Ferienstart

Endlich beginnen meine Ferien! Zeit, morgens schon Salat zu pflücken für die Mittagshitze. Zeit, Projekte zu beginnen, die ein bisschen größer sein dürfen und nicht gleich enden müssen. Zeit, etwas Feinmotorik zu üben und Glanz und Glitzer in den Laden zu zaubern. Zeit, nichtgelesene alte Bücher aufzutürmen. Endlich Sommerferien. Geht es Euch auch so?

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Neu Gelesen

Heike Mohr, Beate Walther: Schatztruhe Garten. Geschenke für jeden Anlass selbst gemacht.

Catherine Delvaux: 100 inspirierende Pflanzideen.

Catherine Delvaux: 50 grüne Dekoideen.

Deborah Schneebeli-Morrell: Der dekorierte Garten. 25 Projekte für Ihren Platz im Freien.

Für den grünen Daumen

Gerade haben unsere Sommerferien begonnen und ich habe richtig Lust und Zeit, draußen zu werken und zu genießen. Super, dass ich passend für jede Saison die idealen Tipps und Anregungen bekomme. In Heike Mohrs und Beate Walthers Schatztruhe Garten. Geschenke für jeden Anlass selbst gemacht wird der Erntesegen verarbeitet, während Catherine Delvaux in 100 inspirierende Pflanzideen und in 50 grüne Dekoideen dafür sorgt, dass alle Pflanzen in Haus und Garten richtig in Szene gesetzt werden. Wer darüber hinaus noch Tipps sucht, findet sie in Deborah Schneebeli-Morrells Der dekorierte Garten. 25 Projekte für Ihren Platz im Freien.

Wer seinen Garten verschönern möchte, Blühpausen überbrücken will oder gerne Lichteffekte setzen würde, ist bei Deborah Schneebeli-Morrells Der dekorierte Garten. 25 Projekte für Ihren Platz im Freien genau richtig. Wie aufwändig man das eigene Engagement gestalten möchte, ist dabei frei gestellt, denn es gibt alle Schwierigkeitsgrade bei den Projekten. Vom Blickfang Kieselmosaik über Pflanzschilder aus Draht bis hin zu simplen Lichtertüten mit Scherenschnittmotiven sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Während die vielen Drahtobjekte mir zu schnörkelig sind, liebe ich die farblich variierenden Objekte aus Weidenruten. Rankgerüste, Gartentore, Wuchshilfen aus Haselnuss und Weide verschönern den Garten und sind hilfreiche Objekte. Selbst die Vogelscheuche wird königlich neu definiert und strahlt in silbernem Glanz über die Beete. Ich mache mir eine To-Do-Liste und sie wird ganz schön lang, denn jeder Garten verdient es, dass die besonderen Stellen hervorgehoben werden.

Drinnen und Draußen

Wer sich in seinem Grün beschränken muss, ist dagegen vor allem bei Catherine Delvauxs 50 grüne Dekoideen gut aufgehoben. Delvaux arrangiert dekorativ für den Außen- und Innenbereich Pflanzen in kunstvollen Ensembles und Stilleben. Vor allem Sukkulenten und Jungpflanzen werden in schönen Kästen oder Gläsern zum Blickfang auch kleiner Wohnungen. So viel Zartheit passt nicht zu meinem wilden Garten, aber wer seine Wohnung mit Balkon aufpeppen möchte, ist bei Delvaux genau richtig.

Für die Neulinge entpuppen sich auch die genauen Pflanzanleitungen und Beschreibungen als überaus wertvolle Zutat. Damit die Arrangements lange schön bleiben, brauchen sie gewissenhafte Pflege und im Fall der Beherbergung in Gläsern auch ab und an frische Luft. Wie man seine Pflanzen dauerhaft schützt und pflegt, wird einfach und genau erklärt. Delvaux arbeitet mit ganz unterschiedlichen Materialien und so ist garantiert, dass für die unterschiedlichsten Geschmäcker genau das Richtige dabei ist.

Gartenwonne

Wer es etwas üppiger mag, wählt die dicke Ausgabe von Catherine Delvaux: 100 inspirierende Pflanzideen. In diesem Schmöker finde ich mich auch wieder, weil viele Pflanzideen sich auch für große Gärten eignen und ein hervorragender Blickfang sind. Stauden und Beete werden nach Motto angeordnet, Beerensträucher eingebettet in Rosen. Wer aus seinem schönen Garten einen atemberaubenden Park machen möchte, hält sich an Delvaux.

