Voll verkorbt

Ich habe einen neuen Spleen, wobei, so neu ist er gar nicht. Wie jedes Jahr im Januar versuche ich, in mein Leben Ordnung zu bringen. Dieses Jahr ist das schwerer als je zuvor, mit vielen Umbrüchen und Neuanfängen kombiniert. Irgendwann erzähl ich was davon, in der Zwischenzeit gelingt mir hie und da ein Verschnaufer, den ich gern mit anderen hier teilen möchte.

Meine Ordnung soll schön sein, nachhaltig und kreativ. Deshalb hab ich schon im Herbst den neuen Wäschekorb im Kinderbad aus alten T-Shirts gehäkelt. Papierkörbe hab ich auch schon vorher gemacht, nur dass ich jetzt noch besser verstehe, wie ein Korb geflochten wird, weil ich es gründlich gelernt habe. Meine Freundinnen bekamen das an Weihnachten zu spüren, die Geschenke standen stark unter dem Motto „Korb“. Ich habe gelernt, was ein Durchdringungsverband ist, was ein Bodenkreuz ist und wie hübsch und kompliziert ein Zopfrand sein kann. Alles, was ich lerne, wende ich auf meinen Upcyclingbereich an und siehe da, meistens geht es. Jetzt gibt es Papierkörbe mit Deckel, große Schirmständer aus Papier, neue Techniken und viel Leben für alles, was sonst im Müll gelandet wäre.

Ich verlinke mein verkorbtes Leben mit Creadienstag, HoT, Dienstagsdinge und Gusta!

Neu Gelesen

M. Nöldeke, K. Bovensiepen, S. Groll: Hygge. Wohlfühlkleidung stricken. Pullis, Cardigans und mehr im Oversize-Look.

Hegenbart, Julia-Maria: Mosaiktücher stricken.

Müller, Wenke: Hygge. Accessoires stricken. Tücher, Mützen, Handschuhe und mehr.

 

Nadelwetter

Es gibt wenig, was man bei mir mit Strickbüchern falsch machen könnte. Man gebe mir ein Strickbuch und ich versinke im glückhaften Staunen. In diesem Fall gab man mir drei Strickbücher, entsprechend langanhaltend ist die Freude. Sagen wir es doch laut: Im Winter ist Stricken noch viel schöner als im Sommer. Wer dabei dem neuen skandinavischen Trend folgt, wird dabei auf Hygge. Wohlfühlkleidung stricken. Pullis, Cardigans und mehr im Oversize-Look von Nöldeke, Bovensiepen und Groll genauso stoßen wie auf Hegenbarts Mosaiktücher stricken oder Müllers Hygge. Accessoires stricken. Tücher, Mützen, Handschuhe und mehr.

Besonders Wenke Müllers Accessoiresentwürfe eignen sich für ungeduldige Strickerinnen. Schicke Tücher, Mützen und Schals in allen Farben und Formen, gerne auch mit etwas größeren Nadeln, halten Kopf und Hände warm und gehen rasch von der Hand. Wie bei allen Strickbüchern nerven mich grundsätzlich die Strickschulkapitel, wobei ich immer auch verstehe, dass auch NeueinsteigerInnen in der Lage sein müssen, den Anleitungen zu folgen.

Schön bei Wind und Wetter

Ich würde sagen, bis auf ein wenig Zopfmuster und Sockenmuster ist Müllers Strickbuch für alle Schwierigkeitsstufen perfekt geeignet, die hübschen Projekte sind meist zu schön, um verschenkt zu werden. Bei zweifarbigen Designs wird Wert auf klare Strukturen gelegt, so dass alle Modelle letztendlich aus einem Guss sind. Auch die drei Autorinnen von Hygge. Wohlfühlkleidung stricken. Pullis, Cardigans und mehr im Oversize-Look achten bei ihren Entwürfen auf klares Design und Alltagstauglichkeit.

Klar ist dennoch, dass Jacken und Pullover im Schnitt aufwändiger zu stricken sind als Mützen und Handschuhe. Dabei hat jedes Modell Potential zum Lieblingsstück, ich liebäugle vor allem mit dem kuscheligen Kapuzen Poncho im Zopfmuster. Große Nadeln, hochwertiges Garn und einfache Muster werden zu traumhaften Kuschelmodellen verstrickt. Wer es herausfordernd mag, wählt die Zopfmustermodelle, doch auch die Stücke in Patent oder kraus rechts sehen toll aus.

