MMI – Dresden!

Ich war noch nie in Dresden und finde diese Stadt einfach wunderschön! Ich bin so stolz auf mein Land und seine Städte und so erfüllt von unseren Tagen, die wir dort unterwegs waren, wo wir nie oder nicht oft sind. Die Kinder waren ähnlich begeistert und in Johann und Friederike habe ich zwei leidenschaftliche Fotografen engagieren können. Die Durchsicht der Bilder wird noch ein paar Monate dauern, aber diese paar Kinderimpressionen aus so einer schönen Stadt, die auch an grauen Tagen glänzt, will ich Euch nicht vorenthalten. Nach Dresden will ich auf jeden Fall nochmal….

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Tempus fugit

Die Zeit vergeht mir viel zu schnell und es ist wieder einmal Zeit, zu heulen. Mein Jüngster ist bald kein KIndergartenkind mehr, im Herbst beginnt die Schule und am Wochenende haben die Erzieherinnen die Vorschulkinder verabschiedet.

Time to cry again. My youngest boy is about to start school and we had to say good bye to the kindergarten nurses.

Es oblag mir, ein Geschenk anzufertigen und was lag näher, als eine Uhr zu bauen? Um zu verdeutlichen, wie schnell die Zeit verfliegt?

I was the one to organize a present and instantly thought about a clock. Time flies, you know!

Mit 16 Vorschulkindern waren es etwas zu viel, um ein Ziffernblatt zu fotografieren, aber es geht auch ohne. Die wenigsten Kindergartenkinder können die Uhr lesen.

We had 16 school starters, a bit too much for a clock hence the numbers are missing.

Ich habe aus einer Sperrholzplatte ein Häuschen ausgesägt mit der Decoupiersäge. Gut, dass wir sie haben. Die Ecken und Kanten habe ich geschliffen und dann mit petrolfarbener Acrylfarbe lackiert. Ich hatte ja noch was von meinem Tisch übrig. Das Foto habe ich mittig aufgeklebt und dann nach Herzenslust dekoriert. Alles, was ich an Washitape und Glitzerstickern und Pomponborte hatte, musste her. Statt Pendeln habe ich eine Holzperlenschnur aufgezogen und an den  Zapfen zwei bunte Häkelblüten  befestigt.

I took a plywood panel and a sawed a tiny house. Well, I love my electric saw. I had to sand the edges and the rims and then painted them in turquois. I made a table, you know. The photo was placed in the middle of the house part and glued to the plywood panel. Then came the fun part and I started decorating with all I had in washi tapes and trimmings. Instead of the pendulums I threaded beads and glued them with a crochet flower to pine cones.

Für das Uhrwerk haben wir ein Loch gebohrt und schon war die kleine Kuckucksuhr fertig.

Nur, dass der Kuckuck ausgeflogen ist.

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I drilled a hole for the clockwork and ready was my cuckoo clock. Only that my little cuckoo has flewn out. So sad.

Neu Gelesen

Frank Lipman, Danielle Claro: Change your Life. Einfache Regeln für ein gesundes Leben.

Prägnantes Dogma

Allenthalben reihen sich die Appelle zur Umkehr. Der Rufer in der Wüste verlangt Besserung und die Gläubigen lassen sich im Dogma des guten Karma taufen. Frank Lipman und Danielle Claro gliedern sich klanglos ein in den Chor der Büßer und Change your Life. Einfache Regeln für ein gesundes Leben bringt nur dem Erhellung, der noch nicht über seinen Lebenswandel nachgedacht hat. Augen auf also bei der Buchwahl, denn vielleicht findet man hier nicht, was man sucht.

Was mich am meisten bei der Lektüre störte, ist das starke Gefühl der Berufung, das die Autoren vermitteln. Was sich anderswo wie ein charmantes logisches Plädoyer für ein gesünderes Leben liest, bekommt hier etwas Dogmatisches, Hartes und Pseudoreligiöses. Insofern darf man regelmäßig schockiert sein, wenn auf die Gefahren des Alltags hingewiesen wird. In mehreren Kapiteln wird zu den Themen »Ernährung«, »Bewegung«, »Stärkung«, »Heilung« und »Leben« Stellung genommen und die moderne Lebensweise verflucht.