Es gibt für jede Licht- und Wärmelage Tipps und Arrangements, Töpfe, Beete und Hängeampeln stufen die Gärten in die dritte Dimension durch. Passend für jede Jahreszeit werden auch Töpfe bepflanzt, die dann zum Hingucker werden an einzelnen Stellen. Dabei achtet Delvaux auf die Farbgebung der Pflanzen, den Lichteinfall, den Wasserbedarf und die Struktur der Pflanzgefäße. Es ist unglaublich, aber hier kann ich zur Gartenarchitektin werden.

Gartengeschenke für alle

Schlussendlich möchte man sein Gartenglück teilen. Dass dies auch jenseits der mir wohlbekannten Grenzen von Sirup und Marmelade geht, zeigen Heike Mohr und Beate Walther in Schatztruhe Garten. Geschenke für jeden Anlass selbst gemacht.Besonderer Pluspunkt: Die Autorinnen benutzen für Ihre Gestecke, Sträuße und Arrangements auch totes Material, Fruchtstände und Zweige. So wird alles aus dem geliebten Garten verwertet.

Natürlich finden sich auch Rezepte, aber nicht nur. Über Grillkräuterbündel, Kräuterzucker oder Teemischungen freuen sich sicher viele. Dass auch Saatgut hübsch verpackt ein originelles Geschenk für Gartenliebhaber ist, darf ich immer feststellen. Für jede Jahreszeit geben die Autorinnen Tipps und tatsächlich ist in einem klugen Garten auch noch im Winter Erntezeit. Wie schön sich Samenkapseln und Fruchtstände getrocknet machen! Und dank immergrünem Efeu wird auch der graue Winter bunt. Was für ein schönes Gartenjahr!

Titelangaben:

Heike Mohr, Beate Walther: Schatztruhe Garten. Geschenke für jeden Anlass selbst gemacht.

Münster: LV-Buch, 2018. 144 Seiten, 18 €.

Catherine Delvaux: 100 inspirierende Pflanzideen.

Münster: LV-Buch, 2018. 260 Seiten. 24€.

Catherine Delvaux: 50 grüne Dekoideen.

Münster: LV-Buch, 2019. 144 Seiten. 18€.

Deborah Schneebeli-Morrell: Der dekorierte Garten. 25 Projekte für Ihren Platz im Freien.

Münster: LV-Buch, 2019. 128 Seiten, 15€.

Sommerrätsel

Heute habe ich die letzte Klausur in meinem ersten Ausbildungsjahr geschrieben. Und trotzdem ist nach dem Lernen vor dem Lernen. Gleichzeitig geht mir so viel im Kopf herum und ich möchte viele Dinge planen und organisieren. Dies sind meine Bilderrätsel für die nächsten paar Wochen und sogar aus den letzten paar Wochen. Selbst mit all der Lernerei schaffe ich es immer wieder, irgendetwas Handwerkliches fertig zu machen. Sonst verlöre ich den Verstand….

Aus der Bücherkiste gefunden und zum Falten vorbereitet. Schließlich brauche ich auch nach den Sommerferien Schaufensterdeko.  Mal sehen, ob ich die Bücher gefaltet kriege.

Und hier oben: eine Kombiarbeit. Rezensionsexemplar gepaart mit einem Strickauftrag. Was könnte es Schöneres geben? Es sollen ein paar Strümpfe dabei herauskommen und ich werde ganz sicher beim Lesen schlauer….

Manche Arbeiten habe ich schon fertig: zum Beispiel den Korb aus Zeitungspapier, der Sitzunterlagen beherbergt. Ich habe sie gar nicht gebraucht. Aber bei Sonnenschein und Picknick sind sie super. Und viele T-Shirts und Zeitungen haben so nochmal Verwendung gefunden.

Diese zwei gehören zusammen. Neuroanatomie und modulares Origami. In vielen Schulstunden miniklein gefaltet und wie Lego für Große zusammengesteckt. Der Spieltrieb stirbt zuletzt!

Ab damit zum Creadienstag und Euch einen kreativen Sommer!

Neu Gelesen

Max McMurdo: Zweite Chance für Kellerfunde. 20 Kreativprojekte aus wiederverwendetem Material.

Smarticular: Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie.