Raffinierte Strukturen

Am exquisitesten ist Hegenbarts Buch zu Mosaiktüchern. Die mehrfarbigen Modelle werden mit mittleren Nadeln angefertigt und erfordern Zählgeschick und Geduld. Belohnt wird man mit antiken Mäandermustern, klaren geometrischen Strukturen und auffälligen Farbkombinationen. Man sieht sofort, wieviel Arbeit jedes dieser Tücher war. Ganz klar werden hier kostbare Schätze verstrickt, die man nur allerliebsten Menschen schenkt oder am besten gleich selbst behält.

Für jede Art von Strickerin sind in allen drei Büchern Modelle vorhanden, ich selbst werde mir ein paar Wohlfühlpullis zulegen und definitiv Mosaiktücher, weil sie so schön herausfordernd sind. Schließlich ist es mir nicht wichtig, wie schnell ein Stück fertig wird, sondern wie toll es nachher aussieht. Die kreativen Autorinnen der Edition Michael Fischer haben definitiv meinen Nerv getroffen und sorgen für jede Menge nachhaltige Freude.

Titelangaben:

M. Nöldeke, K. Bovensiepen, S. Groll: Hygge. Wohlfühlkleidung stricken. Pullis, Cardigans und mehr im Oversize-Look.

Igling: Edition Michael Fischer, 2018. 112 Seiten. 16,99 €.

Hegenbart, Julia-Maria: Mosaiktücher stricken.

Igling: Edition Michael Fischer, 2018. 128 Seiten. 15,99 €.

Müller, Wenke: Hygge. Accessoires stricken. Tücher, Mützen, Handschuhe und mehr.

Igling: Edition Michael Fischer, 2018. 112 Seiten. 16,99 €.

Weihnachtsbaum mal anders

Update: wegen der vielen Anfragen: ich habe auf ein Youtube -Video verlinkt, die Handwerkerin zeigt ganz toll, wie sie den Papierbaum in klein gemacht hat. Groß funktioniert genauso, Kegel benutze ich nicht. Viel Spaß beim Nacharbeiten!

So sieht es aus, derzeit in meinem Wohnzimmer, das eher einem Wahnzimmer gleicht. Aber man sieht schon, dass Weihnachten kommen kann, nicht wahr?

Den diesjährigen Tannenbaum habe ich aus Papierrollen gemacht, ich weiß nicht, wieviele Zeitungen dafür ihr Leben lassen mussten. Damit der große Papierbaum genauso stabil steht wie die kleinen hat er außer einer dicken Acryllackschicht noch einen Besenstil mit Querleiste zur Unterstützung erhalten. Nun passt er sogar in unseren uralten Christbaumständer. Meine Jungs haben beschlossen, dass ein Weihnachtsbaum ohne Kugeln nichts taugt und so wird er auch noch geschmückt, mit Lichterkette und Gedöns.

Ab damit zum Creadienstag, zu HoT und Dienstagsdinge!

Bei dieser wunderbaren Gelegenheit geht mein herzliches Dankeschön an die lieben Betreiberinnen diverser Linkparties, die uns Bloggern immer wieder ein Forum bieten,

sowie an meine geduldigen Ansprechpartner von Literaturtest, BuchContact, der Medienagentur Ahrend und der Edition Michael Fischer! Ich lese zuverlässig und gern, auch wenn es manchmal etwas dauert. Herzlichen Dank für all die großartigen Bücher, in die ich hineinschnuppern durfte.

Allen, die hier vorbeischauen um zu lesen, sich zu informieren oder einfach nur eine gute Zeit zu haben wünsche ich eine ruhige und herrliche Zeit zwischen den Jahren im Kreise der Menschen, die wichtig sind.

Eure Viola

Neu Gelesen

Carsten Schmidt: Glück. A wie Augenblick bis Z wie Zuversicht.

Ina Schmidt: Lass Los und Staune. Stoische Weisheiten für mehr Gelassenheit im Alltag.

Andrea Schirmaier-Huber: Geschenke aus meiner Backstube. Süße Kleinigkeiten für die Liebsten.