Mischung aus Plattitüden und Drohungen

Dabei gestaltet sich der Duktus abwechselnd drohend und banal. Jede Regel ist auf einer Doppelseite angebracht. Das Layout ist stets perfekt und wunderschön, was Change your Life für ein bestimmtes Klientel zu einem guten Geschenk macht, doch die Aussagen sind teils Allgemeinplätze, teils finde ich sie einfach nicht richtig. Natürlich weiß jeder, wie wichtig es ist, sich natürlich und gesund zu ernähren, auf Meditation und Bewegung zu achten und natürliche Heilmethoden zu bevorzugen.

Soweit zu den Gemeinplätzen. Schwierig finde ich, wenn bei Heilung oder gesunder Ernährung auf chemische Vitamin- und Mineralpräparate zurückgegriffen wird und einfach generell empfohlen wird, bestimmte Dosierungen zu verwenden. Sollte über die Dosierung chemischer Präparate, die wir unserem Körper zuführen, nicht lieber ein Arzt entscheiden? Und warum genau ist es besser, sich Tabletten einzuwerfen als Fast Food?

Déjà Vu

Die Aussagen, die ich ausnahmslos unterstützen kann, leiden darunter, dass ich sie schon mal woanders gelesen habe. Ja klar, Yoga ist spitze und noch besser ist es, wenn man auch hierbei nicht in der Routine verfällt. Selber kochen ist besser als Essen gehen und essen mit anderen besser, als allein zu essen. Schön ist auch der Hinweis, mit dem Sport aufzuhören, wenn die Schmerzen zunehmen oder jener, sich selbst ernst zu nehmen. Einmal die Woche lüften und durchputzen soll im Übrigen das Wohlbefinden auch ungemein stärken.

Wer im Klappentext lesen mag, darf herausfinden, dass Frank Lipman mit seiner Methode als Arzt schon länger erfolgreich praktiziert und das Buch verkommt zum Marketinggag. Vielleicht ist das Grundproblem aber auch eines, das tief in mir und uns sitzt. Wir lesen so gern vom Wechsel des Lebenswandels, wie wir uns gruseln, doch in den seltensten Fällen erfolgt daraus eine Handlung. Lese ich vom Wandel oder wandle ich mich? Gruseln überlässt man schließlich auch den Medien.

Titelangaben:

Frank Lipman, Danielle Claro: Change your Life. Einfache Regeln für ein gesundes Leben.

Aus dem Englischen von Dr. Katrin Korch.

Köln: Fackelträger Verlag 2016. 224 Seiten. 15 Euro.

Neu Gelesen

Gerhard Weigt: Demokratie Jetzt. Der schwierige Weg zur deutschen Einheit.

Widerstand ist zweckmäßig

Augenzeugenberichte sind nie einfach. Gefärbt von subjektivem Empfinden, beschränktem Informationszugang und Emotionen werfen sie ein Bild auf die Welt, das nicht korrekt sein muss. Zeitzeugen muss es ähnlich gehen. So entspinnt sich die Komplexität von Gerhard Weigts Demokratie Jetzt. Der schwierige Weg zur deutschen Einheit schon im Eingang, im Appell an die eigene Objektivität, die keine sein kann. Dennoch bleibt ein atemberaubendes Zeugnis eines starken Willens zum Widerstand. VIOLA STOCKER zollt Respekt.

Ein Schreibtischtäter verstummt vor Ehrfurcht. Denn in der Geschichte der Menschheit wiederholen sich ab und an Ereignisse. Die Menschenmassen, die vor bald dreißig Jahren durch die ostdeutschen Städte zogen, mäandern nun durch Warschau, Palästina, Washington, Istanbul oder wo immer Menschen meinen, für die Garantie ihrer Grundrechte kämpfen zu müssen. Bevor der erhobene Zeigefinger also das Werk eines Zeitzeugen zerpflückt, sollte respektiert werden, dass überhaupt die Möglichkeit bestand, aufgrund der eigenen Biographie solch ein Buch zu verfassen.

Historisches Umfeld

Gerhard Weigt ist es wichtig, nicht in der Mitte des Geschehens zu beginnen, sondern das sozioökonomische Umfeld genau zu schildern. Da er ausdrücklich auf eine wissenschaftliche Aufarbeitung verzichten möchte, ist auch dieses Kapitel aus persönlicher Rekapitulation gefärbt. Somit liest sich gleich der erste Teil am schwierigsten. Denn mittlerweile gibt es gute Monographien zum Thema Stalinismus und Diktatur in der DDR, die nach wissenschaftlichen Kriterien verfasst sind, sodass es tendenziell unnötig ist, die Thematik aus persönlicher Sicht noch einmal aufzubereiten.