Macht es doch selbst!

Jeder spricht über Nachhaltigkeit, die Umweltverschmutzung und ein klimaneutrales Leben. Doch es wird nichts geschehen, wenn nicht jeder Mensch in kleinen Schritten bei sich selbst beginnt. Smarticular veröffentlicht regelmäßig im Netz Hausmittel, Tricks und Tipps für ein nachhaltiges Leben. In Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie werden Natron, Soda, Zitronensäure, Essig und Kernseife zu Alleskönnern im Alltag. Max McMurdo zeigt in Zweite Chance für Kellerfunde. 20 Kreativprojekte aus wiederverwendetem Material, wie nachhaltiges Design funktioniert. Los geht’s!

Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie habe ich im klassischen Sinne gar nicht erst gelesen. Lernen durch Tun, hieß hier die Devise. Zwar gäbe es einen wunderbar einführenden Teil zu allen chemischen Eigenschaften der einzelnen Hausmittel, doch war der Tatendrang zu groß. Trotzdem bleiben einige der wertvollen Tipps hängen. Ich lerne über Kalkseife, die Beseitigung derselben und über die Unterschiede zwischen Natron und Soda.

Entrümpeln

Ganz klar, jeder Putzmittelschrank kann kleiner werden, wendet man die Hausmitteltipps korrekt an. Seit Monaten schon putze ich mein Bad mit selbst gemachtem Essigreiniger, genauso wie die Fenster. Als Weichspüler mit Lavendelöl veredelt oder als Klarspüler leistet er mir wunderbare Dienste. Natron? Zum Brezenbacken, für selbstgemachtes Backpulver, als Scheuermilch, Haarshampoo und im Waschmittel – aus meinem Haushalt nicht wegzudenken.

Mehrere Fliegen mit einer Klappe, denn jedes Hausmittel eignet sich für Dutzende Anwendungen. Ich verwende immer lebensmittelechte Zitronensäure, wenn ich nicht damit putze, kommt es in den Sirup. Nichts bleibt ungenutzt und ganz nebenbei verschwinden die hässlichen Plastikverpackungen, denn alles ist in papiernen Großpackungen oder Glasflaschen zu erwerben. Die Herstellung der Putzmittel ist kinderleicht und mittlerweile schreibe ich die Rezepturen auf die Vorratsgläser, das spart den Griff zum Buch.

Aufmöbeln

Während der Putzmittelschrank leerer wird, entrümpeln wir noch den Keller. Klar, McMurdos Kreationen sind bisweilen sehr speziell. Wenn ihr nicht zufällig alte Leitern oder Rohrverbindungen rumfliegen habt, hilft Euch das Buch nicht so viel. Aber wer ein altes Haus renoviert – so wie ich – und ganz nebenbei auf die verstaubten Pretiosen stößt, der freut sich über das ein oder andere Unikat, für das im Buch die perfekte Anleitung gegeben wird. Als kreative Anregung für Selbermacher ist es auch noch ein tolles Geschenk.

Mir gefällt außerdem, dass endlich mal richtig nette Geschenkideen für Männer darin zu finden sind. Es ist doch so, die armen Herren der Schöpfung kommen bei der frauenlastigen Dekogemeinde immer zu kurz. Hier gibt es viel Blech und Stahl und Holz und schlichte Formen, das freut auch die Männerästhetik. Wir Damen nehmen dagegen gern die entstandenen Kunstwerke in Anspruch, denn am Ende winken Stuhlbänke, Hocker, Badregale oder Lampen für ein schönes Zuhause. Also, in der richtigen Reihenfolge: Erst ökologisch putzen, dann schick einrichten.

Titelangaben:

Max McMurdo: Zweite Chance für Kellerfunde. 20 Kreativprojekte aus wiederverwendetem Material.

Münster: LV Buch, 2018. 144 Seiten, 20 €.

Smarticular: Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie.

Berlin: Smarticular Verlag, 2018. 192 Seiten, 14,95 €.

Neu Gelesen

Andrea Weller-Essers, Eilika Mühlenberg: Von Alpakakacka bis Zotteltrottel. Das voll verbotene ABC.

Sarah De Vos: Mein Kind langweilt sich nie.

DaWanda: Lieblingsstücke für Kinder.