Lebensweisheiten und Süßes zum Verschenken

Wer noch eine schnelle Kleinigkeit für nette Menschen sucht, wird bestimmt in einem der hübschen Geschenkebücher vom DUDEN-Verlag fündig. Carsten Schmidts Lexikon zum Glück. A wie Augenblick bis Z wie Zuversicht passt einfach für jeden, während pessimistische Grübler auf jeden Fall mit Ina Schmidts philosophischer Prosa zum Thema Lass Los und Staune. Stoische Weisheiten für mehr Gelassenheit im Alltag beglückt werden sollten. Für den Fall, dass Worten Taten folgen, garantieren Andrea Schirmaier-Hubers Geschenke aus meiner Backstube. Süße Kleinigkeiten für die Liebsten selige Momente unterm Weihnachtsbaum.

Die beiden Büchlein aus dem DUDEN-Verlag rangieren unter dem Motto »klein, aber oho«. Denn in wunderbar bibliophiler Aufmachung und im traditionsreichen DUDEN-Stil werden bedenkenswerte Weisheiten und Grundtheoreme der Stoiker genauso vermittelt wie humorvolle Allgemeinplätze. Es fehlt in beiden Ausgaben nicht das gerade notwendige Augenzwinkern, um ein ernstes Thema zum wundervollen Geschenk aufzupeppen.

DUDEN schenken

Einmal nicht das Taschenwörterbuch Latein-Deutsch in Händen halten, das in der Schulzeit heimlich unter der Bank lauerte. Doch im gleichen Stil erklärt Ina Schmidt die Philosophie der Stoiker, die Gelassenheit als Lebensziel predigen und damit im antiken Griechenland auch noch Schule machen. Die Autorin entstaubt die antiken Denker und entführt sie in unseren modernen, hektischen Alltag. Hier helfen sie uns, inne zu halten und loszulassen.

Auch »Glück« ist laut Carsten Schmidt weit leichter zu finden, als bisher gedacht wurde. Das kleine ABC des Glücks findet tatsächlich für jeden Buchstaben ein Glücksattribut. »Erfolg«, »Entfalten«, »Insel«, »Geschenk«, »Yes« oder eben »Zuversicht«. Glück ist nichts, dem man hinterherlaufen sollte, lernt man hier. Vielmehr ist es längst da und wartet oftmals nur darauf, dass wir mit beiden Händen beherzt danach greifen.

Liebe geht durch den Magen

Wem das alles zu theoretisch ist, der greift zu Andrea Schirmaier-Huber. Die Konditorin und Meisterin ihres Fachs erklärt, wie einfach süße Geschenke manchmal selbst herzustellen sind. Dabei werden Klassiker wie Karamell-Brownies, Schoko-Madeleines, Rumtrüffel und Macarons durch edle Brände oder Blattgold raffiniert verfeinert.Trinkschokolade in allen Facetten und Pralinen, die genauso bekannt wie revolutionär aufgepeppt sind, finden sich ebenso wie Fruchtgelee und selbstgemachte Marshmallows. Wer würde hier nicht schwach werden?

Titelangaben:

Carsten Schmidt: Glück. A wie Augenblick bis Z wie Zuversicht.

Berlin: DUDEN-Verlag, 2018. 64 Seiten. 10 €.

Ina Schmidt: Lass Los und Staune. Stoische Weisheiten für mehr Gelassenheit im Alltag.

Berlin: DUDEN-Verlag, 2018. 64 Seiten. 10 €.

Andrea Schirmaier-Huber: Geschenke aus meiner Backstube. Süße Kleinigkeiten für die Liebsten.

Köln: Fackelträger Verlag, 2017. 144 Seiten. 20 €.

Road Trip XII – Genf

Ein halbes Jahr hat es fast gedauert, es endet in Genf, beim CERN. Klar hatten meine Kinder Lust auf so viel Wissenschaft, die sie gar nicht verstehen konnten. Gut, dass der große Besucherglobus frei zugänglich war und es vor allem kleinen Wissenschaftlern leicht machte, große Dinge zu verstehen. Ich selbst war völlig fasziniert von der Technik und den unverständlichen Inhalten. Manchmal wünscht man sich sehr, schlauer zu sein.