Die Parallelen zu anderen Diktaturen überraschen immer wieder. Natürlich kann in einer Einparteiendiktatur die Opposition sich nicht öffentlich formieren. Hatten sich einzelne Intellektuelle oder Künstler gegen den Staat gewandt, waren sie mittels Inhaftierung oder Ausweisung mundtot gemacht worden. Ja, der Freikauf politischer Häftlinge war Teil des Devisenhandels geworden. Wollte man sich also für eine Verbesserung der politischen Verhältnisse einsetzen, war es wichtig, eine große Institution im Rücken zu haben und vorsichtig zu agieren.

Beginn der Opposition im kirchlichen Raum

Die Friedensbewegung bot einen solchen Rahmen und zwar auf teilweise internationaler Ebene. In Ost – und Westeuropa waren die Bevölkerungen aufgerüttelt durch den kalten Krieg, den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan und den NATO-Doppelbeschluss. Die Berliner Bischöfe stießen den Friedensprozess innerhalb der Kirche an, der mit der »Aktion Sühnezeichen« seinen Anfang nahm. Zugleich ging der Blick der Engagierten in Richtung des polnischen Nachbarn, der früh eine politische Opposition aus der kirchlichen Friedensbewegung entwickelte und sehr gut organisiert war.

Macht man sich bewusst, dass erst ab 1989 von der Bürgerbewegung »Demokratie Jetzt« gesprochen wird, wird deutlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung im In- und Ausland war. Weigt legt Wert darauf, zu zeigen, dass erst durch die zunehmende Vernetzung Einzelner im geschützten kirchlichen Raum und in der Friedensbewegung ein Gefühl der Dringlichkeit für politische Opposition entstanden war. Entsprechend bewegend liest sich seine Analyse der Geschehnisse, die in einer Diktatur nur ex post vorgenommen werden konnte.

Mittels Synodalanträgen gelang es den aktiven Christen, politische Themen immer wieder auf die Tagesordnungen kirchlicher Tagungen zu setzen und so Öffentlichkeit zu schaffen. Doch erst nach – wohlgemerkt nur eingeschränkter – Einsichtnahme in betreffende Akten der Staatssicherheit und nach Sichtung persönlicher Aufzeichnung der Beteiligten und brieflicher wie telefonischer Befragung konnte Weigt ein gewisses Maß an Vollständigkeit erreichen. Es wäre für Weigt gewiss wünschenswert gewesen, hier auf ein wissenschaftliches Team und entsprechende Arbeitsweisen zurückgreifen zu können.

Reaktion auf Fehler des Parteiapparats

Immer wieder wird ersichtlich, dass das politische Handeln der Friedensbewegung ein reaktives Handeln war. Vorausgehend waren meist staatliche Fehlentscheidungen, die geradezu nach Opposition schrien. An zahlreichen Stellen wird auf briefliche Quellen hingewiesen oder die Arbeit der Synodalen hervorgehoben, die auf staatliche Maßnahmen reagieren. Weigts Darstellung verbleibt ein Zwitterwesen – zu objektiv, um die Neugier der Leser am Schicksal der Beteiligten zu befriedigen und zu subjektiv, um einen allgemeingültigen Anspruch zu haben.

Als am 7.Mai 1989 die organisierte Opposition die Regierung der Wahlfälschung überführt, geraten die Geschehnisse in Bewegung. Auch Weigts Darstellung nimmt an Fahrt auf. Verzettelt sich der Autor zuvor manchmal auch in seiner peniblen Analyse der Ereignisse und bleibt auch Raum für die Bewunderung der äußerst engagierten und organisierten Opposition in Polen, ab dem Frühling 1989 überschlagen sich die Ereignisse und man merkt dem Zeitzeugen Weigt an, wie überrascht und überfordert die Opposition teilweise war, als es galt, tagesaktuell zu handeln.

Der Weg aus dem geschützten Raum in die Öffentlichkeit

Man kann bei der Lektüre nur ahnen, welchen individuellen Gefahren sich jedes einzelne Mitglied von »Demokratie Jetzt« in dem Augenblick ausgesetzt hat, in dem die Gruppe beschlossen hat, öffentlich zu agieren. Die Flugblätter und Aufrufe sind namentlich unterschrieben, man musste davon ausgehen, dass die Staatssicherheit stets informiert war und bereit, einzelne Mitglieder aus dem Verkehr zu ziehen.