Alles für den Sommer

Kurz bevor die Sommerferien bei uns anbrechen, checke ich noch schnell meinen Rezensionsbücherschrank. Was könnte Kinder und Eltern helfen, die längsten sechs Wochen dieses Jahres zu überstehen? Und ich werde fündig: Andrea Weller-Essers und Eilika Mühlenberg Von Alpakakacka bis Zotteltrottel. Das voll verbotene ABC, Sarah De Vos‘ Mein Kind langweilt sich nie und DaWandas Lieblingsstücke für Kinder versprechen eine ausgefüllte To-Do-Liste selbst dann, wenn es gar nichts mehr zu tun gibt.

Es beginnt am Spielplatz, jede Mutter kennt diese Situation, jedes Kind auch: Eigentlich wollte man an dem coolen Klettergerüst mit dem besten Freund spielen, aber dann ist da schon jemand. Etwas lustloses Geschaukel, im Weg rum stehen und irgendwann fällt es: das erste böse Wort. Was gut gemeint war, endet im Streit und mit schlimmen Wörtern, die jeder kennt und die nur einen relativ kleinen Wortschatz ausmachen. Schluss damit!

Gut geschimpft ist halb gewonnen

Die Geschichte vom Schimpfwörterwettkampf in Von Alpakakacka bis Zotteltrottel wirkt nicht konstruiert, weil wir alle diese Momente kennen, in denen wir gerne etwas kreativeres als die gewöhnlichen Fäkalausdrücke verwenden können. Dass es dann verrückt und lustig illustriert quer durch das ABC geht, ist eine Herausforderung, die meistens aufgeht. Die kongeniale Illustration vermittelt einen humorvollen Eindruck, wie zum Beispiel so ein »Zotteltrottel« aussehen könnte. Perfekt für einen regnerischen Nachmittag!

Eher für die Mamas ist dagegen von DaWanda das Buch über Lieblingsstücke für Kinder. Fast anachronistisch, denn meine Rezensions erscheint erst nach der Übernahme von DaWanda durch Etsy. Nichts desto trotz erhält man gerade für Babies und Kleinkinder wunderbare Lieblingsstücke vorgeführt, die an der Nähmaschine schnell genäht sind und auch an langweiligen Ferienabenden eine willkommene Abwechslung bieten.

Von Windeltasche bis Tipi

Von der Windeltasche bis zum Tipi findet man hier alles, was große und kleine Menschen brauchen können. In der typischen DaWanda Ästhetik werden blau gestreifte Lichterketten, Kissen, Sitzsäcke, Wimpelketten und Babyhosen angefertigt. Wer nicht für sich selbst nähen möchte, findet hier einen riesengroßen Fundus an schönen Geschenken für groß und klein! Meist sind es fröhliche Kleinigkeiten, die sich auch perfekt als Mitgebsel an einem Kindergeburtstag eignen.

Sollte wider Erwarten doch einmal Langeweile aufkommen, darf man ruhig zu Sarah De Vos‘ Mein Kind langweilt sich nie greifen. Es sind »150 Tipps gegen Ideenlosigkeit« versprochen, das sollte doch für ein paar gedehnte Sommerferientage reichen. Vom Malen auf alten Tapenrollen, über Straßenkreide, Seifenkisten und Piñatas finden sich viele bekannte Ideen, die aber eine Auffrischung verdienen.

Altes und Neues vereint

Dart auf dem Küchenboden, Schneeflocken aus Papier, Kinderspiele, Bastelideen, Parcour, selbstgemachtes Memory. Man könnte eine beliebige Seite aufschlagen und würde drei Ideen erhalten, von denen eine bestimmt die richtige ist. Die Ideenkiste ist kurz und bündig formuliert, dafür sehr freundlich und frisch illustriert und wartet nur darauf, endlich aus dem Bücherregal geholt und geöffnet zu werden. Sommerferien, kommt ruhig!

Titelangaben:

Andrea Weller-Essers, Eilika Mühlenberg: Von Alpakakacka bis Zotteltrottel. Das voll verbotene ABC.

Berlin: DUDEN, 2019. 64 Seiten. 10€.

Sarah De Vos: Mein Kind langweilt sich nie.

Münster: LV Buch, 2017. 174 Seiten. 18€.

DaWanda: Lieblingsstücke für Kinder.

Münster: LV Buch, 2017. 112 Seiten. 17,95 €.