 

Auf interaktiven Displays wurde die Arbeit im CERN möglichst anschaulich erklärt. Nicht, dass das möglich wäre.

Jakob wollte deshalb auch mal im CERN arbeiten. Sein Bildschirmentwurf:

So schön ist die Schweiz, wenn man nach Hause fährt. Aber daheim ist es noch schöner.

Der Winter holt mich ein und auch kleine Notwendigkeiten. Meine Kinder brauchen einen neuen Wäschekorb in ihrem Bad.  Ob die Wäscheleine ein bisschen stabilisiert?

Ab damit zum Creadienstag, zu HoT, zu Dienstagsdinge und zu Gusta…..

Neu Gelesen

Ulrike Schrimpf (Hrsg.), Lisa Manneh (Ill.): Winter. Das große Lesebuch für die ganze Familie.

Komm, Winter!

Mit Ulrike Schrimpfs Winter. Das große Lesebuch für die ganze Familie kann einem die Kälte nichts mehr anhaben. So viele liebe alte und neue Geschichten vom Winter, Gedichte von Kälte und Wärme und Tipps und Rätsel befinden sich im Erzählband, dass die nasse und kalte Jahreszeit wie im Flug vorüber gleitet. Die humorvollen und phantasiereichen Illustrationen von Lisa Manneh zeigen, dass Bild und Wort immer wieder neu und aufregend kombiniert werden können. Her mit den Geschichten!

Je nachdem, wer was gelesen hat, wird der Wiedererkennungswert hoch sein. Otfried Preußler, Johanna Spyri, Goethe, Büchner, Storm oder Auni Nuoliwaara sind altbekannte Wegbegleiter einer bestimmten Generation. Doch Ulrike Schrimpf verbleibt nicht im nostalgischen Weihnachten, mit Andreas Steinhöfel, Bernadette, Else Lasker-Schüler oder Kobayashi Issa halten zeitgenössische Autoren oder solche aus anderen Kulturkreisen wie selbstverständlich Einzug in die Vorweihnachtszeit.

Was ist Winter?

Dabei geht es nicht immer religiös zu, wenngleich viele der winterlichen Bräuche dem christlichen Kulturkreis entnommen sind. Lichterfeste zur Wintersonnwendzeit gibt es aber woanders auch und Ulrike Schrimpf erinnert an ähnliche Feste in anderen Kulturen. Zwischendurch lockern hintersinnige Rätsel den Lesefluss und Rezepte für heiße Schokolade und Bratäpfel machen auch kulinarisch Lust auf Winter.

Sogar Lieder sind abgedruckt, Gedichte aus mehreren Jahrhunderten erinnern daran, dass die Menschheit sich in ihrem Empfinden gar nicht so weit voneinander entfernt hat, wie tagesaktuelle Konflikte oft vermuten lassen. Wundervoll auch die Aufzeichnungen einer Bäuerin, die den Winter im deutschsprachigen Raum vor bald hundert Jahren beleuchten oder die Episoden aus anderen Kulturkreisen wie der Türkei, Russland oder den nordischen Ländern.

Kreisel der Geschichten

Welche Geschichten erzählt man sich vom Winter – darum geht es immer wieder. Märchen aus vergangenen Zeiten wechseln sich mit den Geschichten vom Erwachsenwerden in unserer Zeit ab. Liebe, Homosexualität, Armut und Unverständnis sind Erfahrungen, die Menschen heute genauso empfinden wie ehedem. Kälte und die Ruhe der Natur bringen eine eisige Stille in den lauten Alltag, was früher mit Gefahr gepaart war, legt nun die Langeweile und hektische Sinnlosigkeit mancher Existenzen bloß.

Schrimpfs Erzählband ist deshalb so gelungen, weil die Kapitel alle stimmig und kurz gehalten sind. Große und kleine Liebhaber von Geschichten werden hier fündig werden und die Gedanken schweifen lassen. Die Illustrationen sind sehr grafisch gehalten, so dass sie gerade für junge Leser schön anzusehen sind, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Winter. Das große Lesebuch für die ganze Familie hat alle Voraussetzungen, ein Winterklassiker zu werden.

Titelangaben:

Ulrike Schrimpf (Hrsg.), Lisa Manneh (Ill.): Winter. Das große Lesebuch für die ganze Familie.