Auf dem Mut Einzelner gründete das Vertrauen einer ganzen Nation. Ohne die politischen Umwälzungen in Osteuropa und der Sowjetunion wäre es sicherlich schwieriger für die Beteiligten gewesen, sich für Veränderungen einzusetzen. Es ist aber das große Verdienst Gerhard Weigts, gezeigt zu haben, dass die Opposition längst da war, noch vor den Veränderungen in Ungarn und der UdSSR. Aus Archiven und von Privatleuten sind Fotos aus der Zeit eingefügt, die die Stimmung der Tage zwischen August 1989 und der Jahreswende einfangen. Während das System hilflos zusehen musste, wie über den Bruderstaat Ungarn Zehntausende ausreisten, wurde der Wille der Zurückbleibenden zum dringensten Problem.

Der Wille zum Aktivismus

»Demokratie Jetzt« formte sich, gemeinsam mit anderen Oppositionsgruppen, in dieser stürmischen Zeit. In einer Diktatur ohne eine Kultur der demokratischen politischen Willensbildung zeigten sich rasch Möglichkeiten und Beschränkungen der Aktionen. Während es an politischer Vernetzung mangelte, weil viele ihr eigenes Programm durchsetzen wollten, boten sich die Chancen, einen Staat nach Art einer griechischen Polis neu zu gründen. Wie eingeschränkt damals demokratische Teilhabe war, wurde freilich ignoriert und auch die Tatsache, dass Interessenvertretung, Koalitionen und ein professioneller Politbetrieb nichts Anrüchiges per se waren.

Während also »Demokratie Jetzt« viele Menschen für Veränderungen interessieren konnte, gelang es nicht, ein politisches Programm zu formulieren, das für die Transformation der DDR geeignet war . Der Höhepunkt der Macht der Bürgerbewegungen war zugleich ihr politischer Niedergang. Weigt erkannte früh, dass man sich auch dem institutionalisierten Politbetrieb der BRD angleichen musste, während andere Mitglieder der Gruppe hofften, mittels eines neuen Politikverständnisses eine Art bessere BRD gründen zu können, in der die kommunistischen Forderungen der DDR auf demokratische Weise ihren Niederschlag finden. An der Bevölkerung, die an einem Fortbestehen der DDR keinerlei Interesse mehr hatte, war das wohl vorbei gedacht und so sind die schlechten Wahlergebnisse für »Demokratie Jetzt« auch Zeugnis dafür, den Wählerwillen nicht erkannt zu haben. Leider verblasst durch das klanglose Ende die Leistung der Opposition und es ist Gerhard Weigt zu verdanken, dass daran erinnert wird.

Titelangaben:

Gerhard Weigt: Demokratie Jetzt. Der schwierige Weg zur deutschen Einheit.

Leipzig: EVA, 2015. 520 Seiten. 29,90 EUR.

MMI – Meinen Augustgarten – August’s Garden

Na, langsam wird das was mit der Ernte. Während mein Salat schon fast verblüht ist, ernte ich endlich Buschbohnen, Stangenbohnen, Erbsen und Zucchini. Juhuu! Selbst vereinzelte Tomaten sind am Erröten. Während ich zwischendurch Zweifel bekam, ob meine Mulchbeete was taugen, explodierte plötzlich meine Zucchini inmitten von Stroh und auch der Mais schießt in die Höhe. Alles gut also. Kein Torf vergeudet, nur Laub von der Buche, Kompost und Heu von der Wiese.

Ich liebe es! MMI!

Well, I actually started harvesting. Salad is almost over – the next one planted last week, and beans, peas , zucchini and herbs are coming in. My beds of straw work out just perfect and the corn is growing real fast. I like that.

MMI – Gartenparties

So viel dazu. Was für ein schöner Morgenkater, oder? Zu sehen, dass es weder an der Party noch nachts darauf geregnet hat, egal, welcher Art die Wetterprognosen waren. Und zu sehen, dass zwar noch jede Menge Zeug rumsteht, das Schlimmste aber schon beseitigt ist (hach, solche Gäste wünsch ich jedem, die einfach auch mal kucken). Kopfweh zu haben und müde zu sein (halb drei wars) und zu wissen, dass an diesem Tag nichts mehr passieren muss. Gut, oder? So starten wir in die Ferien!

Ab zu MMI!

 

Ich brauche einen Gartentisch – I Need a Table for the Garden

Es gibt Projekte, die sind einfach überflüssig. Ich wusste schon vorher, dass ich mir viele Tische würde ausleihen können. Aber noch einer mehr? Warum nicht?

Sometimes I like to work on superfluous projects. Like I knew I didn’t need a new table for the garden.