Neu Gelesen

Karen Page: Vegetarische Aroma Bibel. Lexikon der vegetarischen Aromen- und Geschmackskombinationen.

Sara Ask, Lisa Bjärbo: Das Veggiefamilienkochbuch.

Iris Lange-Fricke, Stefanie Nickel: Herzhaft vegetarisch.

Fleisch? Wie öde.

Seit ich eine kleine Vegetarierin in meiner Familie habe, muss ich mich vermehrt mit verschiedensten Arten des Kochens befassen. Und stelle begeistert fest, dass ich mit Sara Asks und Lisa Bjärbos Das Veggiefamilienkochbuch oder Iris Lange-Frickes und Stefanie Nickels Herzhaft vegetarisch genau die richtigen Bücher für feine vegetarische Alltagsküche gefunden habe. Für alle, die profunden Luxus obenauf brauchen, empfehle ich Karen Pages Vegetarische Aroma Bibel.

Davor aber beginne ich mit Sara Asks und Lisa Bjärbos Das Veggiefamilienkochbuch, denn vielleicht geht es ja meinen LeserInnen genau wie mir und es ist der vegetarische Familienalltag, der wichtig ist. In meinem Fall ist es noch etwas komplizierter. Wir kombinieren Lactoseunverträglichkeiten, kohlenhydratarme Kost, Vegetarismus und Fructoseunverträglichkeit mit den karnivoren Bestrebungen meiner zwei Raubmänner. Mein jüngster liebt Obst und Gemüse, dem Himmel sei Dank.

Abwechslung heisst erst mal Wechseln

Das ist mein Credo. Nachdem ich auch noch ein Leben außerhalb meiner Küche habe und noch zur Schule gehe, meinen Laden bestücke und Obstwiesen betreue, kann ich nicht den ganzen Tag mir Gedanken über vegetarische Leckereien machen. Das Kochbuch von Sara Ask und Lisa Bjärbo ist vor allem alltagstauglich. Meistens koche ich also abwechselnd: vegetarisch, mit Fleisch, ohne Kohlenhydrate etc. Auf dem Tisch steht in der Regel ein buntes, buffetartiges Allerlei.

Deshalb mag ich auch die Rezepte für TexMex, Meze oder Ofengerichte so gern. Chili, Burger und Lasagne mögen bei uns alle. Und ich kann mischen, vegetarisch oder nicht, so dass immer alle satt werden. Ehrlich gesagt, bin ich auch froh, dass Ask und Bjärbo Pommes aus der Tüte oder Ketchup erlauben. Wenn ich im Alltag nur wenig Zeit habe, koche ich nicht wie Paul Bocuse. Dafür gefällt mir, dass die Rezepte sich eng an das halten, was Kindern sowieso schmeckt: Tofustäbchen statt Fischstäbchen, Chili con Carne mit Linsen, Burger mit Getreidebratlingen. Alles sehr lecker und einfach.

Sonntagsküche

Iris Lange-Fricke und Stefanie Nickel räumen in Herzhaft vegetarisch mit sämtlichen herkömmlichen Vorurteilen gegenüber vegetarischem Essen gründlich auf. Wer sich an diese Rezepte hält, dem wird es an nichts fehlen! Schon die einzelnen Kapitel verraten, dass es deftig wird: Es geht um Burger, Pasta, Pizza, Klassiker in der Veggie-Variante, Grillen, Saltate, Suppen und Angeber-Rezepte für Gäste.

Jedes einzelne Rezept glänzt durch ausgefeilte Gewürzkombinationen, von Koriander, Chili, über Kreuzkümmel, Cayennepfeffer und Muskatnuss wird alles zusammengemixt, was traditionell mit herzhaftem Geschmack verbunden wird. Klassiker wie Königsberger Klopse oder Gyros erfahren eine interessante vegetarische Neuauflage und auch jene, die gerne Grillen, freuen sich über Halloumi-Schaschlikspieße, Spicy Maiskolben, gegrillten Romanasalat und Auberginenröllchen. Von einfach bis festlich werden hier alle Varianten bedient!