Freiburg/ Breisgau: Herder Verlag, 2018. 240 Seiten. 32 €.

Road Trip XI – Montpellier

Dabei war es gar nicht das Ende des Sommers, als wir unseren Tag  in Montpellier verbrachten. Doch diesig und schwül lag der französische Sommer auf dieser Mischung aus Historismus und Gigantismus. In einer Architektur, die wir vielleicht auch in ehemaligen Ostblockhauptstädten so hätten finden können, garantiert die Nonchalance trotzdem einen optischen Genuss. Alles symmetrisch, Stadtviertel, die auf dem Reißbrett entworfen wurden. Montpellier ist sehr wechselhaft. Und plötzlich, mittendrin, ein umtriebiger Markt vor der alten Comédie. Alles gut, alles richtig gemacht. In einer Konditorei haben wir verschiedene Macarons und Tartes gekauft und fanden Frankreich wieder einmal herrlich.

Doch die Wehmut war unüberhörbar und Heimweh hatten wir auch.

Zuhause stellte ich ein Stück fertig, dass eigentlich auf meinem Balkon hätte stehen sollen. Doch der Herbst kam schneller, als ich fertig wurde und das heißt bei der diesjährigen Wetterlage einiges. Ich hatte das Rohgestell aus einem Keller, geputzt und mit Acryllack überzogen. Dann wurde geschnippelt. Ich liebe Decoupage. Und meine Gartenprospekte. Sind Blumen nicht herrlich?

Nun wartet das fertige Etwas in meinem Laden auf den Frühling. Was ist das? Ein Vogelbad? Eine Blumenstele?

 

Ab damit zu Creadienstag, HoT und Dienstagsdinge!

Neu Gelesen

Sybille Sturm: Gutes Karma Food. Rezepte für ein besseres Ich.

Nicky Sitaram Sabnis: Jetzt koche ich ayurvedisch. Schnelle Küche für Einsteiger.

Heilsam für Körper und Geist

Wir wissen es schon längst: Essen hält Leib und Seele zusammen. Das, was wir zu uns nehmen, definiert uns über die Maßen und noch mehr, als das, was wir um uns herum horten. Sybille Sturm und Nicky Sitaram Sabnis wissen es beide. Deshalb gibt es bei Sturms Gutes Karma Food. Rezepte für ein besseres Ich gleich etwas für die Seele und Sabnis‘ Jetzt koche ich ayurvedisch. Schnelle Küche für Einsteiger zeigt, wie einfach es auch sein kann, gut und heilsam zu kochen.

Beide Kochbücher bedienen natürlich ein ähnliches Feld. Der Hauptunterschied: Sturm kocht grundsätzlich vegetarisch und manchmal auch vegan, die westlichen Einflüsse sind unübersehbar. Sabnis kocht ayurvedisch und nicht unbedingt vegetarisch oder vegan. Seine Rezepte ruhen auf der Basis der ayurvedischen Medizin und sind als unterstützende Elemente gedacht. Beide bedienen sich der reichhaltigen Gewürzwelt Indiens und versuchen doch, so angepasst zu kochen, dass ein Nacharbeiten der Rezepte immer möglich ist.

Wohlfühldiät für ein neues Leben

Besonders Sybille Sturm hat eine Lebensänderung im Sinn. Das sieht man an den Grundregeln, die sie für ihr Karmafood aufstellt. Von frischer Zubereitung bis zum Verzicht auf Alkohol ist alles dabei. Sie lebt ihr Karmafood sehr konsequent und damit wird es gerade für Allrounder etwas schwierig. Möchte ich mein Leben komplett ändern? Mein Samstagsgläschen Rotwein weglassen? Der innere Schweinehund geht auf die Barrikaden.

Achtsamkeitsübungen für zwischendurch, ein Küchengarten, heimische Superfoods. Sturm setzt auf gesunde, lokal gewachsene Lebensmittel. Es gibt Müsliarten zum Frühstück, Porridge oder Körnerbrot. Also alles nicht ayurvedisch, aber in seiner achtsamen Zubereitung sicherlich gut für das Karma. Die Rezepte, wie z.B. der herbstliche Rübensalat mit Orangendressing, lesen sich alle toll. Es gibt viele Salate, warme, cremige Suppen, Bratlinge in allen Formen, Ofengemüse zu Nussbraten, und Schokoladige Desserttorten ohne Mehl. Sturm kocht kreativ, modern und vegetarisch. Ideal für alle, die immer schon mal ihre Ernährung umstellen wollten, weil das Kochbuch so komplett wirkt.