Ich hatte aus einer Haushaltsauflösung eine runde Spanplatte erhalten. Schwer und tragfähig, aber nicht superschön. Aber was macht das? Im Baumarkt gibt es hellgrün und blau, das habe ich vermischt. Und dann eine Woche lang geschnippelt, was die Vogue hält. Oder, besser gesagt, mehrere…..

I got a  round chipboard from a household clearance. Very heavy, not very beautiful. Who cares? There’s lots of colors in the home depot and I mixed blue and green. And then I got me some old Vogues and started cutting.

Dann habe ich alles, was ich ausgeschnitten hatte, auf den Tisch gekleistert, lackiert und nochmal lackiert. Tisch fertig, ab zur Party!

Verlinkt mit Creadienstag, Gusta, Pamelopee, Meertje, HoT, Dienstagsdinge, HappyRecycling und EiNaB!

Whatever caught my eye was cut out and glued to the table top. Lots of varnish on it – tadaaa! I got a table for the garden!

Neu Gelesen

Constanze Schöder: Voll verboten! Mein verrückter Ferienblock!

Keine Langeweile auf der Fahrt

In den Ferien darf all das sein, was sonst verpönt ist und auf langen Autofahrten wird so manches Tabu gebrochen, um der lieben Kleinen willen. Eigentlich mag ich diese Ferienblöcke gar nicht. Meistens finde ich sie einfallslos und überflüssig. Den Ferienblock von DUDEN unter der Redaktion von Constanze Schöder, Voll verboten! Mein verrückter Ferienblock! beurteile ich trotzdem milde als nützlich. Denn die Ferien kommen.

An Regentagen wird gelesen oder gewerkelt, bei schönem Wetter sind wir draußen. Ein Ferienblock entwickelt meiner Ansicht nach den wahren Nutzen nur beim Autofahren. Plötzlich werden nämlich Rästel und Spielereien interessant, die zuvor niemand bekümmerten. Rechenrätsel oder Englischvokabeln, die spielerisch aufbereitet sind, gehen immer, möchte man meinen. Aber es gibt auch viele Versionen von »Stadt-Land-Fluss« oder »Vier gewinnt«, die auch an Urlaubsabenden entspannend sind.

Klassiker und Träumereien

Während ich mich über Spieleklassiker freue, weiß ich, dass meine Kinder sich freuen, wenn sie die schlimmsten Schimpfwörter nach Alphabet auflisten dürfen. Und meine Malkinder haben viel Platz, eigene Bilder zu gestalten oder Mandalas auszumalen. Mir gefällt sehr gut, dass sich manche Dinge wiederholen, grad die Spieleklassiker finden sich des öfteren. Natürlich erleichtert sich die Redaktion dadurch, aber Kinder lieben es nunmal, ein Spiel, das sie schön fanden, noch einmal zu spielen.

Viele Spiele laden dazu ein, sie nicht allein zu spielen, auch das finde ich natürlich gut. Bei einfachen Bilderrätseln können schon Vorschulkinder mitmachen und ansonsten finde ich die Altersbezeichnung »ab acht Jahren« sehr treffend. Ab Klassenstufe zwei wird immer wieder auch Schulwissen abgefragt und ich bin gespannt, ob das nicht der Punkt ist, an dem meine Kinder keine Lust mehr haben. Rechenhäuser haben sie schließlich schon so oft gemacht.

Spannung statt Ödnis

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Und so habe ich auch die Hoffnung, die Stunden der Fahrt in unser Feriendomizil könnten schneller vorübergehen und mit weniger Ränke. Immer wieder finden sich auch Anregungen zu gedanklich kreativer Tätigkeit – Superheldengeschichten erfinden, den Superhelden malen, zusammen eine Geschichte aufschreiben. Das heißt, dass manche Seiten nicht nur in zehn Minuten vollgekrakelt sind und vielleicht sogar etwas entsteht, das die Kinder weiterspinnen.

Mit einhundersechzig Blockseiten ist der Ferienblock dick genug, um ausreichend Hoffnung zu erzeugen und eine mehrstündige Autofahrt zu überstehen. Die Aufgaben sind verschieden genug, um jedem Kind etwas zu bieten. Zwischendurch schlafen sie vielleicht, hören Musik und Geschichten oder lassen sich selbst etwas einfallen. Ich denke, ich kann nun meinen Urlaubsplanungen gelassen entgegensehen.

Titelangaben:

Constanze Schöder: Voll verboten! Mein verrückter Ferienblock!

Berlin: DUDEN, 2017, 160 Seiten. 5 EUR.