwierig, weil ich prinzipiell finde, dass Erstklässler sich erst mal auf die Schule einlassen sollten, ohne von Anfang an mit Lernprogrammen zugeballert zu werden. Aber: Ich sehe mir natürlich auch an, was die beiden Trainingshefte denn so bieten.

Wie auch schon bei den Trainingsheften für die 3. Klasse sind die Trainer gut aufgebaut: In Deutsch werden die Buchstaben nach dem ABC erlernt und später dann „ei“, „äu“, „st“, „sch“ und so weiter eingeübt. Erst ganz zum Schluss wird richtig gelesen und geschrieben. Damit bewegt sich der Trainer relativ nahe an den Lehrplänen. Die Übungen ähneln denen, die mein Sohn oft von der Schule mit nach Hause nimmt. Hat die Lehrerin den gleichen Trainer oder ist die Auswahl der Möglichkeiten begrenzt?

Begrenzte Möglichkeiten

Ganz klar: In Klasse 1 kann man nicht unbegrenzt üben. Das geht intellektuell gar nicht. Das heißt auch, dass wie immer Mathematik besser ist, weil die schematische Darstellung im Zahlenbereich einer verschriftlichten Übungseinheit einfach entgegenkommt. Trainiert wird der Zahlenraum bis 20, inklusive Zahlen schreiben, Mengen erfassen, Zehnerübergang, Addition und Subtraktion bis 20.

Beide Hefte orientieren sich stark am Lehrplan und ich deshalb nicht, ob sie wirklich notwendig sind. Ein Kind, das noch nicht schreiben kann, braucht vielleicht nicht unbedingt zusätzliche Übungen. Am Deutschtrainer finde ich irritierend, dass nach dem ABC vor gegangen wird. Meine Kinder haben immer irgendeinen Buchstaben als erstes gelernt, man wird also blättern müssen. Ich weiß auch nicht, wie notwendig es ist, einer Lehrerin im Stoff vorzugreifen, indem der Trainer durchgearbeitet wird.

Die Kinder ankommen lassen

Klar: Beide Trainer sind gut gemacht und wer mit seinem Kind zusätzlich üben will, trifft mit den Trainingsheften aus dem Dudenverlag sicher eine gute Wahl. Allerdings kann ich nur dafür plädieren, die Kinder, die grade erst dem Kindergarten entschlüpft sind, erst einmal in Ruhe in der Schule ankommen zu lassen und ihnen die Gelegenheit zu geben, sich zurecht zu finden, wenn so viel Neues passiert. Zusätzlich üben würde ich nicht, man sieht ja so auch gar nicht, wozu ein Kind selbständig in der Lage ist. Die Grundschule ist eine gute Gelegenheit zu sehen, wie ein Kind arbeitet, wenn es von zuhause aus normal unterstützt wird.

Titelangaben:

Dorothee Raab: Einfach lernen mit Rabe Linus. 1. Klasse Deutsch

Einfach lernen mit Rabe Linus. 1. Klasse Mathematik

Berlin: Dudenverlag, 2018. Je 96 Seiten. Je 7,99 EUR.

Kunst und Handwerk, Upcycling

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Buchfreude

Mein Bruder heiratet bald! Was für eine Freude!

Susanne Rademacher: Stilvoll heiraten. Mein Wedding-Planer.

Unsere Love-Story. Hochzeits- und Liebesalbum.

Planvoll für ein rauschendes Fest der Liebe

In welchen Zeiten habe ich wohl gelebt, die ich keinen Wedding-Planer vor siebzehn Jahren zur Hand hatte? Ich bin erstaunt, dass ich noch nicht geschieden bin! Scherz beiseite: Susanne Rademacher stellt mit Stilvoll heiraten. Mein Wedding-Planer und Unsere Love-Story. Hochzeits- und Liebesalbum sicher, dass der schönste Tag im Leben genauso wird, wie man es sich vorgestellt hat. Keine bösen Überraschungen, nichts vergessen.

Denn ganz ehrlich: Geplant habe ich auch. Fast ein Jahr vor meiner Hochzeit habe ich mir Gedanken um den Termin, die standesamtliche Trauung und den Rahmen gemacht, immer unterstützt von meinem Mann. Unsere Planungen lebten in einem Buch, das wir führten. Aber sie waren halt auch davon abhängig, dass wir nichts vergassen. Ich hatte eine schöne Hochzeit und ein fröhliches Fest. Und würde vielleicht heute ganz anders heiraten.