Indische Kochkunst für jeden Tag

Sabnis dagegen widmet sich wirklich dem Seelenleben. Nach der ayurvedischen Lehre gibt es verschiedene Elemente und Konstitutionen, die im Leben der Menschen vorherrschen können, die Doshas. Ein Gleichgewicht ist ideal, ein Ungleichgewicht wirkt krankmachend. Ernährung kann helfen, die Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dafür gibt es erst einmal einen Fragebogen, anhand dessen man sich selbst einschätzen kann.

Alle Gewürze und Gewürzmischungen, die dann vorgestellt werden, werden bereits anhand ihrer Wirkung auf die Doshas eingeordnet. Nicht alles wächst bei uns, manches wird man bestellen müssen. Gut, dass Sabnis im Anhang Adressen auflistet, die weiterhelfen können. Ansonsten ist es hier richtig ayurvedisch- indisch. Intensive Würzmischungen, aufwändige Rezepte, gern mit Bemerkungen über die Auswirkungen auf die Doshas.

Orient für alle

Viele der Suppen oder Chutneys sind absolut alltagstauglich und sehr fein. Der Fokus auf cremige Suppen mit viel Gemüse und Gewürzen ist gerade für die Herbstküche eine herrliche Ergänzung. Ingwersuppe mit Pastinaken, Mangosuppe und Knoblauchsuppe klingen herrlich fremdländlisch. Gemüse und Hülsenfrüchte sind fester Bestandteil der regionalen Küche, die aber auch mit Tofu oder Steinpilzen auf internationales Niveau gehoben wird.

Die abwechslungsreichen Fleischgerichte machen richtig Lust zum Kochen, dabei gibt es vor allem Fisch, Lamm und Geflügel. Dabei wird immer auf ausgewogene Ernährung geachtet, gerne die Gerichte in kleinen Schälchen im Mix gereicht, um nicht die Doshas einseitig zu belasten. Um das Kochen zu erleichtern, gibt es auch ein Kapitel über einfache Basissaucen, die sich mehrere Tage lang im Kühlschrank halten. Sogar Desserts gibt es, genauso wie Getränkerezepte und Frühstücksvorschläge. Wer seinen Chai zukünftig lieber selbst zubereiten möchte, findet hier das passende Rezept.

Insgesamt zwei tolle Bücher im selben Grundtenor, doch mit unterschiedlichem Fokus. Ist es nicht endlich an der Zeit, aus dem alten Trott zu kommen?

Titelangaben:

Sybille Sturm: Gutes Karma Food. Rezepte für ein besseres Ich.

Köln: Fackelträger Verlag, 2017. 144 Seiten. 20 €.

Nicky Sitaram Sabnis: Jetzt koche ich ayurvedisch. Schnelle Küche für Einsteiger.

Aarau: AT- Verlag, 2016. 152 Seiten. 19,95€.

Road Trip X – Matarò

 

Sind das nicht schöne Fotos, so mitten im November? Als wir von Valencia losfuhren, brachten wir meinen Bruder nach Barcelona an den Flughafen. Eigentlich wollten wir selbst dann weiter nach Matarò, einem Vorort von Barcelona und von dort aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wieder in die Stadt. Aber es kam anders. Erstens waren wir müde. Zweitens schien Barcelona soooo weit weg. Drittens war das Meer schön und das Essen gut. Und so weiter. Als dann auch noch Feiertag war und die Busse nicht fuhren, war Barcelona für uns erledigt. Wir stiegen lieber früher in den Bus und fuhren weiter nach Montpellier. Die Côte d’Azur entlang. Hier machten wir Pause, um das Meer zu genießen und unsere Fußsohlen ein bisschen anzukokeln.

Dazu passt eines meiner letzten Werkstücke für die Taufe, die Seerosen aus PET. In Spanien gab es nur Wasser in PET-Flaschen. Wenn ich schon die Umwelt verschmutze, dann hübsch. Ich habe alle (ALLE!!!!!!) PET -Flaschen mit nach Hause genommen. Und zum Beispiel Seerosen daraus gemacht.