Grundlagen

Wer darüber hinaus informiert sein will, hält sich an Karen Pages Vegetarische Aroma Bibel. In diesem dicken Schinken gibt es weniger Rezepte zu finden, als vielmehr Hintergrundwissen zur vegetarischen Küche, Historisches zu Vegetarismus und dann, vor allem: Geschmackskombinationen. Tatsächlich wird von A bis Z alles abgearbeitet, was in der vegetarischen Küche kombiniert werden kann. „Frühlingszwiebeln“ zum Beispiel werden nach Saison, Geschmacksprofil, Nährstoffprofil und Techniken gegliedert, dann folgen alle Kombinationen, zum Beispiel mit Basilikum Couscous, Fenchel, Kartoffeln und Nudeln, um nur einige zu nennen.

So geht es einmal quer durch den Gemüse – und Gewürzgarten. Am Ende wird man feststellen, dass jedes Vorurteil gegenüber vegetarischer Küche haltlos ist. Die Kombinationsmöglichkeiten sind reichhaltig bis endlos, alle Varianten von dezent bis Umami voll sind genauso möglich wie in der traditionellen fleischhaltigen Küche und dank neuester Küchentechniken sind vielfaltige Geschmackserlebnisse garantiert.

Titelangaben:

Karen Page: Vegetarische Aroma Bibel. Lexikon der vegetarischen Aromen- und Geschmackskombinationen.

Aarau: AT- Verlag, 2017. 432 Seiten, 39,90 €.

Sara Ask, Lisa Bjärbo: Das Veggiefamilienkochbuch.

Münster: LV-Buch, 2015. 152 Seiten. 17,95€.

Iris Lange-Fricke, Stefanie Nickel: Herzhaft vegetarisch.

Aarau: AT- Verlag, 2016. 192 Seiten. 24,95€.

Draußen und Drinnen

Wie oft noch habe ich Tage, an denen ich mit allen vieren von meinen Kindern gemeinsam unterwegs sein werde? Jede Sekunde zählt und ich genieße meine Familie in vollen Zügen. Das passt zum verschwenderischen Wetter, das uns mit Regen genauso versorgt wie mit Sonnenschein. Meine Kirschen haben es nicht überlebt und wandern in den Kuchen. Dafür sprießt mein Garten wie ein Urwald und ich habe es längst aufgegeben, das Grün zu bändigen.

Lieber mache ich für meine Gäste bunte Tischsets und lege abends nach dem Wandern die Beine hoch, bevor ich für die nächsten Prüfungen lernen muss.

Was treibt Ihr? Könnt Ihr die Fülle des Lebens genießen oder seid Ihr platt gewalzt?

Grüße an den Creadienstag!

Neu Gelesen

Susi Strickliesel: Knit Happens. Strickprojekte, Social Media & mehr.

#knittersofinstagram: #stricken macht glücklich.

Annette Danielsen: Stricken wie in 1001 Nacht. 17 orientalisch-inspirierte Strickmodelle.

Alljahresstricken

Mittlerweile weiß ich sicher, dass es keine Saison für Wolle gibt. Ich stricke praktisch immer, auch warme Sachen, weil ich weiß, der nächste Winter kommt bestimmt. Und ich liebe schöne Bücher, die sich mit meinem Lieblingsthema befassen, allen voran die begnadete Annette Danielsen mit Stricken wie in 1001 Nacht. 17 orientalisch-inspirierte Strickmodelle. Aber auch der wilde Haufen von #knittersofinstagram: #stricken macht glücklich versetzt mich in Aufregung, mehr zumindest wie Susi Strickliesels Knit Happens. Strickprojekte, Social Media & mehr.

Für letzteres Buch bin ich zu alt und zu gestresst. Wer dagegen erst anfängt, zu stricken und sich dazu noch einen Social Media Kanal aufbauen will, bekommt von Susi Strickliesel wertvolle Tipps. Handyapps, Fotobearbeitungsprogramme, Strickanleitungen, Logoentwicklung und vieles mehr. Hier wird auf so vielen Hochzeiten getanzt, dass die Strickerei fast zu kurz kommt. Außerdem geht es meist um einfache Muster und ich mag es gern kompliziert.

Wer also bereits einen Schal in kraus rechts stricken kann, braucht die Anleitungen von Susi Strickliesel nicht. Es sei denn, es sind Ratschläge zur Erstellung eines Blogs oder zur Einrichtung eines Social Media Accounts gefragt. Dann ist man hier goldrichtig. Die Bloggerin gibt einiges über sich selbst preis (das mich aber gar nicht interessiert) und vermarktet ihre Strickphilosphie. Ideal also für junge Menschen, die sich vielleicht das erste Mal mit dem Thema befassen und noch einen kleinen Schubs brauchen.