Gedanken machen

An beiden Büchern der Hochzeitsbloggerin Susanne Rademacher gefällt mir, dass sie dazu anregt, sich Gedanken zu machen. Über die Hochzeitsfeier, eigene Prioritäten, die Beziehung, die Liebe. Wer ein großes Fest plant, verliert gern einmal das Ziel aus den Augen und verliert sich in Einzelheiten. Der Wedding-Planer hilft auch dann, sich nicht zu verzetteln, wenn einem egal ist, ob das Traumkleid ideal passt oder nicht. Und im Album lassen sich verliebte Gedanken fest halten, die ein Paar daran erinnern, dass aus Liebe geheiratet wird.

Hochzeiten sind ein großes Geschäft geworden, beide Bücher springen auf den Zug auf. Der schönste Tag im Leben soll schließlich etwas Besonderes werden. Meiner endete in einer eher alternativ-studentischen Fete, aber wir hatten soviel Spaß. Ich habe viele Hochzeiten erlebt, die besser organisiert und trotzdem öde waren. Ich denke, der Mix macht es aus. Rademacher macht viel Wind um dieses Fest, aber sie bietet auch gerade im Wedding-Planer immer wieder Tabellen und Zeittafeln, die wirklich hilfreich sind.

Ein Fest der Liebe

Besonders das Paket hat es mir angetan. Wedding-Planer und Album. Wenn ich sehe, wie gerne unsere Kinder in unserem Hochzeitsalbum blättern wünschte ich manchmal, ich hätte mir mehr Gedanken um diesen Tag gemacht. Meine Kinder würden bestimmt gerne lesen, wie mein Mann und ich uns kennengelernt haben. Am Wedding-Planer gefallen mir die Tipps im Zeitablauf am besten. Bei der Planung eines Festes scheint mir dies am schwierigsten: Festzulegen, was wann zu tun ist.

Am Ende aller Planungen soll immerhin eine Hochzeit stehen, zwei Menschen binden sich aneinander für immer oder zumindest eine lange Zeit. Und ehrlich gesagt: Sind Feste nicht etwas Tolles und allein deshalb schon wert, gefeiert zu werden? Ein rauschendes Fest, an das viele Menschen glückliche Erinnerungen haben, ist ein guter Grundstein für eine Ehe. Rademachers Bücher schaffen dafür die Voraussetzungen.

Titelangaben:

Susanne Rademacher: Stilvoll heiraten. Mein Wedding-Planer.

Unsere Love-Story. Hochzeits- und Liebesalbum.

Freiburg im Breisgau: Herder, 2018. 192 Seiten bzw. 120 Seiten. 20 EUR bzw. 26 EUR.

Kunst und Handwerk, Upcycling

Unikate, Upcycling, Handarbeit, Kunsthandwerk, Schmuck

Ferienprojekt für die Finger – Something to do for my fingers

Was macht man in den Ferien, wenn die Termine sich in Grenzen halten? Ich arbeite vom Schreibtisch aus und kann beschliessen, mal etwas später anzufangen. In den Ferien mache ich das, damit ich mit meinen Kindern frühstücken und noch etwas auftanken kann. Eigentlich habe ich bunte Leseecken von der hübschen Titelseite eines Wollkatalogs machen wollen. Habe ich dann auch gemacht, doch es blieb etwas Verschnitt übrig. Viel zu schade, um die schönen Schnipsel wegzuwerfen, dachte ich und machte klitzekleine Christbaumkugelohrhänger draus. Und eine Kette nach dem gleichen Prinzip.

What to do when in the easter holidays there is not much to do? As I work from home I decided  to make some jewellery. I had some left over paper from a catalogue and made those tiny christmas ornaments  – only that they are to be worn in ears, not on trees. I liked them so much that I made somemore plus a necklace. You only need some paper stripes, beads, hooks and wire.

Ihr braucht: Schmuckdraht, Wachsperlen, Ohrhaken und Quetschperlen. Die Kette habe ich mit einem benutzerfreundlichen Magnetverschluss geschlossen. Ein paar Ohrringe war für mich, zwei für meine Mädels, eins für eine Freundin. Ende Gelände und so viel bunte Osterfreude mit Weihnachtsschmuck!

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Neu Gelesen

Malin Landqvist: Marmelade, Saft & Sylt. Bullerbü im Glas.

Alles Gute kommt von Obst und Beeren

Malin Landqvist hat alle Begehrlichkeiten, die es jemals geben kann, bei mir aktiviert. In Marmelade, Saft & Sylt. Bullerbü im Glas wird schwer danach getrachtet, eine kochsüchtige Obstwiesenmama wie mich richtig glücklich zu machen. Ich liebe Bullerbü, Beeren und Obst. Und obwohl ich zuerst gedacht hatte, ich hätte ein wundervolles Geschenkbuch zur Rezension erhalten, kann ich jetzt sehr deutlich sagen: Nö. Nix da. Dieses Buch bleibt. Bei mir.