Ab damit zum Creadienstag, zu HoT und  zu Dienstagsdinge!

Neu Gelesen

Epipa: Hygge. Wintertraum & Strickzauber. Accessoires, Deko und Geschenke stricken.

Epipa: Hygge. Häkeltraum & Winterzauber. Accessoires, Deko und Geschenke häkeln.

 

Warm genadelt

Die Temperaturen purzeln etwas durcheinander und ich mache prompt das, was jeder vernünftige Mensch auf Gottes grüner Erde machen sollte: Ich krame nach Handarbeitsbüchern und Wolle. Natürlich habe ich Lust auf kuschlige Schals, warme Fäustlinge und alles, was mich an den Winter erinnert. Schließlich ist der Winter noch gar nicht richtig da. Epipa geht es wohl genauso. In Hygge. Wintertraum & Strickzauber. Accessoires, Deko und Geschenke stricken und in Hygge. Häkeltraum & Winterzauber. Accessoires, Deko und Geschenke häkeln wird genadelt.

So fällt meine Rezension diesmal emotional gefärbt aus. Fotos aus Oberbayern in weißem Schnee mit Garn, das aussieht, als hätte ich es handgesponnen oder als hätte die Eiskönigin es schnell vorbeigetragen? Her damit! Epipa werkelt mit dicken und dünnen Garnen und fokussiert kleine Werkstücke. Das macht beide Bücher zu einer wahren Fundgrube für Weihnachtsgeschenke. Es geht vor allem um die Frage, was man lieber mag: Stricken? Häkeln?

Favoriten für kalte Tage

Wie jeder Mensch habe ich so meine Favoriten. Häkelfäustlinge? Nie im Leben! Aber Untersetzer, Tassenwärmer, Kissen, Hockerüberzüge, ja bitte! Strickhandschuhe, Strickkissen, zarte Tücher, Mützen und Schals. Nur die gestrickten Säckchen und Beutelchen mag ich nicht. So etwas wird bei mir gehäkelt oder genäht. Ihr seht, ich bin subjektiv. Epipa spickt die einzelnen Anleitungen mit freundlichen Geschichten aus ihrem Familienalltag.

Blättern im Fotoalbum. Alles sieht sehr glücklich, sehr ordentlich und strukturiert aus. Gar nicht wie in meinem chaotischen Großfamilienhaushalt. Kurz innehalten- ich will auch nicht wirklich das Chaos anderer Menschen sehen. Aber Anregungen, wie wir diesen Winter miteinander verbringen könnten, immer gerne! Vor allem für kleinere Kinder finden sich auch wundervolle Strickpullis, die sich für Mamis und Omis perfekt als Geschenk eignen.

Geschenke finden leicht gemacht

Halstücher für Papas, Kissen für die Freundin, eine Clutch oder warme Tücher für nette Menschen. In der Häkelausgabe kommt noch ein umfangreicher Anteil Weihnachtsdeko dazu, hier ist Häkeln wirklich praktischer als Stricken. Generell finde ich ja, dass die meisten Häkelsachen schöner in gestrickt aussehen, von Stulpen über Fäustlinge bis hin zu Kissen, aber um hübsche Formen herzustellen, ist Häkeln perfekt geeignet.

Die Konzentration auf wenige harmonische Farbtöne entspricht der winterlichen Natur. Alles ruht, auch das Auge. Weiß, braun, grau und rosé dominieren die Palette, die an Garnen alles von Lace bis bulky verarbeitet. An den einfarbigen Garnen fallen die schönen Muster besonders auf, Anfänger werden hierbei genauso fündig wie wahre Könner. Ich werde einen Vorrat brauchen, um diesen Winter mit Epipa so richtig genießen zu können. Nichts leichter als das.

Titelangaben:

Epipa: Hygge. Wintertraum & Strickzauber. Accessoires, Deko und Geschenke stricken.

Igling: Edition Michael Fischer, 2016. 112 Seiten. 16,99 €.

Epipa: Hygge. Häkeltraum & Winterzauber. Accessoires, Deko und Geschenke häkeln.

Igling: Edition Michael Fischer, 2015. 128 Seiten. 16,99 €.