Social Knitters

Auch die #knittersofinstagram begründen ihre Popularität über die Social Media, aber weil in diesem Buch der Edition Michael Fischer so viele verschiedene Persönlichkeiten vorgestellt werden, unter anderem auch Susi Strickliesel, ist das Portfolio unendlich groß. Und es gibt massenweise komplizierte Sachen, von Mosaikmustertüchern über gemusterte Strümpfe bis hin zu Spitzenschals und Zopfmusterjacken.

Ein ideales Buch für Strickliebhaber, die sich mal undogmatisch quer durch die Szene nadeln wollen. Auf den ersten Blick habe ich schon mindestens drei Weihnachtsgeschenke gefunden. Wie immer finden sich am Anfang des Buches die lästigen Grundlagen und ich weiß ja, dass auch Erststrickerinnen es verstehen sollen, aber….Zu jedem Strickstück gibt es eine kleine Information zu den Designerinnnen und deren technischen Schwerpunkten, die ich sehr unterhaltend finde, ohne dass sie mich vom Hauptzweck ablenkt.

Goddess of Needles

Nicht zu übertreffen ist schließlich Annette Danielsen, die sich diesmal auf orientalische Wege begibt. Es ist nicht mein erstes Buch von ihr, auch Winterstrick, Blumenstrick und Unheimlich.Schön.Gestrickt haben mich verzaubert. Die letzten beiden Bücher wohnen bei meiner Freundin, doch Winter und Orient dürfen bei mir bleiben. Schon der Einband in marokkanischer Fliesenoptik macht mich schwach.

Danielsen schafft es immer wieder, ihre Inspirationen grandios zu übersetzen. Ein Foto zeigt die Inspiration, in diesem Fall vielleicht das Atlasgebirge, dann folgt die Umsetzung als Strickmodell, diesmal in Form eines Pullovers. Es ist unglaublich, wie sie Farben, Formen und Stimmungen auf ihren Nadeln einfängt und in Modelle umwandelt, die anspruchsvoll zu arbeiten, schön zu tragen und für alle Größen geeignet sind. Ich hoffe ja sehr, dass Frau Danielsen bald wieder etwas Schönes für mich einfällt.

Titelangaben:

Susi Strickliesel: Knit Happens. Strickprojekte, Social Media & mehr.

Igling: Edition Michael Fischer 2019. 144 Seiten. €19,99.

#knittersofinstagram: #stricken macht glücklich.

Igling: Edition Michael Fischer 2019. 96 Seiten. € 15,99.

Annette Danielsen: Stricken wie in 1001 Nacht. 17 orientalisch-inspirierte Strickmodelle.

Münster: LV-Buch, 2019.128 Seiten. €22.

Neu Gelesen

Horst Schöne: Gräser und Blattschmuckstauden. Faszinierende Pflanzen, Eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps.

Remo Vetter: The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse. Mit weniger Aufwand zur besseren Ernte im Biogarten.

Peter Bauwens: Der perfekte Küchengarten. Aktuelle Methoden, Pläne, Sorten und Anbautipps.

Auf nach Draußen!

Mich hält natürlich schon lange nichts mehr draußen. Jedes Jahr versuche ich, meinen Außenbereich zu verschönern. Ein bisschen gelingt es mir und längst habe ich gemerkt, dass man in Sachen Garten nie auslernt. Mit den neuen Tipps, die Horst Schöne in Gräser und Blattschmuckstauden. Faszinierende Pflanzen, Eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps, Remo Vetter in The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse. Mit weniger Aufwand zur besseren Ernte im Biogarten und Peter Bauwens in Der perfekte Küchengarten. Aktuelle Methoden, Pläne, Sorten und Anbautipps geben, wird es wieder etwas besser werden.

Die drei Bücher haben sehr unterschiedliche Ansätze und ergänzen sich gerade deswegen wunderbar. Ich werde sie der Einfachheit halber in meiner Lektürereihenfolge vorstellen. Begonnen habe ich mit Remo Vetter. Sein The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse. Mit weniger Aufwand zur besseren Ernte im Biogarten hat mich unglaublich angesprochen, denn wer möchte nicht gerne faul sein und dennoch jede Menge ernten?