Ganz klar: Es gibt wiedermal nicht viel zu rezensieren. Für mich gerade wunderbar, da mein buntes Leben mir viel abfordert. Und doch Zeit zum Träumen lässt. Was werde ich diesen Sommer nicht alles kochen. Landqvist kocht sehr professionell ein, das schließt die Zugabe geringer Mengen von Konservierungsstoffen mit ein. Das muss ich nicht machen, aber ich finde es interessant, zu lernen, was ich beim hygienischen Abfüllen beachten muss.

Anleitung zum Genießen

Der Rezeptteil ist wundervoll. Meist hat man an Utensilien sowieso schon alles zuhause. Wer hat nicht bereits einmal Marmelade eingekocht? Es ist alles keine Hexerei. Nur Sylt kannte ich nicht. Dank Landqvist hat meine Speisekarte nun eine Erweiterung erfahren dürfen. Sylt ist ein wenig konserviertes Zwischending aus Saft und Konfitüre. Meist wird es zu Hauptgerichten als Soße gereicht, wir alle kennen es aus Preiselbeeren, die zu Hackbällchen genommen werden.

Manche Beerensorten, die Landqvist einkocht, kenne ich nicht und ich frage mich, ob sie vielleicht nur in Skandinavien vorkommen. Doch ansonsten folgen die Rezepte dem Jahreslauf. Als erstes wird Rhabarber eingekocht, zu Saft und Marmelade, dann folgen Erdbeeren, Himbeeren, Holunder und so weiter. Nicht immer sind die Rezepte revolutionär und vieles kennt man schon. Landqvist verwendet aber z.B. keinen Gelierzucker, schon interessant, wie dann das Rezept abgeändert werden muss.

Originelles aus konservierten Früchten

Wenn Erdbeersaft roh gerührt wird oder immer aus jeder Frucht Sylt gekocht wird, dann finde ich diese Rezepte wirklich bereichernd. Erdbeercreme, Erdbeerdrink, marinierte Erdbeeren, oft wird die Frucht mehrfach variiert zubereitet. Walderdbeeren in Rotwein, Himbeeressig, Johannisbeerdrink aus den Blättern und natürlich tausendfach unser geliebter Apfel. Kein Wunder, dass ich das Gefühl habe, ohne dieses Buch nicht den Sommer überstehen zu können.

Wer wie ich eine Obstwiese besitzt oder einfach seinen Beerengarten liebt, der freut sich immer über neue Ideen zur Verwertung von Obst und Beeren. Genau das bietet Malin Landqvist. Die paar Rezepte, die ich schon kenne, atme ich einfach weg. Der Rest wird dieses Jahr genau so gekocht. Ich blicke also mit Sehnsucht auf die Knospen meiner Obstbäume und hoffe sehr, dass alle Blüten, die ich jetzt dort sehe, sich zu leuchtenden Früchten entwickeln. Für Marmelade, Saft & Sylt.

Titelangaben:

Malin Landqvist: Marmelade, Saft & Sylt. Bullerbü im Glas.

Übersetzt von Elke Adams.

Münster: LV-Verlag, 2017. 96 Seiten. 14,95 EUR.

 

Kunst und Handwerk, Upcycling

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Jetzt wird es knapp – Hurry Up

Nur noch ein paar Tage bis Ostern und ich habe noch immer nicht die Osternestchen für meine Kinder vorbereitet. Ich habe sie noch nicht einmal gemacht. Herrgott, jedes Jahr das Gleiche!

Also: Ran an den Berg aus T-Shirts und an die Schere! Dieses Jahr gibt es gehäkelte Osternestchen!

It’s always the same: too many projects, too many kids, way too less time. Hence I start making easter presents way too late. Way too late. Two more baskets to go. And I need something to fill them with. Hell of a time, it is. But when I’m done? So much fun to watch them looking for those baskets. Can’t wait to see it.

Für das Zerschneiden der T-Shirts in einen Endlosfaden gibt  es viele Anleitungen im Netz. Ich habe nur gewickelt und Farben sortiert, dann in festen Maschen los gehäkelt, schließlich soll alles stabil werden. Zwei Nestchen habe ich schon, zwei mehr brauche ich. Und Zeugs zum Füllen. Es ist zum Mäusemelken!

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