Damit gleich klar ist: Es geht dem Autor vor allem um ein bestimmtes Prinzip des Gärtnerns, weniger um konkrete Planungsentwürfe. Seine ruhige, unaufgeregte Art, leben und leben lassen, fand ich sehr ansprechend. Dennoch muss ich dazu sagen, dass mein Garten natürlich nicht Remo Vetters Garten ist. Wer eher einen kleinen Garten bewirtschaftet, so wie ich, wird weniger geneigt sein, großzügig anzupflanzen und der Natur ihren Lauf zu lassen.

Perfekte Fotos verbreiten gute Stimmung

Dennoch: Humus ist wichtig, Regenwürmer auch, rückenschonende Hochbeete erhöhen die Freude beim Gärtnern. Hier habe ich mir wichtige Tipps zum Thema Gründünger und nachhaltig wirtschaften geholt und ich gönne jeder Leserin eine Prise dieses unaufgeregten Menschen. Insgesamt denke ich, dass Remo Vetter eher in der Königsliga der Gärtner unterwegs ist und sich viele von der tollen Stimmung einnehmen lassen, ohne in der Lage zu sein, selbst ähnlich Gärtnern zu können.

Ganz praktisch sieht Peter Bauwens in Der perfekte Küchengarten. Aktuelle Methoden, Pläne, Sorten und Anbautipps den Garten und das kommt gerade kleinen Küchengärten zugute. Mir gefallen die thematisch sortierten Anbautipps und die strukturierten Zeichnungen genauso gut wie die Empfehlungen zu Gemüsesorten und Gartenpflege. Wer loslegen will und einem bestimmten Plan folgen möchte, wird hier fündig.

Ein Garten für jeden Geschmack

Bauwens entwirft Gärten für Liebhaber der mediterranen Küche, für Kinder, für Klassiker oder frankophile Potagerverfechter. Ein Bauerngarten gefällig, oder lieber ein Garten in bestimmten Farbnuancen? Bauwens bietet immer ein komplettes System an, mit Beetstrukturen, Pflanzbeispielen und Ratschlägen zur Bodenstruktur. Dabei hält er sich stark an die historischen Gärten der Romantik, die mit den Kontrasten aus Umzäunung und üppigen Grün Struktur in die wilde Natur bringen.

Wieder völlig anders und diesmal auch ohne kulinarischen Nutzen bespricht Horst Schöne in Gräser und Blattschmuckstauden. Faszinierende Pflanzen, Eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps den dekorativen Aspekt des Gartens. Hier scheiden sich die Geister: Soll es wild und farbenfroh blühen oder ranken sich schlanke Gräser im Garten? Wer sich durch das Buch blättert, findet eine Hommage an die Gartenplanung des frühen zwanzigsten Jahrhunderts und entdeckt viele Pflanzen aus den Gärten der Eltern- und Großelterngeneration wieder. Wie schön Blattschmuckstauden und Gräser immer wieder sind, welche Sorten sich für welche Standorte eignen und wie sich die Gräser am besten in dekorative Arrangements einbinden lassen, findet sich hier in extenso. Auf also nach Draußen!

Titelangaben:

Horst Schöne: Gräser und Blattschmuckstauden. Faszinierende Pflanzen, Eindrucksvolle Kombinationen, hilfreiche Pflegetipps.

Münster: LV-Buch, 2018. 120 Seiten. 18€.

Remo Vetter: The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse. Mit weniger Aufwand zur besseren Ernte im Biogarten.

Aarau: AT-Verlag, 2018. 224 Seiten. 35€.

Peter Bauwens: Der perfekte Küchengarten. Aktuelle Methoden, Pläne, Sorten und Anbautipps.

Münster: LV-Buch, 2018. 160 Seiten. 10€.

Aller guten Dinge sind – viele

So, heute wende ich mal wieder an, was ich gelernt habe. Mit Transfer, denn eigentlich soll ich ja mit Peddigrohr flechten. Aber wenn meine Nachbarin schon mal eine große Tasche alter Kataloge bringt, was soll ich da machen? Da kann ich sogar die Papierröllchen nach Farben sortieren, bevor ich sie verflechte. Manchmal hilft innen eine Schüssel als Maß, viel geht nach Gefühl, bebilderte Anleitungen finde ich vor allem im slawischen Raum, da kann ich zwar nichts lesen, aber die Bilder sprechen für sich.

So lange es draußen regnet, sorge ich so drinnen für Ordnung. Es lebe Papier!

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